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Erneuerbare Energien gewinnen

Geschrieben von: Eckhard Plinke, Bank Sarasin 11.12.09
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Vom 7. bis 18. Dezember 2009 findet in Kopenhagen die 15. Konferenz der Rahmenvereinbarung der Vereinten Nationen zur Eindämmung des Klimawandels (UNFCCC) statt. Je nachdem, ob es bei allgemeinen Absichtserklärungen bleibt oder zu konkreten Vereinbarungen kommt, wird dies unterschiedliche Auswirkungen auf die globale Klimapolitik haben und die Aktienmärkte unterschiedlich beeinflussen.

Doch auch wenn – wie von vielen erwartet – Kopenhagen nicht der grosse Wurf wird: Der in der Energiewirtschaft begonnene Umgestaltungsprozess wird nicht mehr gestoppt werden. Der erneuerbare Energiesektor profitiert und bleibt langfristig attraktiv.

In Kopenhagen soll ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls von 1997 vereinbart werden. Die Industrieländer und – mit ihrer finanziellen Unterstützung – auch die Schwellenländer sollen sich neben langfristigen (2050) auf mittelfristige Reduktionsziele (2020) verpflichten. Der Ausgang der Verhandlungen ist ungewiss, von Euphorie ist wenig spürbar. Dennoch wächst der Handlungsdruck auf die einzelnen Nationen weiter. Denn angesichts der schwindenden Öl- und Gasressourcen ist eine Umgestaltung des Energiesystems nötig, die in die gleiche Richtung läuft, wie es die Lösung der Klimafrage erfordert.

Was versteht Sarasin unter Nachhaltigkeit?

Unter nachhaltigem Wirtschaften versteht die Bank Sarasin die Herstellung von Gütern und Dienstleistungen mit breiter gesellschaftlicher Akzeptanz unter Verwendung von möglichst konfliktarmen Produktionsmethoden.

Kopenhagen: Zwei Szenarien für Klimapolitik und Anleger

Je nachdem, welche Resultate in Kopenhagen erzielt werden, sind für die Bank Sarasin & Cie AG zwei Szenarien denkbar:

Das pessimistisches Szenario geht davon aus, dass sich die Konferenzteilnehmer nur auf allgemeine Absichtserklärungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen (THG) bis ins Jahr 2050 einigen können und keine mittelfristigen Ziele für das Jahr 2020 festlegen. Grosse THG-Emittenten wie die USA und China werden ihre Bemühungen zwar fortsetzen, aber nicht beschleunigen. Klimapolitisch würde sich damit der Status quo festigen. Die USA und die Schwellenländer würden den Anstrengungen anderer Länder weiter hinterherhinken. Langfristig wird dennoch eine Bewegung weg von kohlenstoffintensiven Energiequellen stattfinden müssen. Für dieses Szenario ist kurzfristig keine starke Reaktion an den Aktienmärkten zu erwarten.

Dem optimistischen Szenario liegt die Annahme zugrunde, dass es zu bindenden mittelfristigen Reduktionszielen für das Jahr 2020 kommt, an welchen auch die USA beteiligt sind, und eine Finanzierungslösung für Massnahmen in den Schwellenländern gefunden wird. Dies könnte aufgrund des eher unerwarteten Verhandlungsausgangs kurzfristig eine „Kopenhagen-Rally“ auslösen. Internationale Förderprogramme werden die Nachfrage nach erneuerbaren Energielösungen deutlich steigern. Titel aus diesem Sektor können in der Folge zulegen, während energieintensive Branchen wie beispielsweise Stromversorger mit hohem Anteil an Kohlekraftwerken mittelfristig unter Druck geraten.

 

Umgestaltungsprozess läuft auf nationaler Ebene

Förderprogramme, die auf nationaler Ebene bereits in zahlreichen Ländern beschlossen worden sind, haben den Wirtschaftssektor der erneuerbaren Energien sowie energiesparender Technologien bereits bis heute markant gestärkt. So ist etwa die Solarindustrie dank gesteigerter Nachfrage durch staatliche Förderbeiträge zu globaler Bedeutung aufgestiegen und wird gemäss jüngsten Prognosen der Bank Sarasin voraussichtlich schnell weiter zulegen. Eine internationale Einigung auf verbindliche Klimaziele könnte diese Entwicklung schon kurzfristig beschleunigen und Titeln nachhaltiger und dadurch zukunftsträchtiger Unternehmen Rückenwind geben. Umgekehrt wären Unternehmen, die weiterhin stark auf „schmutzige“ Energien – beispielsweise Kohle – setzen, auf der Verliererseite.

Auch ohne Einigung: Nachhaltigkeit lohnt sich

Falls der diesjährige Klimagipfel keine international verbindlichen Abkommen mit sich bringt, bleiben die Anstrengungen zur Reduktion der THG-Emissionen Sache der einzelnen Staaten und die Auswirkungen auf die weltweiten Aktienmärkte sind kurzfristig vermutlich gering. Dennoch lohnt es sich langfristig, in nachhaltig operierende Unternehmen zu investieren, da selbst ohne internationale Verträge die Bemühungen weiter vorangetrieben werden müssen. Prädestiniert sind hierbei Zulieferer und Entwickler erneuerbarer und effizienzsteigernder Energietechnologien. Dies gilt insbesondere auch für Europa, das weiterhin führend bei Klimaschutzzielen bleiben wird. Demgegenüber bestehen für die Stromversorgungsbranche als weltweit grösster Verursacher von Treibhausgasemissionen eher Risiken. Es ist deshalb angezeigt, einen Blick auf jene Unternehmen zu werfen, die bereits heute einen geringen CO2-Ausstoss verzeichnen, zum Beispiel solche mit einem hohen Anteil an Wasserkraft. Ein Unternehmen aus der Sparte Energieversorger, das den strengen nachhaltigen Kriterien der Bank Sarasin entspricht, ist das österreichische Elektrizitätsunternehmen Verbund. Aber auch Erdgasförderer können profitieren, da Erdgas unter den fossilen Energieträgern die geringsten THG-Emissionen aufweist und sich daher als Übergangslösung bis zum Erreichen einer kohlenstofffreien „Energiewende“ eignet. Von den verschiedenen europäischen und nordamerikanischen Gasproduzenten, die von einer intensiveren Nachfrage profitieren, erfüllen etwa BG Group, Statoil, Southwestern Energy und Encana die Kriterien, die Sarasin für nachhaltige Investments aufgestellt hat.

Die Broschüre zum Investment-Thema „Nach Kopenhagen: Rücken- oder Gegenwind für das Klima?“ ist Download-Bereich rechts verfügbar.

 

 

Weitere Informationen:

Bank Sarasin & Cie AG
Eckhard Plinke, Sustainable Investments
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