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Bio flächendeckend

Geschrieben von: Gerald Wehde,
Bioland 29.10.09
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Sechs Wochen vor Beginn der Weltklimakonferenz in Kopenhagen gerät auch die Landwirtschaft verstärkt ins Visier, ihren Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen zu leisten. Denn Deutschland muss bis 2050 die Emissionen um mindestens 80 Prozent senken. Der Biolandbau könnte dabei eine zentrale Rolle als Problemlöser einnehmen. Wissenschaftliche Studien bestätigen dem Biolandbau eine bessere Klimabilanz als der konventionellen Landwirtschaft. Dies ist eine Kernbotschaft des am 27. Oktober von Bioland veröffentlichten Hintergrundpapiers „Klimaschutz und Biolandbau in Deutschland“.



„Flächendeckender Biolandbau ist in Deutschland möglich und aus Sicht des Klimaschutzes auch dringend notwendig“, so Thomas Dosch, Präsident von Bioland. Das Hintergrundpapier zeigt Wege auf, wie eine Gesamtumstellung der Landwirtschaft auf Biolandbau in Deutschland möglich ist und entkräftet den verbreiteten Vorwurf, der Biolandbau verbrauche zu viel Fläche. So würde eine Reduzierung des Fleischkonsum gemäss den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung das Klima stark entlasten und 4,2 Millionen Hektar Nutzfläche für den Biolandbau mobilisieren. Die konkrete Empfehlung an klimabewusste Verbraucher lautet daher: „Weniger Fleisch und dafür Bio“. Zusätzlich gut für das Klima wäre es, die Menge der weggeworfenen Lebensmittel drastisch zu reduzieren. In Deutschland landen mehr als 20 Prozenr der geniessbaren Lebensmittel im Müll. Diese Verluste sind nicht nur ethisch bedenklich, sie stellen auch eine Verschwendung von Energie und Fläche dar. Durch Halbieren der Wegwerfrate von Lebensmitteln könnten 1,7 Millionen Hektar auf Biolandbau umgestellt werden. 


 

Neben einem veränderten Konsumverhalten müssen auch in der Agrarpolitik andere Weichenstellungen vorgenommen werden. „Die für den Klimaschutz kontraproduktive Förderung bestehender Agroenergieverfahren muss beendet werden. In Zukunft muss die Priorität ‚Teller statt Tank’ gelten“, so Dosch. Durch einen entsprechenden Ausstieg könnten 1,7 Millionen Hektar für den ökologischen und klimaschonenden Anbau von Lebensmitteln mobilisiert werden. Eine weitere Forderung an die Politik ist die Beendigung der offensiven Exportstrategie Deutschlands bei Fleisch und Milchprodukten. Allein eine ausgeglichene Exportbilanz könnte 900.000 Hektar für eine ökologische Landnutzung mobilisieren.



Die Agrarpolitik verfügt bereits heute über effiziente Steuerungsinstrumente, den Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz wesentlich zu erhöhen. Sei es über eine zielgerichtete Verteilung der jährlich fast 7 MIllarden Euro europäischer Agrarzahlungen an deutsche Landwirte oder neue Lenkungsinstrumente wie die Einführung einer Abgabe auf mineralische Stickstoffdünger. Auch die Verteuerung von konventionell erzeugtem Fleisch über einen höheren Mehrwertsteuersatz bei gleichzeitiger Befreiung der Biolebensmittel von der Mehrwertsteuer wäre möglich. 

In dem von Bioland herausgegebenen Hintergrundpapier „Klimaschutz und Biolandbau in Deutschland“ sind auch wichtige Forschungsergebnisse zur Emission klimarelevanter Gase aus der Landwirtschaft und zu den Leistungen des Biolandbaus übersichtlich dargestellt. 

Das Hintergrundpapier sowie eine Kurzfassung sind unter auf der Interseite von Bioland abrufbar. 


Weitere Informationen:




Bioland e.V.
Gerald Wehde, Agrarpolitik und Presse


Telefon: +41 (0) 6131/23979-20

 

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