Mainz – Der deutsche Verband Bioland wehrt sich gegen die Umschichtung von Forschungsmitteln in Höhe von 3,3 Millionen Euro in die Exportförderung. Einen Tag vor Eröffnung der Fachmesse Biofach fordert der Zusammenschluss für ökologischen Landbau in einer Medienmitteilung von der deutschen Agrarministerin Ilse Aigner, das Geld weiterhin für das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) zu verwenden. Es gehe um Verpflichtungsermächtigungen, die über ein Haushaltsjahr hinaus an Projekte vergeben werden könnten.
Die Koalitionsregierung handelt nach Einschätzung von Bioland mit der Umschichtung gegen Aussagen im Koalitionsvertrag. Dort stehe: "Wir wollen den ökologischen Landbau insbesondere im Bereich Forschung fördern." Mit der gestärkten Exportförderung sollten neue Absatzmärkte für die Überproduktion der Intensivlandwirtschaft erschlossen werden.
"Diese Kürzung schwächt die ohnehin knappen Forschungskapazitäten für den ökologischen Landbau und trifft die mehrjährigen Forschungsprojekte beispielsweise zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und zur Klimawirksamkeit des Biolandbaus in voller Härte", kommentiert Bioland-Präsident Thomas Dosch. Eine Behinderung von Forschungsprojekten im BÖL wäre nach seiner Ansicht ein schwerer Rückschlag für den ökologischen Landbau und sei gemessen an den geringen Gesamtmitteln nicht hinnehmbar.
Die Mittel im Bundesprogramm Ökologischer Landbau betragen laut Angaben von Bioland jährlich 16 Millionen Euro, davon rund acht Millionen für Forschungsprojekte. Zum Vergleich schreibt Bioland, für Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben zu nachwachsenden Rohstoffen sowie deren Markteinführung stelle der Bund jährlich rund 50 Millionen Euro zur Verfügung. Ein geplanter Waldklimafonds soll ebenfalls mit 50 Millionen Euro jährlich ausgestattet werden. (ug)
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