Ampeln für Stromautos auf Grün

Drucken
E-Mail
Geschrieben von: Anna Birkenmeier, Luzern 27.01.10
Bookmark and Share
Stichworte:           

Die Schweiz will sich zum Pioniermarkt für innovative Mobilität entwickeln. Und gerade bei der Elektromobilität sieht man grosse Chancen. Beim „1. Schweizer Forum Elektromobilität“ fanden erstmals alle Akteure zusammen, für die der Verkehr in Zukunft elektrisch ist.

Luzern ist elektrisiert – für kurze Zeit. Auf dem „1. Schweizer Forum Elektromobilität“ plädieren Politik und Wirtschaft für eine Zukunft der Stromfahrzeuge. Stadträtin Ursula Stämmer formulierte das Motto: „Packen wir die Chance und fahren wir elektrisch.“ Bundesrat Moritz Leuenberger ist Schirmherr des Forums in erster Auflage. Er zeigte sich ähnlich motiviert, doch für ihn steht das gesellschaftliche Umdenken im Zentrum: „Alternativen Antrieben muss ein grosser Stellenwert beigemessen werden Heutige Elektromobile sind Fahrzeuge, welche übermorgen den Verkehr beherrschen."

Rund 300 Teilnehmer aus Forschung, Politik und Wirtschaft sind der Einladung der Mobilitätsakademie des Touring Clubs Schweiz (TCS) gefolgt. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) und der Organisation der schweizerischen Stromverbundunternehmen (swisselectric) haben die Mobilitätsexperten das Forum ins Leben gerufen.

Klimapolitik drängt zum Handeln

Elektromobilität ist eine Möglichkeit, sich von fossilen Treibstoffen zu lösen. Die Ressourcen neigen sich dem Ende zu, CO2-Emissionen müssen reduziert werden. Für Leuenberger ein schlagendes Argument: „Denn Klimapolitisch ist eine Reduktion des Schadstoffausstosses unerlässlich, wenn wir unsere CO2-Ziele erreichen wollen“. Der Personen-Wagenpark in der Schweiz umfasst vier Millionen Fahrzeuge. Und nach aktuellen Schätzungen wird der Personenverkehr bis 2030 um 26 Prozent, der Güterverkehr gar um 36 Prozent zunehmen. Der Strassenverkehr verursacht fast 40 Prozent der CO2-Emissionen in der Schweiz und vorläufig steigt sein Anteil. Niklaus Lundsgaard-Hansen, Zentralpräsident des TCS, sieht die Lösung eindeutig im Stromfahren: „Auch die Abhängigkeit von Erdölprodukten zwingt uns zum Handeln und wir engagieren uns deshalb für eine nachhaltige Elektromobilität.“ Höchste Zeit, dass ein Umdenken in diesem Bereich stattfinde.

Ampel steht auf Grün

Am ersten Schweizer Forum zur Elektromobilität überwiegen die Hoffnungszeichen. Mit der „Charta von Luzern“ wurde eine Absichtserklärung formuliert, um die Schweiz in den Pionierstand für Elektromobilität zu schlagen. Die Zeichen stünden gut, heisst es. Der TCS sieht die Schweiz immer noch als eine elektromobile Innovationsschmiede. Jörg Beckmann, Leiter der Mobilitätsakademie: „Den derzeitigen Wandel im internationalen Automobilsektor gilt es zu nutzen und eine treibende Kraft bei der Marktentwicklung des elektrifizierten, motorisierten Individualverkehrs zu werden." Hinter ihm steht auch das Bundesamt für Strassen (Astra). Direktor Rudolf Dieterle sieht in der Elektrifizierung des Individualverkehrs das Mobilitätsgrossprojekt künftiger Generationen: „Das Astra stellt sich schon heute der Verantwortung, ein zentraler Wegbereiter der Elektromobilität zu werden."

Wirtschaft investiert kräftig

Freilich sind dies alles Absichtserklärungen, doch die Akteure scheinen zumindest in eine Richtung zu schauen. So plädiert auch Branchenvertreter Hans E. Schweickardt, Präsident von swisselectric, lautstark für Elektromobilität. Er betont zudem die besondere Rolle der Schweiz in der Stromproduktion: „Der Schweizer Strom, der zu rund 55 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammt und quasi CO2-frei produziert wird, spielt bei der CO2-Reduktion eine wichtige Rolle. Swisselectric unterstützt daher die individuelle und kollektive Elektromobilität und möchte aktiv zur Erreichung der Klimaziele beitragen.“

Und auch die Automobilhersteller scheinen ihre Bestrebungen bei Elektromobilität nicht eingestellt zu haben, nachdem die Benzinpreise keine Rekordhöhen mehr erreichen. Beispielsweise Nissan investiere weiterhin gezielt und habe Null-Emission-Modelle im Auge, sagt Vizepräsident von Nissan International SA, Pierre Loing. Und Luzern selbst hat schon seit einigen Jahren eine eigene Innovationsschmiede zu bieten: Der Automobilhersteller Mindset tüftelt unweit des Vierwaldstättersees schon seit einiger Zeit über einem effizienten Elektroauto für gehobene Ansprüche.

 

Bild: Autokauf der Zukunft (Mobilitätsakademie)

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

 

Cleantech.ch

cleantech_ch

SCA_LOGO_RGB_marginal
mit swisscleantech ins neue Energiezeitalter

Meistgelesene Artikel

    Abonnieren Sie noch heute Ihren persönlichen Newsletter.
    Noch grössere Aktualität erhalten Sie mit unserem RSS-Feed.

    Kalender

    Der Veranstaltungskalender wird vorbereitet.

    {Zum Kalender}

    Magazin Cleantech Switzerland

    Magazin Cleantech Switzerland 2011-1

    Gründungssponsoren