Wien – Eine Studie der Europäischen Umweltagentur EEA hat sich mit der drohenden Wasserknappheit in manchen Alpenregionen auseinandergesetzt. Die Untersuchung beschäftigt sich vor allem mit den Auswirkungen und notwendigen Anpassungsmassnahmen an eine veränderte Wasserverfügbarkeit im alpinen Raum durch den Klimawandel. Die Studie wurde im EEA-Auftrag federführend vom österreichischen Umweltbundesamt betreut, wie das Amt in Wien mitteilte. Der Klimawandel mache sich in den Alpen besonders stark bemerkbar, beschreiben die österreichischen Ökologen in ihrer Medienmitteilung die Ausgangssituation. Der Alpenraum habe sich in den letzten 150 Jahren um rund zwei Grad erwärmt – mehr als doppelt so viel wie im globalen Durchschnitt. Die Folgen seien schmelzende Gletscher, frühere Schneeschmelze, Niederschlagsrückgänge von zehn bis 20 Prozent in den Südalpen, veränderte Abflussmengen, sinkende Grundwasserspiegel und damit einhergehend zeitweilige Engpässe in der Wasserversorgung in manchen alpinen Regionen. Zudem versorgten die Alpen als „Wasserturm“ Europas die Flüsse Rhein, Donau, Rhône und Po und damit grosse Gebiete Europas mit sauberem Wasser. Obwohl Wasser über das Jahr und den ganzen Alpenbogen gesehen in ausreichender Menge zur Verfügung steht, kommt es laut dieser Darstellung heute – vor allem aufgrund einer ungleichen räumlichen und zeitlichen Verteilung in manchen alpinen Gegenden bereits zu Engpässen in der Wasserversorgung. Im Zentrum der Studie standen sechs Regionen aus Österreich, Frankreich, Italien, Slowenien und der Schweiz, die bereits mit Problemen in der Wasserversorgung konfrontiert sind und Massnahmen zur Anpassung setzen. Die Studie untersucht, wie Anpassungsmassnahmen an veränderte Wasserverfügbarkeit in alpinen Regionen konkret aussehen können, welche Schlüsselfaktoren dabei zum Erfolg führen und welche Barrieren überwunden werden müssen. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem Extremereignisse wie Trockenheit der Anlass für Anpassungsmassnahmen waren. Um diese wirkungsvoll durchführen zu können, sind politische und rechtliche Rahmenbedingungen für den Wassersektor wichtige Voraussetzungen. Der Erfolg eines Anpassungsprozesses hängt zudem vor allem von den beteiligten Personen, ihren Interessen, Kenntnisständen und Kompetenzen ab. Fehlendes Wissen und Unsicherheit über die lokalen Auswirkungen des Klimawandels sowie mangelnde langfristige Planungsstrategien und –instrumente, die die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigen (z.B. das integrierte Wasserressourcenmanagement - IWRM), hemmen gemäss der Medienmitteilung vielerorts einen erfolgreichen Anpassungsprozess. Bereits bestehende Massnahmen zum effizienten Umgang mit Wasserressourcen müssten verstärkt werden. Dazu zählen: Wasser sparen, Wasserverteilung verbessern, Kommunikationsnetzwerke unterstützen, Entscheidungsprozesse regeln und vor allem mehr Wissen bei der Bevölkerung, den Entscheidungsträger und auch auf wissenschaftlicher Seite generieren. Das österreichische Umweltbundesamt hat bei der Stduie für die EEA mit dem deutschen Schwesteamt Deutschland, dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der Europäischen Akademie in Bozen (EURAC), der slowenischen Umweltbehörde, der Universität von Savoyen sowie dem Ständigen Sekretariat der Alpenkonvention zusammengearbeitet. Die Studie in englischer Sprache wurde unter dem Titel Regional climate change and adaptation — The Alps facing the challenge of changing water resources veröffentlicht. (ug)
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