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Alpentourismus wandelt sich

Geschrieben von: Andrea Schmölze, peak-pr 17.03.10
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Etwas Neues haben die Tourismuszentren Val d’Isère (F), Monterosa (I), Wilder Kaiser (A), Grainau (D), Heidiland (CH) und Kranjska Gora (SLO) gemeinsam: Sie und 17 weitere Urlaubsziele im Alpenraum sind Pilotregionen im EU-Projekt ClimAlpTour.

Dabei untersucht ein internationales Forscherteam nicht nur, wie der Klimawandel den Tourismus im Alpenraum beeinflusst, sondern auch – dazu dienen die Pilotregionen – mit welchen Anpassungsstrategien alpine Urlaubsziele dem Klimawandel konkret begegnen können. So ist etwa im bayerischen Grainau ein Naturerlebnispark mit Klimawandellehrpfad geplant. Auch wird gerade untersucht, welche touristischen Impulse ein Naturpark rund um das Karwendel auf bayerischer Seite geben könnte.

Die Hochschule München, Fakultät für Tourismus ist einer der Partner und zeichnet für die Analyse der Einflussfaktoren verantwortlich. Parallel dazu gehen die Forscher auch der "Anpassungsflexibilität" in den Pilotregionen auf den Grund, also den Fragen: Was treibt Veränderungsprozesse voran, was bremst sie und wie kann man Veränderungen forcieren? Soeben sind dazu die Befragungen in den 22 Orten abgeschlossen. Interviewt wurden Bürgermeister, touristische Leistungsträger, Wasserversorger, Seilbahn- und Skiliftbetreiber, NGOs, aber auch Infrastrukturentwickler oder Landschaftplaner.

Den „Knackpunkt“ formuliert Projektleiter Prof. Dr. Felix Kolbeck so: „Wie schaffen es die Alpenregionen, langfristig zu einem authentischen Erholungsraum für das ganze Jahr zu werden und sich somit unabhängiger vom Skitourismus zu positionieren?“ Erste Ergebnisse stellt das Team auf einer Konferenz am 26. und 27. Mai 2010 in Acqui Terme / Piemont vor.   

Hintergrund  

ClimAlpTour ist Teil des Alpenraumprogramms „European Territorial Cooperation - Alpine Space 2007 – 2013“ und untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf den Sommer- und Wintertourismus im Alpenraum. Die 16 Partner aus sechs Alpenstaaten stützen sich auf die naturwissenschaftlich orientierte Grundlagenforschung und beleuchten speziell den Tourismus im Alpenraum. Im Mai 2009 lud die Fakultät für Tourismus als „Start-up“ zu einem Experten-Hearing. Versicherungs- und Finanzfachleute kommentierten den Klimawandel ebenso wie Tourismus- und Naturschutzexperten. Dabei betonte Prof. Dr. Peter Höppe von der Münchner Rück, dem grössten Rückversicherer weltweit, dass das Klima bei der Wahl eines Reiseziels als mit wichtigster Grund genannt werde. Der Alpenraum könne laut Höppe vor allem beim Sommertourismus profitieren und davon, dass „CO2-Emissionen ein Preisschild erhalten“, sprich Nähe wieder punktet.

Das Hearing zeigte: Der Klimawandel wird nicht nur Schneemangel, sondern auch Engpässe in Spitzenzeiten, Konflikte in der Landnutzung und erhöhte Versicherungs- und Finanzierungsrisiken mit sich bringen. Langfristig müsse man die Alpen von der „Sportarena“ zu einer authentischen, nachhaltigen Destination entwickeln. Echte Produkt-Innovationen, gerade bei Sommerangeboten seien jedoch noch Mangelware. Das Bewusstsein für die nötige Anpassung an den Klimawandel insgesamt sei noch zu schwach, so die Fachleute.

Die Fakultät für Tourismus der Hochschule München

Als grösste deutsche akademische Ausbildungseinheit im Tourismus hat die Hochschule München sich das Thema „Nachhaltige Tourismusentwicklung“ und „Kompetenz im Alpenraum“ auf die Fahnen geschrieben. Das transnationale Forschungsprojekt ClimAlpTour ist bereits das zweite EU-Projekt, an dem sich die Fakultät für Tourismus der Hochschule München beteiligt.  

 

Weitere Informationen:

Hochschule München
Projekt-Team: Dipl.-Betriebsw. (FH) Ilka Cremer
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.
Telefon: +49 (0)89-1265-2132

Prof. Dr. Felix Kolbeck
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.
Telefon: +49 (0)89 – 1265-2729 

Mehr Information zum Projekt ClimAlpTour:
www.climalptour.eu
www.alpine-space.eu

 

 

Bild: Rast beim Wintersport auf dem Kerenzerberg/Heidiland (Tourismus Heidiland).

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