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Biodiversität schützen

Geschrieben von: Isabelle Flury, Ecos 13.02.10
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In Basel forderten über 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 5. Nationalen NATUR Kongresses Bundesrat und Parlament auf, eine griffige Biodiversitätspolitik für die Schweiz zu beschliessen und umzusetzen. „Die Biodiversität ist kostbar, überlebenswichtig und bedroht – nicht nur weltweit, sondern auch im Inland“, heisst es in der Erklärung, die zum Kongress erschien. Die bisherigen Instrumente allein könnten den Verlust wertvoller Lebensräume und seltener Arten nicht stoppen. „Es ist höchste Zeit, eine Trendwende einzuleiten“, sagte Claude Martin, Präsident der breit abgestützten NATUR Trägerschaft.

Die Anwesenden drückten die Erwartung aus, dass die in Ausarbeitung begriffene Biodiversitätsstrategie Schweiz konkrete Ziele und griffige Massnahmen festlegt und die Mittel zu deren Umsetzung definiert. Diese müssen der Bedeutung der Biodiversitätserhaltung angemessen ausfallen. Die Biodiversität (Vielfalt der Lebensräume, Arten und Gene) ist für die Menschen von existentieller Bedeutung. Die gesamte Wirtschaft – von der Land- und Forstwirtschaft über Jagd und Fischerei, die produzierende Wirtschaft (z.B. Chemie, Lebensmittel) bis hin zum Tourismus – profitiert von der Artenvielfalt, intakten Landschaften und Ökosystemen.

Abgesehen vom Nutzen der Biodiversität für den Menschen, hat  dieser auch  ein ethisches und kulturelles  Interesse an deren Erhaltung. Weltweit nimmt  die Biodiversität in dramatischem Ausmass ab, aber  auch in der Schweiz reichen die bisherigen Anstrengungen nicht aus, um den Verlust an wertvollen Lebensräumen und an Beständen bedrohter Tier- und Pflanzenarten zu stoppen. Das Internationale Jahr der Biodiversität soll deshalb  eine Trendwende einleiten.

Dieses zentrale Fazit zog Claude Martin, der Präsident des breit abgestützten NATUR Beirats, zum Abschluss des 5. Schweizerischen NATUR Jahreskongresses im Musical Theater Basel. Der wiederum ausgebuchte Kongress, setzte folgende fünf Prioritäten: 

1. Das Internationale Jahr der Biodiversität muss genutzt werden, um das Bewusstsein von Bevölkerung, Wirtschaft und Politik über die zentrale Rolle der Biodiversität in unserem täglichen Leben zu verbessern. Insbesondere gilt es zu zeigen, wo der dringendste Handlungsbedarf liegt, und mit welchen Mitteln die Defizite der Schweiz bei der Sicherung und Förderung der Biodiversität behoben werden sollen. 

2. Die Biodiversität muss in der Bildung und Beratung einen hohen Stellenwert erhalten. Ausreichendes Grundwissen zur biologischen Vielfalt, wie die Kenntnis von Tier- und Pflanzenarten und Lebensräumen, gibt erst die Fähigkeit, Entwicklungen und Konsequenzen des menschlichen Handelns auf die Biodiversität zu beurteilen. Dieses Wissen muss auf allen Schulstufen vermittelt werden, vom Kindergarten über die Primar- und Sekundarstufe bis zu den Mittel-, Berufs- und Hochschulen. Entscheidend ist aber auch die konstante Weiterbildung zur Berücksichtigung neuer Erkenntnisse. 

3. Die durch den Bund in Ausarbeitung  begriffene Biodiversitätsstrategie muss die Defizite aufgreifen, klare Ziele festlegen, Verantwortliche bezeichnen, Termine für die nötigen Massnahmen nennen und die zur Umsetzung nötigen Mittel fordern. Die aus den übergeordneten Zielen der Strategie abgeleiteten Aktionspläne müssen in konkrete Verbesserungen des ökologischen Ausgleichs im Kulturland münden (Qualität auf ausreichender Fläche), den naturnahen Waldbau sichern (zum Beispiel mit deutlicher Erhöhung des Totholzanteils), den Schutz der Biotope von nationaler Bedeutung wirkungsvoll verbessern (Erhöhung des Mitteleinsatzes) prioritäre Tier- und Pflanzenarten mit Artenförderungsprogrammen gezielt unterstützen und die Natur im Siedlungsraum fördern. 

4. Die Sicherung und Förderung der Biodiversität kann im neuen Jahrzehnt nur gelingen, wenn alle Sektoren ihre Verantwortung wahrnehmen. Die öffentliche Hand (insbesondere mit der Siedlungs- und Infrastrukturplanung) ist genauso gefordert wie Wald- und Landwirtschaft, Wissenschaft und Bildung, der Tourismus, die übrige Wirtschaft und der weltweite Handel. Der ökonomische, ethische und kulturelle Wert der Biodiversität muss bereits in der Konzeptionsphase von Projekten mitberücksichtigt werden, um kaum mehr korrigierbare Schäden zum vornherein auszuschliessen.  Vorschriften, Anreize und Lenkungsabgaben durch die öffentliche Hand sowie die Eigeninitiative von Wirtschaft und Bevölkerung – zum Beispiel durch den verstärkten Konsum biodiversitätsfördernder Produkte – müssen sich sektorübergreifend ergänzen.

5. Neue Instrumente für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität sind nötig. Dazu gehören eine Prüfung der Auswirkungen jeglichen Handelns auf die Auswirkungen auf die Biodiversität – bei Gesetzen und Krediten ebenso wie bei neuen Produkten und Projekten – und eine Reihe von LeuchtturmProjekten für die Förderung der Biodiversität im ganzen Land.

Die NATUR ist die führende Schweizer Plattform für Natur und Nachhaltigkeit. Sie wird von einem breit abgestützten Verein aus 24 Organisationen, Institutionen, Kantonen und Bundesämtern getragen. Jährlich veranstaltet sie einen Kongress, eine Messe, ein Festival und 2010 erstmals die NATUR Gala, in deren Rahmen der „Prix NATURE – Der Schweizer Nachhaltigkeitspreis“ verliehen wird.


 
Weitere Informationen: 

Ecos
Isabelle Flury, Medienkontakte
Tel. +41 79 430 52 38
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.
 
Claude Martin, Präsident des NATUR Beirats
Tel. +41 79 254 31 49
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Daniel Wiener, Leiter der NATUR Geschäftsstelle
Tel. +41 61 205 10 10

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