Hohe Erwartungen richten sich auf die im Silicon Valley entwickelte Brennstoffzelle von Bloom Energy. Sie soll klein, kostengünstig, umweltfreundlich und lokal einsetzbar sein. Sie könnte den Energiemarkt revolutionieren wie das Mobiltelefon die Kommunikationsbranche.
Im amerikanischen Silicon Valley erwartet man eine Technologie- und Marktrevolution wie einst bei der Einführung des Mobiltelefons. Eine kleinen Keramik-Kachel könnte die Energieerzeugung umwälzen. Das Gerät, nicht größer als eine CD-Hülle, soll elektrischen Strom erzeugen. Hersteller ist die Firma Bloom Energy, ein Startup-Unternehmen aus dem kalifornischen Silicon Valley. Für den Markt besonders interessant ist, dass die Kleinkraftwerke aus den zu einem „Server“ verbundenen Bloom-Boxen überall lokal einsetzbar und mit unterschiedlichen Bio-Kraftstoffen zu betreiben sind. Unabhängig vom Stromnetz „Bloom Energy will saubere, verlässliche Energie für jedermann in der Welt erschwinglich machen“, erklärte Firmengründer K.R. Sridhar bei der Vorstellung der neuartigen Brennstoffzelle im kalifornischen Sunnyvale. „Wir werden den gleichen Einfluss auf Energie haben wie das Handy auf die Kommunikation“, sagt Sridhar. Intelligente, lokale Stromerzeugung werde sich damit durchsetzen. Verwandte Themen| { Erfolgreich wachsen mit Sonne, 12.03.10 } | | { Mehr gallische Dörfer nötig, 08.03.10 } | | { Netze müssen intelligent werden, 10.02.10 } | | { Den Wind und die Sonne zähmen, 22.01.10 } | | { Die Netze werden intelligent, 20.01.10 } | | { Das Netz als Speicher, 05.01.10 } | | { Die Zukunft liegt auf den Dächern, 30.12.09 } | | { US-Photovoltaik boomt, 22.09.09 } | | { Basler Schatten über Kalifornien, 31.08.09 } | | { Kein Windpark auf den Rockies, 30.07.09 } | | { Kombiniert ist effizienter, 10.07.09 } | | { Silicon Valley setzt auf sauber, 08.07.09 } |
Der aus Indien stammende Sridhar war früher Wissenschaftler bei der NASA und suchte dort nach Leben auf dem Mars. Er hat bei Bloom Energy mitgewirkt an der Erfindung der Brennstoffzelle, die Stromerzeugung ohne Anbindung an das Leitungsnetz lokal zu geringen Kosten möglich machen soll. Ein kleines Kraftwerk dieses Typs mit einer Leistung von 100 Kilowatt, mit dem hundert Haushalte oder ein kleines Bürogebäude versorgt werden können, soll rund 800.000 Dollar kosten. Die Keramikzellen würden ausgebreitet die Stellfläche eines Parkplatzes brauchen, können aber gestapelt und in diesem Fall etwa zur Größe eines Containers zusammengefasst werden.Hauptmaterial ist Sand Acht Jahre hat die Entwicklung gedauert. Das Internet-Auktionshaus Ebay betreibt schon einen Prototypen und scheint begeistert. Deshalb wurde die offizielle Vorstellung, zu der sowohl der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger als auch Ex-Außenminister und Generalstabschef Colin Powell angereist waren, auf dem Firmengelände von Ebay inszeniert. Bloom setzt auf Festoxid-Brennstoffzellen. Das sind flache Keramikquadrate, die hauptsächlich aus Sand hergestellt werden. Das sei billiger als die üblichen Wasserstoff-Brennstoffzellen, die Umwandlungseffizienz sei auch höher. Es fallen nur zwei Drittel des CO2-Ausstosses eines Kraftwerks mit fossilen Energien an. Das Stapel-Prinzip mache Aufstellung und Betrieb einfacher, betont Sridhar. Als Brennstoff werden Erd- und Biogas verwendet. Gegenüber anderen Stromerzeugern von erneuerbaren Energien wie Solar- oder Strom aus Windkraft habe der Bloom-Server den Vorteil, 24 stunden am Tag laufen zu können. Minikraftwerk fürs Eigenheim geplant Die Stromerzeugung erfolgt bei hohen Temperaturen. Bloom Energy versichert, dass man das Kühlproblem im Griff habe und die Hitze der Verlässlichkeit und Standfestigkeit der Zellen nicht abträglich sei. Eine einzelne Brennstoffkachel kann eine elektrische Glühbirne betreiben. Im schon in Betrieb befindlichen Server in Kalifornien sind viele tausend Zellen zusammengesteckt worden und erzeugen 100 Kilowatt. Der Strom soll nur zehn Cents pro Kilowattstunde kosten, deutlich billiger als die 14 Cents, die Strom aus dem Netz kostet. Sridhar kündigte an, dass man auch Bloom Energy-Server in der ungefähren Größe eines Schuhkartons fabrizieren wolle, mit dem der Strombedarf eines Eigenheims gedeckt werden könne. Dieses Minikraftwerk solle nur 3000 Dollar kosten. Hohe Temperatur ein Problem Jack Brouwer vom National Fuel Cell Research Center in Irvine in Kalifornien verweist darauf, dass viele andere Firmen an ähnlichen Technologien arbeiteten. Bloom Energy aber habe eine Paketlösung für den lokalen Einsatz entwickelt, weshalb das Unternehmen führend auf diesem Gebiet sei. Wichtiger Durchbruch für Bloom war die Entdeckung, wie man die Keramikkacheln standfest gegen die hohen Temperaturen von 800 Grad macht, die bei der Aufspaltung des Brenngases in CO2 und Wasser und der Stromproduktion entstehen. Bisher habe keine andere Firma dieses Problem lösen können, sagte Mike Brown von UTC Power, die ebenfalls Brennstoffzellen herstellen. „Wir arbeiten seit 30 Jahren an Feststoffbrennzellen und sind immer noch damit im Labor“, sagte Brown. Finanziert wurde das neue Unternehmen von John Doerr und seinen Partnern bei Kleiner Perkins Caufield & Byers in Menlo Park in Kalifornien mit rund 400 Millionen Dollar. „Heute erleben wir etwas Besonderes“, sagte Doerr bei der Vorstellung des Bloom Energy Servers. Doerr hatte die Anschubfinanzierung für die Entwicklung von Google und Amazon bereitgestellt. Das neue System wird von mehreren bekannten Unternehmen schon getestet oder demnächst gekauft, darunter Google, Coca Cola, die Supermarktkette Wal-Mart und der Expressdienst FedEx. Bild: Brennstoffzellen von Bloom Energy vor dem Hauptquartier von eBay (Bloom Energy).
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