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Neuer Naturtourismus-Führer

Geschrieben von: Giovanni Danielli, Naturführer-Autor 25.09.09
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Der Naturtourismus ist einer der grossen Wachstumsmärkte im Tourismus der Zukunft. Was in den USA im 19. Jahrhundert mit der Schaffung der ersten Nationalpärke begonnen hat, macht heute einen  bedeutenden Anteil am weltweiten Tourismus aus. Auch in der Schweiz hat der Naturtourismus mit der Schaffung neuer Pärke einen deutlichen Auftrieb erhalten. Ein neues Buch schafft eine kompakte Gesamtschau zum Phänomen des Naturtourismus mit Beispielen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich und anderen Ländern.

Die heutigen Formen des Tourismus sind in der Regel weit davon entfernt, nachhaltig zu sein. Lange Flugreisen für kurze Aufenthaltsdauern, grossräumige Eingriffe für Bauten sowie Anlagen vor Ort und nicht den örtlichen Gegebenheiten angemessenes Verhalten der Touristen in den Destinationen zeugen davon. Sextourismus in Thailand, Zersiedlung von Teilen der spanischen Mittelmeerküste und rasantes Wachstum der Billigflieger-Angebote in Europa sind nur drei Beispiele für die problematischenSeiten des Massentourismus. Die Prognosen der World Tourism Organisation UNWTO sehen auch für die Zukunft ein weiteres starkes Wachstum des Tourismus voraus. Trotzdem ist die Wertschöpfung, die der Tourismus in einer Region auslösen kann, für die einheimische Bevölkerung meist unverzichtbar.

Naturtourismus könnte Schere schliessen

Dies gilt insbesondere für ökonomisch strukturschwache Gebiete, in denen der Tourismus oft die einzige Möglichkeit für eine langfristige Wertschöpfung darstellt. Beispiele dazu sind Alpentäler und Tourismusdestinationen in Entwicklungsländern wie zum Beispiel in Ägypten. Der Naturtourismus könnte in diesem Dilemma zwischen Ökologie, Sozialem und Ökonomie einen, mit entsprechenden Begleitmassnahmen, guten Beitrag für die Entwicklung einer nachhaltigen Tourismusbranche leisten. Durch die teilweise höhere Sensibilität besonders der Naturtouristen für Natur sowie Kultur und die oft höhere Zahlungsbereitschaft für einheimische Produkte, können diese Touristen für hohe Wertschöpfung bei relativ geringen Einwirkungen vor Ort sorgen.

Hoher Engergiebedarf

Doch es gibt auch beim Naturtourismus Schattenseiten. Simmons & Becken (2004) zeigen auf, dass Naturtouristen aus England einen bedeutend höheren Energieverbrauch auf ihrer Reise nach Neuseeland auslösen, als wenn sie als konventionelle Touristen einen Aufenthalt in der Karibik buchen würden. Der Energieverbrauch der Flugreisen beträgt denn auch je nach Reiseziel meist über 80 Prozent der gesamten im Urlaub aufgewendeten Energie. Und hier liegt eines der grössten Dilemmas beim Naturtourismus. Vor Ort sollte die Reise mit "nachhaltigen" Verkehrsmitteln erfolgen. Natürlich soll es trotzdem auch in weit abgelegenen Regionen ein wichtiges Ziel sein, wenigstens die Auswirkungen vor Ort in Grenzen zu halten. Zudem können den Wohngebieten nahe gelegene Ausflugsziele und Destinationen attraktive Alternativangebote darstellen.

Naturtourismus trifft Ökotourismus

Naturtourismus ist nicht mit Ökotourismus gleichzusetzen. Es sollte jedoch ein wichtiges Ziel sein, die Umweltauswirkungen des Naturtourismus auf der Reise und vor Ort derart zu gestalten, dass dafür der Begriff Ökotourismus angemessen wäre. Wir versuchen mit diesem Buch aufzuzeigen, dass es bereits diverse erfolgreiche Beispiele gibt, die für die Zukunft des Naturtourismus sprechen. Dazu werden sowohl heutige Anbieter im Naturtourismus als auch Gäste bzw. Kunden porträtiert. Aus dem Alpenraum, insbesondere im deutschsprachigen Teil, werden verschiedene Beispiele von Pärken und Schutzgebieten aufgezeigt. Die dazu notwendigen Planungs- und Managementinstrumente sind ebenso in diesem Buch zu finden wie die Zukunftsaussichten des Naturtourismus.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Vorwort des Buches "Naturtourismus" von den Autoren Giovanni Danielli und Roger Sonderegger.

 

Zu den Autoren:
Giovanni Danielli, Geograph und Raumplaner, Dozent am Institut für Tourismuswirtschaft der Hochschule für Wirtschaft in Luzern.
Roger Sonderegger, Geograph, Senior Researcher an der Hochschule Luzern.

 

Weitere Informationen:
"Naturtourismus"; Giovanni Danielli, Roger Sonderegger; 2009.
158 Seiten/Rüegger Verlag, 22 Franken/14,10 Euro; ISBN: 978-3-7253-0924-5
Hans Ramseier, Rüegger Verlag
Telefon: 0041 44 491 21 30

 

Bild: Matthias Burtscher/Tiroltourismus

 

 

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