Erneut Erneuerbare vorne

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Geschrieben von: Redaktion 09.10.09
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Köln - Energie aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie kann bis zum Jahr 2050 über die Hälfte des deutschen Energiebedarfs abdecken. Deutschland kann seinen Ausstoss an Treibhausgasen auf etwa ein Fünftel der Emissionen von 1990 reduzieren, vorausgesetzt die Erneuerbaren Energien werden weiter ausgebaut und die gewonnene Energie wird effizienter genutzt. Zu diesem Ergebnis kommt das „Leitszenario 2009“, das das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen mit dem Ingenieurbüro für neue Energien (IfnE) für das deutsche Umweltministerium erstellt hat.

„Innerhalb weniger Jahre sind Erneuerbare Energien ein bedeutendes Standbein der Energiebereitstellung in Deutschland geworden“, heisst es in einer DLR-Medienmitteilung vom Donnerstag. „Ihr Anteil betrug 2008 bereits rund 15 Prozent des Bruttostromverbrauchs und 9,5 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs.“ Wie das bereits im vergangenen Jahr erstellte „Leitszenario 2008“ zeige die aktuelle Untersuchung, dass das ambitionierte Ziel erreichbar sei, die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2050 auf etwa 20 Prozent der Emissionen von 1990 zu senken.

Im Jahr 2020 - so das Szenario - kann der Beitrag der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bereits bei 35 Prozent und ihr Anteil am Endenergieverbrauch bei etwa 20 Prozent liegen. Damit können in Deutschland auch die Ausbauziele, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie in der aktuellen Richtlinie der EU festgelegt sind, erreicht werden. Bis 2050 könne der Beitrag der Erneuerbaren Energien die 50 Prozent-Marke deutlich übersteigen. Der Stromsektor wäre dem Szenario zufolge zu diesem Zeitpunkt mit einem Anteil der Erneuerbaren Energien von 84 Prozent bereits nahezu klimaneutral. Zur Wärmeversorgung trügen Erneuerbaren Energien dann 50 Prozent und zur Kraftstoffversorgung 30 Prozent bei.

Weitere Schwerpunkte einer effektiven Treibhausgas-Minderung bilden in der Studie ein deutlicher Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und eine wesentliche Steigerung der Energieeffizienz in allen Nutzungsbereichen. Unter diesen Voraussetzungen kann der Primärenergieverbrauch Deutschlands bis 2020 auf 83 Prozent und bis 2050 auf 58 Prozent des heutigen Wertes sinken. Der Stromverbrauch würde bis 2020 um zehn Prozent sinken. Erneuerbare Energien können demnach zu jeder Zeit die schrittweise Reduzierung von Strom aus Kernkraftwerken kompensieren, zum Teil sogar deutlich überkompensieren.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht sich durch diese und andere aktuelle Studien in der Auffassung bestätigt, dass der unter der neuen schwarzgelben Bundesregierung wahrscheinliche Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke (AKWs) über den von der ehemaligen rotgrünen Koalition vereinbarten Zeitpunkt hinaus nicht notwendig ist. Die Gutachten entlarvten „das Gerede von der drohenden Stromlücke endgültig als interessengeleitete Stromlüge der Atomkonzerne“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Die der Atomenergie von Politikern aus Union und FDP zugeschriebene „Brückenfunktion“ sei durch das 2002 im Deutschen Bundestag verabschiedete Atomausstiegsgesetz abschliessend geregelt: „Die Atombrücke in Deutschland endet Anfang der 2020er Jahre – alles, was danach kommen soll, sind Geschenke willfähriger Politiker an die marktbeherrschenden Energiekonzerne im Lande“, sagte Baake. (ug)