Wissen, Menschen, Kultur und Zusammenarbeit bilden heute nicht nur die mächtigen Kräfte des globalen Business, sondern auch des Kleinunternehmens. Wissen und Kompetenz sind wichtiger als Geld, Materie und Energie. Denn Wissen, Innovationskraft, Kreativität und Erfindungsgeist können Engpässe beim Geld, bei der Materie und Energie überwinden.
Der wirklich bedeutende Engpass der Zukunft ist das Unvermögen, Wissen und Kompetenz zu generieren. Angesichts aktueller Verknappungen beim Öl, bei vielen Rohstoffen, dem Wasser, vielen Grundnahrungsmitteln und der Energie gewinnt diese Aussage an Brisanz. Doch was bedeutet dies für das Individuum und das Unternehmen? Der gobale Krieg um TalenteQualifizierte Leute anziehen und halten können wird, gemäss einer Umfrage von PriceWaterhouseCooper unter mehreren Tausend CEOs globaler Unternehmen, als eine der grössten Herausforderungen für das Management betrachtet. Man spricht gar martialisch vom globalen Krieg um Talente. Mitarbeiterbindung gewinnt an Bedeutung, sei es durch Kompetenzkarrieren, durch sinnstiftende Arbeitsplätze mit der Möglichkeit zu bereichernden Begegnungen, durch grosse Aufgaben, welche zu echten Leistungsausweisen führen. Die Ausbildung der Mitarbeitenden zu kompetenten, selbständigen und auf dem Arbeitsmarkt erfolgreichen Menschen wird deshalb zu einer gesellschaftlichen Kernaufgabe eines Unternehmens. Seit Jahren erfolgreich sanu – bildung für nachhaltige entwicklung bietet seit mehreren Jahren mit Erfolg wirkungsorientierte, individualisierbare Kurzlehrgänge an, mit begleiteter Umsetzung im Unternehmen, zu folgenden Themen: - Führung einfacher intergrieter Managementsysteme - Mobilitätsmanagement in Unternehmen und Verwaltungen - Naturnaher Tourismus - Lebensqualität als Standortvorteil: Gesundheitsförderung im urbanen und ländlichen Raum Wer in der modernen Dienstleistungsgesellschaft arbeitet, gibt meist viel von seiner Persönlichkeit und engagiert sich manchmal bis zum unlimitierten Einsatz. Er will im Gegenzug die Kompetenz erwerben, komplexe Systeme zu managen, zu führen oder zu begleiten. Damit erwerben sich Mitarbeitende eine alles entscheidende Kompetenz in einer Gesellschaft, in der kaum mehr jemand etwas als Individuum tut, sondern als Mitglied, Mitarbeiterin und Benützer von immer grösseren und komplexeren Organisationen. Denn wir leben in einer Gesellschaft, in der keine Aktivität mehr – vom geboren werden bis zum Sterben – von einer Person alleine verrichtet wird. Obschon es banal klingt, dass die Menschen die wichtigste Ressource im Dienstleistungsunternehmen sind, handeln viele Unternehmen nicht entsprechend. Mit dem Messen der Fluktuationsrate ist es nicht getan. Die Fragen, die sich stellen und die es zu beantworten gilt, lauten: «Was sind für uns gute Leute? Was ist diesen wichtig? Was tun wir, um unsere Attraktivität für die guten Leute zu steigern? Weshalb haben wir in den letzten Jahren gute Leute verloren? Verlassen wirkliche Schlüsselpersonen ein Unternehmen? Wo fällt es uns schwer, gute Leute zu finden?» Karrieren abkoppeln vom hierarchischen AufstiegKarriere heisst heute für viele Menschen weniger, hierarchische Sprossen erklimmen, sondern vielmehr, sich als Persönlichkeit entwickeln, Kompetenzen erwerben und die persönlichen Fähigkeiten bestmöglich zur Wirkung bringen. Karriereplanung heisst darum, Menschen zu entwickeln und dies abgekoppelt vom hierarchischen Aufstieg. Was heisst Menschen entwickeln? Unternehmen suchen Mitarbeitende, es kommen aber Menschen. Menschen sind Individuen, das heisst jeder Mensch hat andere Stärken und Schwächen, lernt anders, entwickelt sich anders. Grosse Bildungsprogramme und Seminarbesuche sind zwar wichtige Elemente des Kompetenzerwerbs. Aber sie haben ihre Grenzen, und ihre Wirkung ist nicht mit Entwicklung zu verwechseln. Der nie mehr angetastete Seminarordner im Büchergestell als einziger Impact einer Bildungsveranstaltung ist bekannt. Wenn Weiterbildung mehr als bloss ein Gefälligkeitsdienst für verdiente Mitarbeiter sein soll, geht es darum, die Umsetzung neu erworbener Fähigkeiten in der Praxis zu fördern und persönliche Wirkung im beruflichen Kontext zu erzielen. Wirkungsorientierte Bildung kombiniert formelle Bildungssituation und Anwendung am Arbeitsplatz mit integriertem Coaching. Es ist Bildung und Organisationsentwicklung in einem, simultan auf Wissen und Handeln ausgerichtet. Dieser Prozess kann allerdings nicht mehr einfach an die Personalverantwortlichen delegiert werden. Menschen entwickeln sich an AufgabenEs ist letztlich die noble Aufgabe von Vorgesetzten, Menschen und Teams sich entwickeln zu lassen. Und Menschen entwickeln sich an Aufgaben. Jede Ausbildung verpufft, wenn nicht am Ende eine Aufgabe steht. Eine grössere, schwierigere und anspruchsvollere Aufgabe als bisher, welche einen Menschen in Verantwortung einbindet und seine Stärken zur Geltung bringt. In diesem Sinne verstanden, kann auch ein drei-Personenunternehmen eine beliebig lange Kompetenzkarriere bieten. Wenn nun aber Unternehmen «Employability» oder die Vermittelbarkeit der Mitarbeitenden auf dem Arbeitsmarkt fördern, bewegen sie sich zwangsläufig in einem Dilemma. Sie wollen Mitarbeitende mit einem hohen Wert auf dem Markt heranbilden und sie zugleich behalten. Wenn es gelingt, aufzuzeigen, dass Kompetenzkarrieren ohne Wechsel des Arbeitsplatzes beliebig lange weitergeführt werden können, kann das Dilemma überwunden werden. Ist dies der Fall, sind motivierte, angstfreie, selbstbewusste Mitarbeitende der Gewinn - oder anders ausgedrückt, Mitarbeitende, welche fähig wären zu gehen, aber gewillt sind, zu bleiben. Wissen und Kompetenz sind damit gesichert, und Wissen und Kompetenz sind eben künftig wichtiger als Geld, Materie und Energie. Peter Lehmann ist Gründungsmitglied und Direktor der Stiftung sanu.
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