Unnötige Blockade

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Geschrieben von: Steffen Klatt, Kopenhagen 16.12.09
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Eigentlich kann man nur den Kopf schütteln. Alle Teilnehmer des UN-Klimagipfels sind sich einig, dass der Klimawandel begrenzt werden muss. Alle sind sich einig, dass dafür der Ausstoss von Kohlendioxid massiv begrenzt werden muss. Es besteht Einigkeit, dass die Industrieländer ihren Ausstoss am stärksten verringern und obendrein den Entwicklungsländern finanziell beim Klimaschutz unter die Arme greifen müssen. Alles das wäre vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen.

Und doch ist der Klimagipfel blockiert. Die Entwicklungsländer drohen kaum verholen, den Gipfel scheitern zu lassen – obwohl sie unter dem Klimawandel am meisten leiden. Die USA lassen einen Entwurf für eine Einigung fallen, den alle anderen akzeptieren können, nur weil sie nicht mit jeder einzelnen Passage des Textes zufrieden sind. Die dänische Verhandlungsleitung ist erst unter der künftigen EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard zu forsch. Dann wirkt die Leitung unter dem dänischen Ministerpräsidenten Lars Lökke Rasmussen unsicher und ratlos. Tausende Diplomaten treten geschäftig auf der Stelle, während immer mehr Staats- und Regierungschefs eintreffen.

Diese Blockade ist überflüssig. Denn in der Sache sind sich die Lager nahe: Klimaschutz ist machbar und er ist bezahlbar. Unter der einen Voraussetzung, dass Kopenhagen nicht scheitert.

Die Blockade geht auf ein einziges Wort zurück: Kyoto. Das in der japanischen Kaiserstadt vereinbarte Klimaprotokoll ist für die USA ein rotes Tuch. Kyoto steht aus ihrer Sicht für einseitige Klimaschutzmassnahmen, welche die eigene Wettbewerbsfähigkeit schwächen. Das sollten sie mal europäischen Unternehmen erklären, die sehr wohl mit Kyoto leben können.

Barack Obama ist vor  13 Monaten zum US-Präsidenten gewählt worden, weil er „change“ versprochen hat, Wandel. Vor einer Woche nahm er dafür den Friedensnobelpreis entgegen – obwohl er den Krieg in Irak nicht beendet, den in Afghanistan ausgeweitet und Guantanamo nicht geschlossen hat. Nun muss er beweisen, dass er mit „change“ nicht doch Kleingeld gemeint hat, die andere Bedeutung des Wortes. Wenn er wieder nur schöne Worte liefert, sollte er zuhause bleiben.
Steffen Klatt, Kopenhagen

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