An der Swissbau 2010 wird der Umweltpreis der Schweiz verliehen. Gesucht werden Innovationen im Umweltbereich und ein „Ecopreneur“, sagt Stephan Peyer. Wer mit neuen Technologien einen Beitrag zur Lösung von Umweltproblemen geleistet hat, kann sich bewerben. Immerhin sind 50000 Franken zu vergeben.
Steffen Klatt: Warum wird der Umweltpreis an der Swissbau 2010 verliehen? Stephan Peyer: Der letzte Preis wurde 2005 verliehen. Die Stiftung hat dann aber eine zeitlang ein anderes Ziel verfolgt, das sich leider nicht umsetzen liess. Das hat man dann wieder verworfen. Wenn er jetzt an der Swissbau 2010 verliehen wird, hat das auch damit zu tun, dass man eine starke Plattform gesucht hat, mit der wir den Umweltpreis wieder lancieren können. Die Swissbau bietet da eine gute Ausgangslage, da gerade in der Baubranche eine hohe Innovationskraft zu Fragen der Umwelttechnik steckt. Der Preis muss immer an einer Messe verliehen werden. Das ist im Stiftungszweck verankert. Steffen Klatt: In welchen Kategorien wird der Preis verliehen? Stephan Peyer: Der Preis wird in zwei Kategorien verliehen. Einmal wird er für eine technische Innovation verliehen, also für eine Technologie oder ein Verfahren, die eine produktionsorientierte Innovation im Umweltbereich darstellen. In der anderen Kategorie wird der Preise an einen „Ecopreneur“ verliehen. In dieser Kategorie wird ein Unternehmer ausgezeichnet, dessen Unternehmen einen Beitrag bei der Lösung eines Umweltproblems geleistet hat. Damit sollte er im In- oder Ausland Arbeitsplätze geschaffen und auf diese Weise gezeigt haben, dass sein Unternehmen mit dieser Innovation erfolgreich am Markt bestehen kann. Bis Ende September bewerben Der Umweltpreis der Schweiz der Stiftung Pro Aqua – Pro Vita ist einer der höchstdotierten Umweltpreise in der Schweiz. Er wird in den Kategorien Technische Innovation und Ecopreneur verliehen. Die Preissumme in der Kategorie Innovation beträgt 50000 Franken. Der Preis wird von einer Jury vergeben, die sich aus den Mitgliedern des Stiftungsrates zusammensetzt und bei Bedarf durch weitere Experten ergänzt wird. Bewerbungen für den Preis können noch bis zum 30. September eingereicht werden. Der Preis wird am 12. Januar 2010 an der Swissbau in Basel verliehen. Der Preis wurde erstmals 1995 verliehen. Zuletzt erhielt ihn das Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik an der Hochschule für Technik in Rapperswil für ein Verfahren zur Verringerung des NOx-Gehalts in Abgasen von Dieselfahrzeugen. Weitere Informationen: http://www.umweltpreis.ch/ Steffen Klatt: Wer sollte sich angesprochen fühlen? Stephan Peyer: Für den Preis in der technischen Innovation können sich viele angesprochen fühlen. Es können sich Firmen, Institutionen, Behörden oder auch Privatperson melden. Unternehmer müssen für den „Ecopreneur“ vorgeschlagen werden. Steffen Klatt: Wie sähe der ideale Preisträger aus? Stephan Peyer: Es wäre spannend, eine Technologie auszeichnen zu können, die einen signifikanten Nutzen im Bereich Umwelt stiften kann. Wir werden schauen, welche Vorschläge eingebracht werden. Verwandte Themen| { Saubere Offensive aus der Schweiz, 25.08.09 } | | { Kreative Köpfe gesucht, 25.08.09 } | | { Innovation braucht Netzwerke, 24.08.09 } | | { Elektronikindustrie wird grün, 14.08.09 } | | { Gewinne mit gutem Gewissen, 23.07.09 } | | { Nachhaltigkeit in den Chefetagen, 19.07.09 } | | { Schweizer sind innovativ, 04.06.09 } | | { Verantwortung mit Profit, 02.06.09 } | | { Impulse kommen aus der Wirtschaft, 08.05.09 } | | { Grüner Beton hält besser, 29.04.09 } | | { Grün und gesund aus der Krise, 04.03.09 } | | { Ehrlich währt am längsten, 12.12.08 } | | { Wohlstand dank Ökologie, 02.12.08 } | | { Nachhaltig produzieren, 28.11.08 } |
Steffen Klatt: Was wird mit dem Preis gewonnen? Stephan Peyer: Für die technische Innovation stehen 50000 Franken bereit. Anders beim Ecopreneur: Wir denken nicht, dass er einen finanziellen Ansporn braucht, hier geht es vielmehr um die öffentliche Anerkennung. Zudem können sowohl die Nominierten als auch die Gewinner ihr Projekt oder ihr Unternehmen während der Swissbau präsentieren, die vom 12. bis 16. Januar 2010 stattfindet. Steffen Klatt: Hinter dem Preis steht die Stiftung Pro Aqua – Pro Vita. Was ist das für eine Stiftung? Stephan Peyer: Die Stiftung ist aus einer Firma entstanden, die ursprünglich Pro Aqua AG hiess. Sie hat Fachmessen zum Thema Umweltmessen durchgeführt. 1994 wurde entschieden, sie aufzulösen und sie in eine Stiftung überzuführen. Der einzige Stiftungszweck ist es, diese Preise zu verleihen. Steffen Klatt: Warum wird der Preis gerade bei der Swissbau verliehen? Stephan Peyer:Das Thema Bau hat viel mit Umweltthemen zu tun, insbesondere mit Energiethemen. Swissbau ist eine ideale Plattform, um den Preis bekannt zu machen. Sie mobilisiert rund 120000 Besucher. Aber es müssen sich mit dem Preis nicht nur diejenigen angesprochen fühlen, die direkt mit dem Bau zu tun haben. Auch Technologien aus dem Bereich Wasseraufbereitung oder der Energiegewinnung – um nur zwei Beispiele zu nennen – können vorgeschlagen werden. Zur Person:
Stephan Peyer, Jahrgang 1964, ist Präsident des Stiftungsrates von Pro Aqua – Pro Vita. Seit Anfang 2007 ist er Mitglied der Gruppenleitung der Messe Schweiz. Vorher hat er bei Firmen wie Unilever, Compaq und Movado gearbeitet. Vor seinem Einstieg bei der Messe Schweiz war er selbständiger Berater mit den Schwerpunkten in Marketing und Verkauf. Stephan Peyer hat an der Universität St. Gallen studiert.
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