Bonn/München - Das spektakuläre Öko-Stadt-Projekt Masdar City in Abu Dhabi liegt auf Eis. Wie Nachhaltigkeit.org vor einer Woche berichtet hat, hat Sultan al Jaber die Notbremse gezogen und dem Projekt eine "Denkpause" von sechs Wochen verordnet. Das greifen nun verschiedene deutsche Tageszeitungen auf. Während der Denkpause solle die Stadt der Visionen auch auf ihre finanzielle Machbarkeit hin geprüft werden. Verwandte Themen| { Masdar nimmt eine Denkpause, 04.03.10 } | | { Das neue Milliardengeschäft, 25.01.10 } | | { Masdar verzögert sich, 06.01.10 } | | { Nachhaltig erfolgreich am Golf, 17.11.09 } | | { In nachhaltige Gebäude investieren, 12.11.09 } | | { Grüne Immobilien sind mehr wert, 05.10.09 } | | { Masdar baut die Zukunft, 28.09.09 } | | { Masdar ist auf Kurs, 15.09.09 } | | { Abu Dhabi greift nach der Sonne, 17.08.09 } | | { Mit Masdar an die Spitze, 04.08.09 } |
Man müsse die Realisierung des Unterfangens in Hinsicht auf die Finanzen überdenken, erklärte die Projektgesellschaft, die sich den Stadtbau bislang 22 Milliarden Dollar kosten lassen wollte. Geplant war eine Stadt für rund 50.000 Menschen, die ausschliesslich durch Erneuerbare Energien versorgt wird, schreibt der Bonner Generalanzeiger. Auch der Bonner Solarkonzern Solarworld habe sich Aufträge erhofft. Vorstandschef Frank Asbeck hatte noch im September den NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers auf einer Reise nach Abu Dhabi begleitet. Nun ordnete laut Bonner Generalanzeiger Sultan Ahmed Al Jaber, Geschäftsführer des Masdar-Projekts, eine umfassende Prüfung der ursprünglichen Pläne Masdars an. Dabei solle es vor allem um die finanzielle Machbarkeit des Projekts gehen. Das Unternehmen habe jedoch versichert, dass Masdar fortgesetzt werde: "Alle Projekte - und erst recht visionäre wie Masdar - erfordern eine ständige Überprüfung." Dabei kannten laut Süddeutsche Zeitung (SZ) die Pläne kaum Grenzen. In Masdar, arabisch für Quelle, wollte Scheich Chalifa die "Hauptstadt der Energierevolution" ausrufen. Die Stadt sei von Anfang an als Grossversuch und Vorzeigeprojekt geplant gewesen. Millionenmetropolen auf der ganzen Welt schauten gebannt auf das Experiment im Nahen Osten, schreibt die SZ. Dabei hätten die Stadtplaner aus ihrem Vorhaben ein grosses Geheimnis gemacht. Das sechs Quadratkilometer grosse Areal in Flughafennähe sei umzäunt und werde bewacht wie eine geheime Militärbasis. Für Abu Dhabi wird die Verzögerung auch auf politischem Parkett zur Imagepanne, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Erst Ende Juni hatte das Emirat den Zuschlag für die weltweit begehrte Ansiedlung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) bekommen, heisst es. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich gegen die Konkurrenten Bonn und Wien durchgesetzt, schreibt die SZ. (eg)
|