In den USA sind die Preise für Solarmodule seit Mitte 2008 um rund 40 Prozent zurückgegangen. Die Branche hofft jetzt auf mehr Umsatz. Grund für die sinkenden Preise ist die ausgeweitete Produktion von Solarmodulen vor allem in China.
Die Wirtschaftskrise trifft die Hersteller von Solarmodulen in den USA ebenso wie andere Branchen. Gleichzeitig aber versprechen sinkende Preise der Solarmodule einen Aufschwung des Marktes, auf dem Produkte für Solarenergie bis vor kurzem einfach zu teuer waren, als dass sie für Amerikaner mit schmalerem Geldbeutel attraktiv gewesen wären. Sinkende Produktionskosten Die Preise für Module sind seit Mitte 2008 um 40 Prozent gefallen, wie Analysten der Investmentbank Piper Jaffray festgestellt haben. Sie erwarten, dass die Preise weiter nachgeben werden, wenn auch nicht im bisherigen Umfang. Das würde den Herstellern erlauben, Kunden anzusprechen, die einerseits daran interessiert sind, ihre Energierechnung zu reduzieren, andererseits aber bisher wegen der hohen Investitionskosten vor dem Einbau einer Solaranlage zurückschreckten. „Der Preisrückgang bei den Module war gut, weil er so schnell ging“, sagt Brendan Neagle, Direktor von Borrego Solar in Massachusetts. „Aber die Modulpreise sinken jetzt nicht mehr so rasch.“ Die Londoner Firma New Energy Finance hat festgestellt, dass die Modulpreise von 4,20 Dollar (2,94 Euro / 4,45 Franken) pro Watt im vergangenen Jahr auf heute nur noch 2,40 Dollar pro Watt gesunken sind. Der Preis für die Module macht bei den Installationen in den USA etwa die Hälfte der Gesamtkosten aus. Niedrigere Preise bedeuten für den Verbraucher, dass sich ihre Installation früher durch niedrigere Stromrechnungen bezahlt macht. Jetzt bezahlt sich eine Anlage nach etwa 16 Jahren statt nach 22 Jahren wie bei den früheren Preisen, sagt Direktor Glenn Harris von SunCentric in Oregon. Mehr Silizum im Angebot Ein wichtiger Faktor beim Zustandekommen günstigerer Preise ist das Überangebot an Silizium und die Ausweitung der Produktionskapazitäten, vor allem in China, berichtet Christ Whitman von Solar Finance aus San Francisco, die sich auf die Finanzierung von Solaranlagen spezialisiert hat. Verwandte Themen| { Basler Schatten über Kalifornien, 31.08.09 } | | { Obamas Oma für Solarstrom, 20.08.09 } | | { Kein Windpark auf den Rockies, 30.07.09 } | | { Spanien bei Wüstenstrom schneller, 13.07.09 } | | { Afrikas Sonne lacht für Europa, 10.07.09 } | | { Sonne am Ende der Krise?, 10.07.09 } | | { Silicon Valley setzt auf sauber, 08.07.09 } | | { Solarbranche wartet auf die Banken, 27.05.09 } | | { Frankreich entdeckt die Sonne, 11.05.09 } | | { Obamas färben Amerika grün, 08.04.09 } | | { USA werden umweltbewusst , 18.02.09 } | | { Ab 2010 geht es weiter, 05.02.09 } | | { Spanien bremst Solarkraft, 21.11.08 } | | { Amerika entdeckt die Sonne, 15.11.08 } |
Die sinkende Nachfrage in Europa, wo Deutschland und andere Länder in der Nutzung der Solarenergie weit vor den USA rangieren, hat ebenfalls Materialangebot für den Markt auf der anderen Seite des Atlantiks freigemacht. Photovoltaische Installationen in Europa werden nach Erhebungen der spanischen Emerging Energy Research in diesem Jahr gegenüber 2008 um mehr als ein Viertel zurückgehen.Die neue Situation erlaubt es Evergreen Solar, im zweiten Quartal die Fabrikationskosten auf 2,70 Dollar pro Watt zu senken gegenüber 3,16 Dollar pro Watt im ersten Quartal des Jahres. Statt allerdings nun besser zu verdienen, hätten die sinkenden Preise viel von den Einsparungen verschlungen, erklärt Terry Bailey. Der Solarmodul-Hersteller aus Massachusetts produziert zusammen mit Q-Cells auch im anhaltinischen Thalheim. Mehr Solaranlagen als 2008 Die niedrigeren Preise haben allerdings schon Wirkung erzielt. Auf dem grössten Immobilienmarkt der USA, in Kalifornien, hat die Zahl der Solaranlagen-Installationen im Juli um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Ein Teil dieser Nachfrage in Kalifornien rührt aus Anreizen durch die Bundesregierung her. Hausbesitzer erhalten eine Steuergutschrift von 30 Prozent für die Installation von Solaranlagen zur Stromgewinnung. Im vergangenen Jahr war diese Gutschrift auf 2000 Dollar beschränkt, aber im Januar wurde die Deckelung aufgehoben. Mehrere Firmen in den USA haben sich jüngst für die billigeren Solarinstallationen entschieden, um ihre Stromkosten zu senken. Wilson Language Training in Oxford (Massachusetts), ein Verlag für Unterrichtsmaterialien, hat eine große Anlage mit 714 Solarpaneelen in Betrieb genommen. Es ist eine der grössten Installationen dieser Art in Massachusetts und bedeckt eine Fläche von 9000 Quadratfuss (836 Quadratmeter). Sie hat 1,2 Millionen Dollar gekostet und liefert mehr als 20 Prozent des Stromkonsums des Unternehmens. Die jährlichen Einsparungen belaufen sich auf 20.000 Dollar. Direktor Edward Wilson ist begeistert: „Die Sonne geht auf, wir erreichen bald das Maximum von 139 Kilowatt.“ Bis 2012 zehn Prozent Alternativstrom Wilson gilt als Vorzeigeunternehmen für die Nutzung alternativer Energien, nicht nur in Massachusetts, sondern auch für Kalifornien, wo die Staatsregierung strenge Auflagen gegen Kohlendioxidemissionen erlassen hat. Die Regierung von Präsident Barack Obama will erreichen, dass bis 2012 zehn Prozent des Stromverbrauchs in den USA aus erneuerbaren Energien kommen. „Wilson ist einer der Vorreiter in Energiefragen“, sagt Andrew Reed, Verkaufsdirektor bei Borrego Solar. „Während der Lebensdauer ihres Systems wird es acht Millionen Pfund Kohle ersetzen, 16.000 Bäume oder 10.000 FassErdöl.“ Bild: Arbeiter von Borrego Solar installieren Solaranlagen auf dem Gelände der University of California. (University of California)
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