Bedrohte Gletscher

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Geschrieben von: Serena Rauzi, CIPRA International 20.10.09
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An der Tagung „Schmelzende Gletscher am Hausberg – was nun?“ vom 24. und 25. September 2009 in Crans-Montana, Schweiz diskutierten 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmeraus mehreren Alpenländern über die Herausforderung der schmelzenden alpinen Gletscher. Die Referate und Beispiele veranschaulichten, welche Probleme für Gletschergemeinden und Bergnutzende durch das Gletscherschmelzen entstehen können und wie diesen entgegengetreten werden kann. Die Alpenschutzkommission CIPRA richtete die Tagung im Rahmen ihres cc.alps-Projektes in Zusammenarbeit mit der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz aus.

Gletscher sind einzigartige natürliche Klimaindikatoren: Sie veranschaulichen auf eindrucksvolle Weise, wie stark sich das Klima in den letzten Jahrhunderten verändert hat. Die Schönheit der Gletscher ist zudem ein Symbol für die Alpen, mit dem Tausende von Tourismusveranstaltern rund um die Welt werben. Und Gletscher sind eine unersetzbare Wasserreserve für ganz Europa. Millionen von Menschen in Europa sind in trockenen Zeiten vom Wasser der Gletscher abhängig, wie Professor Wilfried Haeberli von der Universität Zürich anlässlich der Tagung „Schmelzende Gletscher am Hausberg – was nun?“ vom 24. bis 25. September in Crans Montana/CH, sagte. Die CIPRA führte die internationale Tagung im Rahmen ihres Projektes cc.alps zusammen mit der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz durch. 

 

„Der Mangel an Wasserressourcen während längerer Trockenperioden kann in Zukunft Wirtschaft und Lebensbedingungen ernsthaft beeinträchtigen“, betonte der Glaziologe weiter. Es müsse sofort etwas geschehen, um sie zu retten. Gemeinden müssen schnell handeln, um den Tourismus klimafreundlich zu gestalten. Im Naturgefahren- und Wasserbereich hängt aber vieles von den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Alpenländern ab.

Wer wird die Gletscher schon vermissen?

Klima-Tourismus-Experte Bruno Abegg warf die provokative Frage auf, warum denn die Gletscher unbedingt für die Bedürfnisse der Touristen gerettet werden sollten. In 50 bis 100 Jahren würden Menschen leben, die womöglich noch nie Gletscher gesehen hätten und diese deswegen auch nicht vermissen würden. „Sie haben andere Bedürfnisse, besonders aus touristischer Sicht“, sagte der Leiter des ExpertInnenteams von cc.alps. Dass die Gletscher nicht allein aus touristischen Interessen erhalten werden müssen, das wurde an der Tagung besonders deutlich. Der alpine Wasserhaushalt ist ein komplexes System. Viele Menschen sind betroffen, wenn die Wasserressourcen der meisten Gletscher in wenigen Jahren für immer verschwinden. Für die Politik und insbesondere die Gemeinden ist ein nachhaltiger Umgang mit dem Klimawandel eine grosse Herausforderung.

Gemeinden brauchen Vordenker

Gletschergemeinden haben dabei eine besondere Stellung. Die französische Gletschergemeinde Chamonix geht mit gutem Beispiel voran. Sie hat mit ihrem Klimaplan den Weg aufgezeigt hin zu einer neuen Art von Tourismus. Nicht nur das Szenario einer Zukunft ohne Gletscher wird skizziert, sondern es werden auch konkrete Massnahmen für Energieeffizienz und sanfte Mobilität umgesetzt. „Wir brauchen Experten und Wissenschaftler, die uns Politikern zeigen können, welches gute und nachhaltige Massnahmen sind und welche nicht“, betonte der Vizebürgermeister von Chamonix, Jöel Didillon.
Im Anschluss an die Referate vertieften die TeilnehmerInnen in kleinen Arbeitsgruppen diese Themen. Exkursionen zum Gletscher der „Plaine Morte“ und zu den Suonen ermöglichten ihnen des Weiteren, die Probleme der Wasserversorgung und der schrumpfenden Gletscher mit eigenen Augen vor Ort zu erfassen. Weitere Informationen und Präsentationen der Tagungsvorträge sind online abrufbar unter.


 
Weiter Informationen:


CIPRA
Serena Rauzi, Projektmitarbeiterin
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Tel: +423 237 53 03

 

Bild: Fontseite: Exkursion der Teilnehmer zum Plaine-Morte-Gletscher. Textseite: Der Plaine-Morte-Gletscher. (beide: CIPRA)