Brüssel - Die Botschafter der 27 EU-Länder haben sich auf der Einführung eines Handelsverbots des vom Aussterben bedrohten Roten Thunfisches geeinigt. Sie folgten damit laut einer Pressemeldung von Greenpeace-Magazin einem Vorschlag der EU-Kommission, der ein Verbot des internationalen Handels mit Rotem Thunfisch über das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) unterstützt. Die 175 CITES-Vertragsstaaten treffen sich von diesem Samstag an in Doha am Persischen Golf, wo sie bis 25. März tagen werden, schreibt Greenpeace-Magazin. Dort könnte ein Bann beschlossen werden. Auf der Konferenz wolle die EU, die 27 Stimmen hat, einen gemeinsamen Standpunkt vertreten. Allerdings spreche sich die EU für ein Handelsverbot mit aufschiebender Wirkung aus - man wolle erst eine Sitzung der Internationalen Kommission für den Schutz des Atlantischen Thunfischs ICCAT abwarten. Ein Verbot könnte nach Angaben von EU-Diplomaten frühestens im Mai 2011 in Kraft treten, heisst es. Der Rote Thun soll laut Greenpeace-Magazin in Anhang I des CITES-Übereinkommens aufgenommen werden. Dort sind vom Aussterben bedrohte Arten gelistet, deren Handel besonders streng geregelt sein müsse und nur in Ausnahmefällen erlaubt sei. Diese Arten dürfen gemäss Greenpeace-Magazin nicht mehr international gehandelt werden. Die EU-Botschafter hätten bei ihrem Treffen keine Einigung darüber gefunden, weitere Arten wie Eisbären in den Anhang aufzunehmen. In der EU verfügten vor allem Frankreich, Spanien und Italien über grosse Thunfischflotten. Nach Angaben von Greenpeace landen 80 Prozent des von der EU im Mittelmeer gefangenen Roten Thunfisches auf dem japanischen Markt für Sushi-Gerichte. Bei den CITES-Verhandlungen wird mit Zwei-Drittel-Mehrheit abgestimmt, darum könnte Japan überstimmt werden, schreibt Greeenpeace-Magazin. (eg)
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