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ETH-Immobilien nachhaltig

Geschrieben von: Maria Mohl/Markus Bernhard, ETH-Rat 23.10.09
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Mit innovativen Ansätzen setzt der ETH-Bereich die Ziele des Bundes für eine nachhaltige Entwicklung in zahlreichen Bauprojekten um. Dies zeigt die Publikation «Fokus Immobilien 2009» des ETH-Rats. Die zwei ETH und vier Forschungsanstalten haben zudem die notwendigen organisatorischen Massnahmen getroffen und Instrumente entwickelt, um den umfangreichen Immobilienbestand auf eine nachhaltige Entwicklung auszurichten.

Die zwei Hochschulen (ETH Zürich und EPFL) und vier Forschungsanstalten (PSI, WSL, Empa und Eawag) des ETH-Bereichs leben die Ziele des Bundes für eine nachhaltige Entwicklung konkret. So heterogen die einzelnen Immobilien punkto Alter, Ausprägung und Nutzung sind (Neuwert von total rund 6,4 Mia. CHF), so vielfältig sind die laufenden und geplanten Projekte und Initiativen, um Energienutzung und CO2-Austoss zu minimieren. Dies zeigt die Abklärung, die der ETH-Rat (Stabsbereich Immobilien) bei den Verantwortlichen des Immobilienmanagements und den Umweltbeauftragten der Institutionen des ETH-Bereichs durchgeführt hat. Die neue Publikation «Fokus Immobilien 2009» ordnet Erkenntnisse und beispielhafte Projekte nach den Zielen des Aktionsplans 2008-2011 «Strategie Nachhaltige Entwicklung» des Bundes und dessen fünf Zielsetzungen im Gebiet «Nachhaltiges Bauen» ein. Sie zeigt, wie neuste Erkenntnisse einfliessen, und organisatorische Massnahmen greifen. «Die gezielte Vernetzung und Zusammenarbeit der Institutionen trägt dazu bei, die Immobilien des ETH-Bereichs nachhaltig zu bewirtschaften und den Ressourcenverbrauch kontinuierlich zu senken», subsumiert Fritz Schiesser, Präsident des ETH-Rats.

Forschungserkenntnisse und Synergien nutzen

Zur Reduktion der Energienutzung und der CO2-Emissionen bestehen verschiedene Initiativen und Massnahmen. Die Zusammenarbeit von Forschung und Betrieb gehört an allen sechs Institutionen des ETH-Bereichs zum Alltag und reicht vom Praxistest selbstentwickelter Anlagen und Materialien bis zur Nutzung spezifischer Gebäude oder Freiflächen für Forschungsprojekte. An der ETH Zürich soll der CO2-Ausstoss insgesamt bis 2020 gegenüber 1990 um 15 Prozent gesenkt werden, im Modell-campus «Science City» (Hönggerberg) dank einem Erdspeichersystem sogar um 50 Prozent. Auf dem Campus der EPFL in Lausanne baut Romande Energie in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule einen der mit 20.000 Quadratmeter grössten Solarenergieparks der Schweiz. Die Eawag wertet zusammen mit der Empa die Erfahrungen mit dem nachhaltig gebauten «Forum Chriesbach» systematisch aus. Die einzelnen Institutionen optimieren ihre zentralen Wärme- und Kälteversorgungen mittels Energieverbünden, was zu bedeutenden Einsparungen führt.

Konsequenter Ausweis von Kennzahlen und positive Trends

Vorgaben des Bundes für die nachhaltige Immobilienbewirtschaftung

Gestützt auf die Bundesverfassung (Artikel 2 und 73) und die entsprechenden Referenzdokumente der Vereinten Nationen und der OECD erläutert der Bundesrat sein Verständnis von nachhaltiger Entwicklung in fünf «Leitlinien». Aus den zwei ersten lassen sich Massnahmen für den Bereich des nachhaltigen Bauens ableiten. Im Aktionsplan 2008 bis 2011 zur «Strategie nachhaltige Entwicklung» formuliert der Bundesrat die Massnahme «4.2. Nachhaltiges Bauen» mit fünf Teilmassnahmen:
1. Nachhaltige Immobilienstrategie des Bundes
2. Einfluss öffentlicher Bauherren als Beschaffer
3. Einfluss des Bundes auf baurelevante Programme
4. Einfluss auf Vorschriften, Normen und Standards im Baubereich
5. Stärkung des Netzwerkes nachhaltiges Bauen in der Schweiz.
Zur Konkretisierung der Energiepolitik des Bundes hat das UVEK die Aktionspläne «Energieeffizienz» und «Erneuerbare Energien» erarbeitet. Bereits 1999 initialisierte der Bund das Programm zur Einführung eines systematischen «Ressourcen- und Umweltmanagements der Bundesverwaltung» (RUMBA).

Als Folge des Bundesprogramms RUMBA wird der Verbrauch von Wärme, Strom, Trinkwasser und Papier im ETH-Bereich konsequent erhoben und in Bezug zu den vollzeitäquivalenten Stellen (FTE) und zu den Energiebezugsflächen (EBF) gesetzt. Die Messungen zeigen eine positive Entwicklung in den letzten fünf Jahren: So konnte der jährliche Wärmeverbrauch pro Quadratmeter Energiebezugsfläche im ETH-Bereich durchschnittlich um rund 20 Prozent reduziert werden. Den stärksten Rückgang des Wärmeverbrauchs pro Quadratmeter weist die Eawag aus (-52 Prozent), gefolgt vom PSI (-36 Prozent). Elektrisch betriebene Wärmepumpen gewinnen heute gegenüber 2003 mehr als das Doppelte an Wärme aus der Umgebung gewinnen und decken damit rund 40 Prozent des Wärmebedarfs.

 

Weitere Informationen:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst. , Leiter Kommunikation ETH-Rat,
Häldeliweg 15, CH-8092 Zürich,
Telefon: +41 44 632 23 67
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst. , Leiterin ETH-Rat
Telefon: +41 44 632 75 70

Bild: Fotomontage des EPFL-Gebäudes, gespickt mit Solardächern (ETH-Rat)

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