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Hennen bleiben Schweizer

Geschrieben von: Stefan Flückiger, BioSuisse 08.10.09
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Der Kassensturz ging in einem Beitrag auf die hohen Futtermittelimporte bei Bio-Tieren insbesondere bei Hühnern und Schweinen ein. Dabei vertrat der Kassensturz die These, die Futtermittelimporte stünden in einem Widerspruch zum Biolandbau. Es wurde auch die Frage gestellt, ob ein Ei einer Biolegehenne, die praktisch ausschliesslich mit ausländischem Futter aufgezogen wurde, zu Recht ein Schweizer Ei sei.

80 Prozent der Biotiere sind Wiederkäuer wie Rinder und Lämmer. Sie fressen mindestens 90 Prozent Raufutter, das wiederum zum grössten Teil aus der Schweiz stammt. Von den restlichen max. 10 Prozent Kraftfutter (Getreide) stammt 30 Prozent aus Inlandproduktion, 70 Prozent wird aus Europa importiert: Deutschland, Italien, Ungarn und Rumänien.

20 Prozent der Biotiere sind Schweine und Hühner. Sie fressen Kraftfutter (Getreide) und Protein (Eiweiss) und dies meist in Form von Soja. Davon kann die Inlandproduktion nur drei Prozent abdecken. Biosoja kommt zu 60 Prozent aus Europa, ausserdem aus fairem Handel aus brasilianischen Kleinkooperativen sowie von Kleinbauern aus Asien. Für das importierte Futtermittel gelten dieselben Bestimmungen wie für alle Importe mit der Knospe: es gilt ein generelles Flugverbot, und produziert wird nach den strengen Knospe-Richtlinien.

Ziel von Bio Suisse ist eine möglichst hohe Versorgung mit einheimischem Biofutter. Das ist ganz klar die ökologischste Lösung. Zum Grundsatz von Bio Suisse gehört jedoch auch die bedarfs- und artgerechte Fütterung der Tiere mit Biofutter. Das entspricht auch ganz klar den Erwartungen der Konsumenten.

 

Im Bereich des Futtergetreides könnte der Inlandanteil noch gesteigert werden. Dazu brauchen wir Bauern, die auf die biologische Produktion umsteigen. Diese sucht Bio Suisse aktiv. Bio Suisse bietet im Bereich des Futtergetreides attraktive Produzentenpreise vor allem im Bereich Ackerbohnen und Eiweisserbsen. Es braucht aber auch staatliche Unterstützung zur Förderung von einheimischen Futtermitteln.

Ein Bioei von einer Legehenne, die vorwiegend mit ausländischem Futter versorgt wurde, ist und bleibt ein Schweizer Ei. Was zählt, ist die Herkunft der Tiere. Schon die Eltern einer Schweizer Legehenne haben den roten Pass mit dem Schweizer Kreuz. Das Tier schlüpft hier aus, wird nach unseren hohen Tierschutzvorschriften aufgezogen, geschlachtet und verarbeitet. Dies ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, bleibt doch Wertschöpfung ausschliesslich in der Schweiz. Damit werden wiederum Transporte vermieden: von Tieren oder Eiern.

Fazit

•    Der ausländische Biofuttermittelanteil für Hühner und Schweine ist hoch.
•    Bio Suisse hat zum Ziel, eine möglichst hohe Versorgung mit einheimischem Futter zu erreichen.
•    Bio Suisse möchte insbesondere den Inlandanteil an Futtergetreide erhöhen.
•    Dazu braucht es Bauern, die auf die biologische Produktion umsteigen.
•    Bio Suisse bietet im Bereich des Futtergetreides attraktive Produzentenpreise. Doch braucht es auch staatliche Unterstützung zur Förderung von einheimischem Futtermittel.

 

Weitere Informationen: 

Bio Suisse
Stefan Flückiger, Geschäftsführer

Telefon: 061 385 96 25

 

 

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