Abu Dhabi - Das Masdar Institut wird die Herstellung von Flugbenzin aus Algen und Mangroven untersuchen. Einen entsprechenden Auftrag hat es vom Flugzeugbauer Boeing und dem Treibstoffhersteller Honeywell UOP erhalten. Erste Ergebnisse sollen bis Ende 2010 vorliegen. Das Flugbenzin Kerosin kommt zu einem guten Teil vom Golf, hergestellt aus Öl. Auch künftig soll es vom Golf kommen, aber hergestellt aus Algen und Mangroven. Der US-Flugzeugbauer Boeing und der US-Treibstoffhersteller Honeywell UOP, die beide zum Konsortium der Nutzer von nachhaltigem Flugbenzin gehören, haben dem Masdar Institute of Science and Technology einen entsprechenden Forschungsauftrag erteilt. Negative Auswirkungen identifzierenDie Universität der Ökostadt Masdar soll untersuchen, ob aus diesen beiden Pflanzen Flugbenzin in kommerziellem Umfang hergestellt werden kann. Masdar wird dabei auch den Kohlendioxidausstoss während des gesamten Produktionsprozesses untersuchen. Dabei werden auch die Praktiken der Aquakultur, die Landnutzung und der Energiebedarf untersucht. Die Studie soll auch negative ökologische und soziale Auswirkungen des Anbaus von Biotreibstoffen an den Küsten identifizieren. Mit dem Auftrag kann das Masdar Institut seine Erforschung erneuerbarer Energien, die am Golf genutzt werden können, nochmals ausweiten. „Masdar City wird Zugang zu einer umfangreichen Produktion von lokalen nachwachsenden Rohstoffen haben und damit seine Abhängigkeit von kohlendioxidintensiven Importen verringern“, sagt Sgouris Sgouridis vom Masdar Institut. „Die Vereinigten Arabischen Emirate insgesamt werden Zugang zu einer wichtigen Quelle von Biotreibstoffen erhalten, die ihnen beim Übergang zu einer weniger ölabhängigen Wirtschaft hilft.“ Biomasse aus Wüste und MeerDie Luftfahrindustrie ihrerseits setzt ihre Hoffnungen auf Biotreibstoffe als eine kohlendioxidarme Alternative zu Flugbenzin. Allerdings sind die Hersteller von Treibstoffen von Acker inzwischen in die Defensive geraten. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, dass Agrotreibstoffe Nahrungsmittel verdrängten und wertvolles Trinkwasser verbrauchten. Salzwasseralgen und Salzwasserpflanzen könnten eine Antwort auf solche Bedenken bieten. „Salzpflanzen können sehr produktive Quellen von Energie aus Biomasse sein“, schreiben Boeing und Honeywell UOP in einer gemeinsamen Erklärung. „Sie wachsen in Wüstengebieten und können mit Meerwasser bewässert werden. Abu Dhabi ist ein möglicher Ort, um eine solche Studie durchzuführen.“ Dem Festland des Emirats sind zahlreiche Inseln vorgelagert, deren Küsten von Mangroven gesäumt werden. Erste Testergebnisse legen nahe, dass Algen und Mangroven hier eine gute Ernte pro genutzter Fläche bieten. Erste Testflüge geflogenFür Boeing ist der Forschungsauftrag an das Masdar Institut Teil einer grösseren Strategie. „Boeing und die wissenschaftliche Gemeinschaft schauen sich jede einzelne Quelle von Biotreibstoffen an, die uns helfen kann, den Kohlendioxidausstoss zu verringern“, sagt Billy Glover, Direktor für Umweltstrategie bei Boeing. „Durch die Zusammenarbeit mit dem Masdar Institut wollen wir herausfinden, ob bestimmte Arten von Halophyten unsere Anforderungen an die Verringerung des Kohlendioxidausstosses und unsere sozioökonomischen Kriterien erfüllen. Erst dann würden sie Teil des Portfolios an nachhaltigen Treibstofflösungen für die Luftfahrt werden.“ Mehrere Fluggesellschaften, darunter Air New Zealand, Virgin Atlantic und Continental, haben bereits Testflüge durchgeführt, bei denen ein Treibwerk mit Biotreibstoffen und ein anderes mit herkömmlichem Flugbenzin betrieben worden sind. Das Masdar Institut wurde in Partnerschaft mit dem Massachusetts Institute of Technology gegründet. Seine ersten Studenten haben im September ihr Studium begonnen. Die Universität bildet eines der Kernstücke Masdars. Die Ökostadt will zu einem Zentrum der erneuerbaren Energien in der Welt werden. Bild: Hara-Mangrovenwälder im Süden des Iran. Sie finden sich vor allem in der Nähe von und auf der Insel Qeshm im Persischen Golf, gegenüber der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate (Fariborz/www.commons.wikimedia.org).
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