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Not macht erfinderisch

Geschrieben von: Peter Lüthi, Biovision 22.10.09
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Mit Fischen gegen Malariamücken: Die Barsche im Teich der «Siatok Selbsthilfe- Gruppe» fressen die Larven der Malariamücken im Wasser und verbessern gleichzeitig die Ernährung der Bevölkerung. Dank der Aufklärung des «Stopp Malaria»-Projektes von Biovision lernten die Witwen von Oboch in Kenia, sich und ihre Kinder gegen die Malaria zu schützen.

Die Witwen der Siatok Widows and Orphans Group in Oboch (Kenia) tragen ein schweres Los. Verlassen von ihren Ehemännern müssen sie um die Existenz ihrer Familien kämpfen. Abgesehen vom Schmerz, welcher der Verlust ihrer Gatten verursacht, fehlte ihnen und ihren Kindern von einem Tag auf den andern jegliches Einkommen. «In Kenia sind die Frauen sehr von ihren Männern abhängig, weil diese in der Regel das Bargeld verdienen», erklärt Consolata Muga, Initiantin der Selbsthilfegruppe. «Wir wollten nicht hungern», erinnert sie sich. Darum schloss sich die tatkräftige Frau 2002 mit 21 Leidensgenossinnen zur Siatok Witwen- und Waisengruppe zusammen. Gemeinsam bieten sie ihrem harten Schicksal die Stirn und verwirklichten eine ganze Palette ihrer Ideen. Heute verdient jede der Frauen mit verschiedenen Tätigkeiten rund 400 Shilling pro Woche (ca. 6 Franken). Dank der Aufklärung des «Stopp Malaria»-Projektes lernten sie nun, sich und ihre Kinder gegen die Malaria zu schützen.

Zwei Fliegen auf einen Streich

Ein wichtiges Anliegen der Siatok-Selbsthilfegruppe ist der Kampf gegen grassierende Krankheiten wie Aids oder Malaria. Von der Malaria waren sie direkt betroffen, weil in dieser Gegend überall Lehmziegel hergestellt werden. In ihren Wassertümpeln züchteten die Ziegelhersteller unwissentlich abertausende von Malaria-Mücken. Als 2004 das «Stopp Malaria»Projekt von Biovision die Leute über die fatalen Zusammenhänge zwischen der Krankheit und dem Ziegelgeschäft aufklärte, beteiligen sie sich an der Malariaprävention. Sie ebneten die Tümpel ein, liessen die grossen Gewässer mit dem umweltfreundlichen Larvizid Bti behandeln und spannten Moskitonetze über ihre Betten.

 

Ausbildung und Beratung vor Ort

Durch das Biovision-Projekt erfuhren sie nicht nur, wie sie sich und ihre Kinder vor der Malaria schützen können, sondern auch, dass grosse Wassertümpel ideal für Fischzucht wären. Tilapia, ein beliebter Speisefisch, ernährt sich vorzugsweise von Insektenlarven und trägt damit zur biologischen Kontrolle von Malariamücken bei.

Frauen, die sich zu helfen wissen

«Gib einem Menschen einen Fisch, und er hat einen Tag zu essen. Gib einem Menschen viele Fische, und er hat viele Tage zu essen. Lehre ihn fischen, und er wird nie hungern.» Dieses Sprichwort nahmen die Witwen aus Oboch in Kenia wörtlich und machten aus ihrer Not eine Tugend. Sie erkannten, dass die Zucht von Tilapia Einkommen versprach, weil die Fischmärkte des Viktoriasees weit weg, Fische aber eine beliebte Speise in ihrer Region sind. Die Frauen legten ihre Ersparnisse zusammen und verwandelten einen Tümpel in einen Fischteich. Sie starteten mit 900 Jungfischen. Die gefrässigen Fingerlinge hielten die Moskitolarven in Schach und gediehen dabei prächtig. Monate später, im November 2007, stiegen die Frauen mit Netzen und Tüchern ins Wasser und zogen hunderte Fische aus ihrem Teich, die sie für gut 30 Shilling (ca. 50 Rappen) pro Stück verkauften oder mit ihren Kindern selber genossen.

Ganzheitlicher Ansatz von Biovision

Malaria ist der grösste Killer unter den Tropenkrankheiten. Alle 30 Sekunden stirbt ein Kind in Afrika an dieser Krankheit. Die gefährlichen Krankheitserreger werden von Mücken übertragen. Doch Malaria kann gestoppt werden! Die Schweizer Stiftung Biovision bekämpft das Übel an der Wurzel. Erfolgreich, nachhaltig und ohne Gift!
Der Schlüssel zur Nachhaltigkeit ist der Einbezug der betroffenen Bevölkerung. Die «Stopp-Malaria»Projekte klären über Vorbeugungsmassnahmen auf  - Mücken und Brutstätten werden kontrolliert und die Verwendung von Bettnetzen gefördert. Biovision-Projekte dienen zudem als Schulungsorte für nachhaltige Mückenkontrolle.

Weitere Informationen:


BioVision | Stiftung für ökologische Entwicklung
Peter Lüthi , Kommunikation und Kampagnen
Tel +41 44 341 97 18
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.

Bild: Mit Fischen gegen Malariamücken: Die Witwe Consolata Muga präsentiert den Fang des Tages: Die Barsche im Teich der «Siatok Selbsthilfe- Gruppe» fressen die Larven der Malariamücken im Wasser und verbessern gleichzeitig die Ernährung er Bevölkerung. (Biovision)

 

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