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Wasser statt Öl

Geschrieben von: Paul Stubenruss, Starfort 09.10.09
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Starfort, ein Unternehmen aus Südtirol, will für den Maschinenbau den Top-Runner-Ansatz salonfähig machen  und schickt sich an, durch Klarwasserhydraulik die Ölhydraulik zu verdrängen. Es soll Wasser statt Öl in den „Adern“ von Maschinen fliessen.Die Technik, die noch mit Öl fährt, nennt sich Ölhydraulik. Sie kommt in unzähligen Maschinen zum Einsatz, dazu einige Beispiele: Wenn sie auf das Bremspedal drücken, wenn der Schlepper seien Pflug hebt, wenn Bleche in Form gepresst werden, immer erfolgt dies durch Beaufschlagung von Zylindern durch Öl. Allein in Deutschland betrug der Markt für Ölhydraulik 2008 laut Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) 4,8 Milliarden Euro. Nur ein verschwindend kleiner Anteil dieses Marktes wird von der Klarwasserhydraulik ergänzt und kommt nur für exotische Anwendungen in Frage wie Kernkraftwerke oder in der chemischen Industrie, wo Ölverluste mit 100 Prozent Sicherheit vermieden werden müssen.

Bitte beachten Sie, dass, wenn Sie sich mittels der  Suchmaschinen ein Bild über den Markt und die Anbieter machen wollen, nur der Begriff Klarwasserhydraulik oder Reinwasserhydraulik zum Ziel führt. Denn unter Wasserhydraulik versteht man die Verwendung von Wasser-Öl-Giftgemischen, wie sie vorwiegend im Bergbau zum Einsatz kommen, und das kümmert niemanden. Obwohl die Klarwasserhydraulik aus technischer Sicht der Ölhydraulik überlegen ist, wird sie von der Industrie vermieden, einfach weil die Komponenten auch bis zum zehnfachen des ölhydraulischen Pendants kosten. So lange Kernkraftwerke und chemische Industrie gezwungen sind, solche überteuerte Maschinenteile zu bezahlen, hat natürlich niemand Interesse, nach Lösungen zu suchen, die preiswerter sind. Weiterer Grund für eine verhinderte Markterweiterung: In Zeiten überhitzter Hochkonjunktur mit fortwährend vollen Auftragsbüchern sahen Abnehmer fluidtechnischer Anlagen aus verständlichen Gründen keine Notwendigkeit auf eine neue Technik um zu satteln, noch dazu eine Technik dessen Standzeit noch nicht bewiesen war, und die für Maschinen und Anlagen neuerliche CE Prüfung, neue Handbücher, neuen Vermarktungsaufwand abverlangt hätte. Dazu kam, dass wer zum Beispiel in Wasserschutzgebiete oder in zertifizierte Wälder mit Forst- oder Baumaschinen arbeiten musste, auf Bioöl ausweichen konnte und so nicht gezwungen war,  seinen Maschinenpark zu erneuern. Vor Jahren war dann Bioöl noch das Zaubermittel für ein grasgrünes Gewissen und wurde zudem jedenfalls in Deutschland massiv gefördert. Dass Förderungen neben Wählerstimmen auch grossen Schaden mit sich ziehen können, dafür gilt Bioöl als Beispiel: Gezüchtet wurde durch den Subventionsmoloch des Bioöls eine Interessensgruppe die vom Bauernstand bis zum Professor, der seine Referate hielt, reichte. Wasser hat den Nachteil, dass es kein nachwachsender Rohstoff ist und niemand damit verdienen kann. Jeder Liter Bioöl, der über den Ladentisch geht, bringt gleich mehrere Euro, die am Ende in Summe eine Menge Geld ausmachen und einer Reihe von Berufsgruppen ein Einkommen sichern. So war es grade die Einführung des Bioöls, die dem Maschinenbau die Richtungsschilder verdrehten und man keine Notwendigkeit sah, an Klarwasserhydraulik zu denken.

 

So wie die Autoindustrie in der Annahme, dass immer alles so weiter gehen wird, die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat und sich darauf auch nicht vorbereitet hat, so haben auch die Anbieter der Ölhydraulik, auch durch Richtungsvorgabe von  Konzernen, nicht daran gedacht, dass Zeiten kommen werden, wo Energie, Öl und Rohstoffe knapp und teurer werden.

Aber: Würden Konzerne alles richtig machen, hätten Kleinbetriebe keine Chance. In Erwartung solcher Zeiten hat Starfort schon vor 10 Jahren damit begonnen, klarwasserhydraulische Komponenten zu entwickeln die preislich der Ölhydraulik die Stirn bieten können. Dies gelang auch, nur zeigte die Industrie aus vorhin genannten Gründen kein Interesse.
So entschloss Starfort sein eigener Kunde zu werden und begannen mit der Produktion von Forstmaschinen wo die eigene Klarwasserhydraulik eingebaut werden konnte.

Zu sehen auf den Internetseiten www.holzspalter.it. Zu  beachten sind  auf diesen Seiten die Presse und Prüfberichte, die in traumhafter Beurteilung die Überlegenheit der karwasserhydraulischen Forstmaschinen belegen.
Dank Krise ist nun für den gesamten Maschinenbau „Greentech“ angesagt und plötzlich ist die Klarwasserhydraulik  gefragt wie noch nie. Denn Starfort ist weltweit das einzige Unternehmen das klarwasserhydraulische Komponenten im Preisniveau der Ölhydraulik und dazu mit nachweislicher Standfestigkeit anbieten kann. Nun steht Starfort vor der enormen Herausforderung und Fragen, wie man aus einem kleinen Familienbetrieb einen Konzern macht. Gesucht sind natürlich Investoren. Ein weiterer Grund, warum sich in Vergangenheit der Markt  gegenüber der Klarwasserhydraulik verschlossen zeigte, war, dass diese Technik in keinem Lehrfach in irgend einer Schule oder Hochschule zu finden war und so auch kein entsprechendes Fachwissen vermittelt werden konnte.

Dies soll sich nun radikal ändern. In Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Esslingen veranstaltet Starfort in Brixen in Südtirol am 15. Oktober eine Tagung zur Klarwasserhydraulik wobei genannte TH gleich mit 30 Angehörigen kommen wird.
Eingeladen sind dazu Fachjournalisten und Unternehmen, die an diese Technik interessiert sind und Starfort hofft auf weitere Anmeldungen.
Information zur Klarwasserhydraulik und zur Tagung unter finden Sie auf der Internetseite: www.klarwasserhydraulik.eu
Was sich nun allein für die EU ergeben würde, wenn die Klarwasserhydraulik die Ölhydraulik verdrängen würde:
- Laut einer über 10 Jahre alten Statistik des Bundesumweltamtes kamen allein in Deutschland jährlich 160.000 Tonnen Hydrauliköl in Umlauf. Heute dürfte die Menge wesentlich grösser und hochgerechnet auf die gesamte EU über 1.000.000 Tonnen sein. Im Verhältnis zum gesamten Ölverbrauch ist dieser Anteil klein, nur, ein grosser Anteil dieser Menge verschwindet durch Havarie und kriminelle Entsorgung, Italien lässt grüssen, in Böden und Gewässer. Man muss sich auch bewusst werden, dass jeder Liter Öl einen energetisch intensiven Werdegang hinter sich hat und allein die Verteilung genannter Menge 50.000 Lastkraftwagen-Fahrten benötigt.
- Nachdem Wasser 30 Mal dünnflüssiger als Öl ist,  lässt es sich mit weniger Energieaufwand pumpen und fördern und zusätzlich können Durchflussbohrungen kleiner ausfallen, und so auch die Komponenten unter Einsparung von Rohstoffen.
- Nicht gering dürfte EU weit der behördliche Aufwand sein, um all die Auflagen die dem Öl anhaften, wie Kontrolle und Dokumentation, zu erfüllen. Das könnte alles erspart werden.
- Wie Europa hat die ganze Welt es versäumt, die Klarwasserhydraulik salonfähig zumachen. Wir haben den Anfang gemacht. Es gilt nun, dass die EU weiterhin die Nase vorne behält und exportiert statt in Zukunft importiert.

 

Weitere Informationen: http://nachhaltigkeit.org/administrator/index.php?option=com_content§ionid=-1&task=edit&cid[]=3165

Starfort
Paul Stubenruss
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Bild: Holzteufel mit wasserhydraulischen Stammheber in Aktion (Starfort).

 

 

 

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