Der Gewässerschutz in der Schweiz kann auf eine fünfzigjährige Erfolgsgeschichte zurückschauen. Heute jedoch steht die Schweizer Wasserwirtschaft vor neuen Herausforderungen: Die Klimaerwärmung wird die Wasserressourcen in der Schweiz beeinflussen. Eingeschränkte Verfügbarkeit von Wasser, vermehrte Hochwasser und veränderte Lebensbedingungen für Flora und Fauna sind mögliche Konsequenzen.
Zudem nimmt der Nutzungsdruck auf die Gewässer weiter zu: Um die Klimaänderung abzubremsen, soll die vermeintlich umweltfreundliche Wasserkraft stärker genutzt werden. Dem stehen die Ansprüche des Gewässer- und Naturschutzes gegenüber (genügend Restwasser für Gewässer). Hinzu kommen weitere zivilisationsbedingte Probleme wie Mikroverunreinigungen, die die Wasserqualität bedrohen. Diese Beispiele zeigen: Der Druck auf die Gewässer nimmt stetig zu, und Gesellschaft und Politik müssen sich entscheiden, ob sie dem Schutz der Wasserressourcen die gleiche Wichtigkeit beimessen wollen und können wie in den vergangenen 50 Jahren. Am Donnerstag zeigte die Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch an einer Tagung in Solothurn, welche Fragen in Zukunft die Wasserwirtschaft und den Gewässerschutz in der Schweiz prägen werden. Rund 140 Personen nahmen an der Veranstaltung teil – Vertreter von Gemeinden, Kantonen und Bund, aus Energiewirtschaft und Forschung, von Beratungsunternehmen sowie von Fachverbänden und Nonprofit-Organisationen. Neue wissenschaftliche Ansätze sollen die Suche nach optimalen Lösungen erleichtern. Sie basieren meist auf partizipativen Verfahren und versuchen, alle beteiligten Akteure einzubeziehen. So will der Kanton Zürich mit dem Massnahmenplan Wasser die verschiedenen Ansprüche an die Wasserressourcen koordinieren. Erste Erfahrungen zeigen, dass der Übergang von der koordinierten Planung zur lokalen Umsetzung besonders schwierig ist. Der Kanton Bern seinerseits ist zurzeit daran, mit einem neuen Beurteilungsinstrument abzuklären, welche von rund 90 Projekten zur Wasserkraftnutzung (Erneuerung bestehender sowie neue Anlagen) aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht sinnvoll sind. Doch auch solche integralen Instrumente können Interessenkonflikte nicht restlos lösen – das Abwägen zwischen Schutz und Nutzung der Wasserressourcen wird in Zukunft vermehrt eine Aufgabe von Gesellschaft und Politik sein. Für den Schutz der Wasserressourcen braucht es dabei aus der Sicht von Pusch weiterhin verbindliche gesetzliche Minimalstandards sowie attraktive finanzielle Rahmenbedingungen wie beispielsweise staatsquotenneutrale Lenkungsabgaben, die den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen fördern. Weitere Informationen:
Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch Ion Karagounis, Geschäftsleiter Telefon: 044 267 44 71 Email:
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Bild: Sihl unterhalb des Sihlsprungs am Drusberg im Kanton Schwyz. Dieses Bild basiert auf dem Bild http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Sihl_Unterhalb_Sihlsprung_1.JPG aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Peter Berger.
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