Als am 12. Oktober 1712 der Königlich Polnische und Kurfürstlich Sächsische Kammerrat und Oberberghauptmann Hannß Carl von Carlowitz den Schlusspunkt mit der Feder unter sein Manuskript der Sylvicultura Oeconomica Oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung Zur Wilden Baum-Zucht [...] setzte, konnte er nicht ahnen, dass sein Werk, vermutlich schon druckfrisch zur Leipziger Ostermesse 1713 im Buchangebot vorliegend, noch nach fast dreihundert Jahren als – aus heutiger Sicht – faszinierendes Zeitdokument im Nachdruck erscheinen würde.
Das verwundert allerdings nicht. War und ist es doch als das erste und auch für lange Zeit wichtigste Buch mit rein forstlichem Inhalt von grundsätzlicher Bedeutung. Schon kurze Zeit nach seinem Erscheinen muss es vergriffen gewesen sein, entfaltete doch das Werk sofort einen beachtlichen Bekanntheitsgrad zumindest unter den schriftkundigen und waldwirtschaftlich tätigen kursächsischen Untertanen. Es wurde de facto zur Pflichtlektüre im Montanwesen wie auch in der forstlichen Administration Kursachsens. In der Widmung an Friedrich August I. (der Starke), Kurfürst von Sachsen, betont von Carlowitz, „damit die Bergwercke als das edle Kleinod und unschätzbare[s] heilige[s] Nahrungs=Mittel (Kursachsens) / wegen anscheinenden Holtz=Mangel künfftig nicht in Abfall kommen / so habe [...] ich meiner Pflichtschuldigkeit nach / mich unterwunden / hierüber meine wenige[n] Gedancken in Schrifften nicht allein zuentwerffen / sondern auch [...] solche zum Druck zubefördern“.
Schon 1732 sollte die Zweitauflage folgen, wieder in Leipzig, jetzt im Verlag der Braunschen Erben und um einen ähnlich umfangreichen „Dritten Theil“ erweitert, der „Naturmäßigen Geschichte der von sich selbst wilde wachsenden Bäume und Sträucher in Teutschland [...]“ aus der Feder des Hochfürstlich Sächsisch-Merseburgischen Landkammerrat und Domherrn des Stiftes Merseburg, Julius Bernhard von Rohr. Schon im Titel begründet von Rohr seine Abhandlung damit, dass er nun zu den in der Sylvicultura oeconomica vorgetragenen Lehrsätzen Verbesserungen, Erweiterungen und Anmerkungen mitteilen will, die er ohne Zuhilfenahme von Jagd-, Forst- und Hauswirtschaftsbüchern durch „angestellte Reisen und eingezogene mündliche und schriftliche Nachrichten und durch Nachschlagen in gelehrten Schriften“ ausgearbeitet habe.
Durch diese fast vergessene und grösstenteils unbekannte naturkundliche Schrift aufmerksam geworden, fand es der Verlag Dr. Kessel Remagen-Oberwinter für angemessen, nunmehr in seiner Reprintreihe „Forstliche Klassiker“ auch diese 2. Auflage 1732 der „Sylvicultura oeconomica“ als Neudruck herauszubringen.
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Verlag Kessel Norbert Kessel Tel.: 0049-2228-493 E-Mail:
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