Zürich – Ohne wirksame Gegenmassnahmen droht global eine Lücke bei der Wasserversorgung. Investitionen in Unternehmen, die einen sparsamen und effektiveren Wassergebrauch ermöglichen, sind deshalb besonders lohnenswert. Darauf hat der Zürcher Spezialist für nachhaltige Anlagen, Sustainable Asset Management (SAM), aufmerksam gemacht. "Sollte die Wirtschaft wie bisher ohne Effizienzgewinne weiter wachsen, würde der jährliche globale Wasserverbrauch bis 2030 von heute 4500 auf 6900 Kubikkilometer ansteigen", schreibt SAM in einer Mitteilung. Diese Menge würde um zwei Fünftel über der sicher verfügbaren Wassermenge liegen. Eine grosse Versorgungslücke wäre die Folge. Für den starken Anstieg der Wassernachfrage ist gemäss der Darstelölung von SAM neben der Landwirtschaft, der Industrie und den Haushalten auch der Energiesektor verantwortlich. In den USA werden nach diesen Informationen 89 Prozent des Energieverbrauchs durch thermoelektrische Kraftwerke gedeckt, die grosse Mengen an Kühlwasser benötigen. Dieses flösse zwar zu 97,5 Prozent wieder in Flüsse und Seen zurück, dennoch verdunsteten dadurch aber umgerechnet 42 Liter Wasser pro Tag und Person. Die grossen Wasserflächen vor den Staudämmen der Kraftwerke begünstigen laut SAM die Wasserverdunstung. Dies führe in den USA zu Verlusten von rund 100 Liter Wasser pro Tag und Person. Für die Bewilligung von Kraftwerkprojekten werde die ausreichende Wasserverfügbarkeit zunehmend wichtig. In den USA seien bereits erste Projekte wegen Wasserknappheit auf Eis gelegt oder abgelehnt worden. So wie Wasser für die Energieerzeugung gebraucht wird, wird der SAM-Analyse zufolge auch Energie für die Wassergewinnung benötigt. Hierbei gebe es allerdings grosse Unterschiede: Die Wiederaufbereitung von Abwasser zum Beispiel sei nur halb so energieintensiv wie die Gewinnung von Trinkwasser durch Entsalzung. Auch das Pumpen von Wasser über weite Distanzen benötige viel Energie. Insgesamt würden in Kalifornien 19 Prozent des Stromverbrauchs dem Wassersektor zugeordnet. Eine effiziente Wassernutzung auf Verbraucherseite spare sowohl Energie als auch Wasser. "Unternehmen, die einen effizienten und energiesparenden Gebrauch von Wasser ermöglichen, erschliessen sich sprudelnde Gewinnquellen", urteilt SAM-Senior Analyst Daniel Wild. "In den Bereichen effiziente Bewässerung und weitergehende Behandlung von Abwasser zur Wiederverwendung sehen wir derzeit attraktive Anlagechancen." (ug)
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