Oscars 2010 - dasselbe nur in grün...

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Geschrieben von: Yvonne von Hunnius 05.03.10
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Oscars 2010 - dasselbe nur in grün. Ob ernst gemeint oder nicht, der Planet hat nichts dagegen, wenn die Stars im Hybrid zum roten Teppich fahren, die Roben der Stars nachhaltig hergestellt wurden und Dokumentarfilme mit Moralfaktor nominiert werden. Man darf hoffen, dass in Hollywood nicht alle Träume in den Fabriken zum Platzen neigen.

Ich mag Daryl Hannah - ich mochte sie schon immer. Schon, bevor ich wusste, dass sie als Umweltaktivistin im Zug durch die USA von Demonstration zu Demonstration fährt - jedes mal schreibt sie sich auf der Zugfahrt mindestens fünf Kontaktnummern auf ihren Unterarm. Auch die ihres Anwalts, denn im Gefängnis ist sie schon oft gelandet. Zu Daryl Hannah passt das Engagement. Es ist - und nun kommt das Wort, das PR-Agenturen für sich gepachtet zu haben scheinen - "authentisch". Es gibt nicht "die Stars" an sich, die plötzlich umweltbewusst werden. Es gibt solche, die sich dadurch profilieren wollen und diejenigen, die in diesem Feld eine Möglichkeit sehen, ihre Prominenz sinnvoll einzusetzen. Den Planeten freut beides. Genau, wie es den Baum nicht juckt, welches Wildschwein sich an ihm reibt.

Auffangbecken für beide Gruppen ist die Organisation Global Green, die in Los Angeles regen Zulauf hat. Initiant Matt Petersen erzählt, dass er noch vor wenigen Jahren von Party zu Party gehüpft ist, um Mitstreiter zu rekrutieren - erfolglos. Heute kommt er nicht von der ersten weg, weil er sofort von einer Traube Menschen umringt ist, die alle danach lechzen, Gutes zu tun.  Seit 2003 propagieren er die Initiative "take a hybrid to the Oscars". Ok, bei der Berlinale sind die öffentlichen Verkehrsmittel angesagt. Aber immer noch ist man in Hollywood. 

Der ewig gute und schöne Robert Redford ist einer der Umweltaktivistern der ersten Stunde gewesen, Leonardo diCaprio ebenso - seine Mutter führt gar seine Umweltstifung - und er produzierte mit "the 11th hour" eine mit Experten vollgestopfte und messianische Öko-Doku. Auch zu Julia Robert passt schon lange der grüne Touch, den ihr zurückgezogenes Leben hat. Eben authentisch.

Und die Filmriesen wie 20th Century Fox & Co springen auf die Welle auf, indem sie die bösen Russen durch die böse und ignorante ganze Menschheit in den Katastrophenfilmen ersetzen. Immerhin war James Bond mit seinen Streifen auch in Moskau beliebt. Man sollte nicht behaupten, er hätte den Mauerfall zu verantworten, doch cash as cash can. Die Studios geben heute viel Geld dafür aus, dass ein Film nicht viel für die Umwelt kostet. Auch wenn das dann wieder eine Milchmädchenrechnung sein dürfte. Eben profilierungssüchtig. 

Doch Larry Hagman - der Ölbaron aus "Dallas" mit riesiger Solaranlage? Das passt nicht. Und passt perfekt. Easy Rider Peter Fonda mit einen wasserstoffbetriebenen Vehikel, der ob des Besitzes eines spritfressenden Motorrads von sich sagt: "Mit dem Ding komme ich mir vor, als hätte ich Sex mit dem Teufel"?

"Wonderful" - hätte Frank Sinatra gesagt. Und er war schliesslich auch als Gutmensch unterwegs, indem er italienischen Einwanderern geholfen hat, sich zu integrieren. Oder besser: Sich selbst in die Mafia integriert hat.

Amerika - das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Manchmal sind sie grün. 

 

Bilder: Stars posieren heute für die Nachhaltigkeit. (Global Green)

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