Mobil, aber gescheit

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Geschrieben von: Redaktion 03.03.10
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Zürich – Mobitool heisst das neuste Online-Instrument für Ökobilanzen im Verkehr. Von den SBB angestossen und von vier Partnern lanciert, ermöglicht es erste Analysen und weist den Weg zu weiterreichenden Beratungen – insbesondere für Unternehmen. Das berichtet die Neue Zürcher Zeitung (NZZ).

Zwar existieren europaweit bereits mehrere Recheninstrumente, mit denen sich die Ökobilanzen der Verkehrsträger vergleichen lassen - beispielsweise der Mobil-Check der Deutschen Bahn. Sie alle kranken nach Einschätzung der NZZ jedoch daran, dass sie sehr pauschal gehalten sind und sich entscheidende Faktoren nicht ausdifferenzieren lassen – bei der Bahn etwa die Auslastung oder die Art und Weise, wie der Fahrstrom produziert wird. Seit Montag nun ist ein Werkzeug auf dem Internet freigeschaltet, das solchen Faktoren Rechnung trage.

Angestossen von den SBB und lanciert mit Swisscom, BKW und Öbu - einem Netzwerk von 350 Unternehmen für nachhaltiges Wirtschaften- wird Mobiltool auch vom Bundesamt für Energie unterstützt. Für das Internet-Instrument wurden gemäss dem NZZ-Bericht rund 70 Fortbewegungsarten ausdifferenziert - vom Velo bis zum Hochseeschiff. Die Grundannahmen beziehen sich auf Durchschnittswerte, können jedoch an tatsächliche Verhältnisse angepasst werden – zum Beispiel daran, ob ein Auto, ein Zug oder ein Flugzeug voll oder nur zum Teil ausgelastet ist.

Unmittelbares Ziel von "Mobitool" ist es laut NZZ, Unternehmen für den von ihnen verursachten Verkehr zu sensibilisieren. Sie sollten sich bewusst werden, dass neben dem Geschäfts- und Güterverkehr auch der Kunden- und Pendlerverkehr ins Gewicht falle. Mittelbares, daraus abgeleitetes Ziel sei die Steigerung der ökologischen, aber auch der finanziellen Effizienz der Verkehrsbewegungen. Mit fünf Klicks lassen sich die ökologischen Konsequenzen der von einer Firma verursachten Mobilität grob abschätzen. Und wer weiterreichende Beratung wünscht, findet dazu entsprechende Links.

Attraktiv sind Veränderungen im Mobilitätsverhalten gemäss NZZ insbesondere, wenn sie sich kostensenkend auswirken. Das Modelabel Tally Weijl zum Beispiel mit den beiden örtlichen Schwerpunkten Paris (Design) und Basel (Vertrieb) ersetze Meetings deshalb zunehmend durch Videokonferenzen. Darüber, was sich auf diesem Weg der Interaktion einsparen lasse, der physische Mobilität gänzlich überflüssig macht, gibt übrigens ein Online-Werkzeug der Swisscom Aufschluss, das demnächst noch detaillierter gestaltet werden soll. (ug)

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