US-Investoren haben den Umwelt- und Klimaschutz als nächstes grosses Thema entdeckt. Doch damit sie investieren, braucht es eine umweltfreundliche Gesetzgebung in den USA. Investoren wie George Soros ärgern sich, dass der US-Senat auf die Bremse tritt.
Rund 13 Billionen Dollar waren im Konferenzraum beim Investorengipfel über Klimarisiken in New York in der vergangenen Woche versammelt. Die Verantwortlichen für diese immense Summe an Kapital waren vom Netzwerk für Umweltinvestoren Ceres und den Vereinten Nationen eingeladen worden. Fazit des Treffens war die gemeinsame Forderung nach einer modernen und umfassenden Umweltgesetzgebung in den USA als Voraussetzung für das Entstehen eines stabilen Marktes für Umwelttechnologien. Soros will investieren „Wenn es die entsprechende Gesetzgebung in den Vereinigten Staaten gäbe, dann gäbe es auch einen Markt“, meinte Finanzier George Soros, der einen Hedgefonds mit 25 Milliarden Dollar kontrolliert. „Derzeit haben wir das nicht. Die USA sind ein Nachzügler“, sagte Soros mit Blick auf das bei der Konferenz diskutierte europäische System des Emissionshandels. Er sei bereit, eine Milliarde Dollar in saubere Technologien zu investieren, sagte Soros. Auch würde er 100 Millionen für Umweltgruppen bereitstellen, wenn ein Markt existieren würde, der das Geld nutzbringend verwenden würde. Das Ceres-Netzwerk umweltbewusster Investoren mit Sitz in Boston und die UN-Stiftung hatten am Donnerstag nach New York eingeladen. Auf der Konferenz wurde auch das magere Ergebnis des UN-Weltklimagipfels von Kopenhagen diskutiert, bei dem die Vertreter von 192 Nationen zwar das generelle Ziel akzeptiert hatten, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Konkrete Vorgaben, um das zu erreichen wurden allerdings nicht festgelegt. Neben dem Bedauern über die schleppende Behandlung des Umweltschutzgesetzes im amerikanischen Kongress forderten die Teilnehmer auch die politisch Verantwortlichen zu konkreteren Verabredungen über den Klimaschutz auf. Die von den Industrienationen zugesagten 30 Milliarden Dollar in den nächsten drei Jahren und 100 Milliarden bis 2020 für die Entwicklungsländer zur Finanzierung von Umweltmassnahmen stünden nur auf dem Papier hiess es. Die Weltgemeinschaft verfüge gar nicht über die Instrumente, einen solchen Fonds zu handhaben, wurde bemängelt. Die USA hätten die Chance, ein Modell zu entwickeln, dem andere Nationen folgen könnten. „Wir sind bereit und willens, den Einsatz zu erhöhen, um den Übergang zu einer Wirtschaft mit niedrigem Kohlenstoff-Einsatz zu finanzieren“, sagte Ceres-Präsidentin Mindy Lubber. An die Politiker gewandt fügte sie hinzu: „Aber Sie müssen den Mut zum Handeln aufbringen.“ Der US-Senat bremst Im US-Kongress tritt die Debatte über die Umweltschutzgesetze von Präsident Barack Obama einschliesslich der Einführung des Emissionshandels mit Abgasen im Senat auf der Stelle. Vom Handel mit Rechten zum Schadstoffaustoss erwartet man eine Verteuerung der Kohlenoxide abgebenden Industrien und eine Hinwendung der Wirtschaft zu sauberen Produktionsverfahren. Obama erwartet, dass die Kohlenoxidemissionen in den USA bis 2010 um 17 Prozent gesenkt werden können, gemessen am Niveau von 2005. Das Abgeordnetenhaus hat das Gesetz schon im Sommer 2009 beschlossen. Der Senat will sie erst im Laufe des Jahres behandeln. Manager von Investmentfonds wie die Chefin des California Public Employees Retirement Systems, Anne Stausboll, sagte Investitionen in „grüne“ Unternehmensgründungen zu, wenn die USA den Emissionshandel einführen. „Ohne eine Politik, die ein stabiles Investitions-Umfeld schafft, sind uns die Hände gebunden“, sagte sie. Alles geht zu langsam Der Sonderbeauftragte des US-Aussenministeriums für Klimawandel, Todd Stern, erklärte, die Verantwortlichen in China, Indien und Brasilien könnten Bewegung in die Sache bringen, wenn sie ihre konkreten Pläne zur Abgasreduzierung vorlegten. Dann würden die Kritiker in den USA unter Druck gesetzt, die der Meinung sind, dass die rasch wachsenden Schwellenländer die USA und Europa zu Festlegungen für ihre Wirtschaften bringen wollen, während die ärmeren Länder dann nichts tun müssten. „Wir haben eine Vereinbarung, die langsam über die Startbahn rumpelt. Wir müssen ihr mehr Geschwindigkeit geben, damit sie abheben kann“, sagte Stern. Am Besten sei es, die Vereinbarungen von Kopenhagen umzusetzen. Zur Konferenz in New York legte die Deutsche Bank einen Bericht vor, laut dem die auf Energiegewinnung durch Wind, Sonne und Geothermie spezialisierten Unternehmen im Jahre 2009 besser als die traditionellen Energie-Unternehmen abgeschnitten hätten. Die meisten dieser Unternehmen lägen ausserhalb der USA. „Bis der US-Kongress Klimaregelungen verabschiedet, wird Amerika einen Wettbewerbsnachteil bei der Entwicklung erneuerbarer Energien und anderer Umwelttechnologien haben“, erklärte der Direktor für globales Asset Management der Bank, Kevin Parker. Bild: European Development Days 2009 - 23 October - Financial agreement to fight climate change - Bilateral - George SOROS, Chairman, Open Society Institute © EC/CE
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