Amerikanische Mieter haben meist keinen Einfluss darauf, ob die Klimaanlage ihrer Wohnung oder ihres Hauses auf dem neuesten Stand ist und entsprechend sparsam mit Energie umgeht. Sie schicken sich ins Unvermeidliche und zahlen eben höhere Stromkosten. Und die Vermieter mögen die Notwendigkeit durchaus einsehen, energieeffiziente Anlagen einzubauen. Aber es gibt keinerlei Anreize für sie, solche Investitionen vorzunehmen. Und so laufen die alten Kühler bis sie völlig kaputt gehen. Zehn Prozent Verlust Rund zehn Prozent der in den USA erzeugten Stromenergie gehen durch solche Situationen verloren, hat die Unternehmensberatung McKinsey herausgefunden. Dies zu ändern könnte Folgen haben, die wirtschaftlich gesehen dramatisch genannt werden können. Würden in Amerika 520 Milliarden Dollar (370 Milliarden Euro / 566 Milliarden Franken) in Energieeffizienz in Wohnungen und Büros bis 2020 investiert, dann könnten die USA ihren Energieverbrauch um fast ein Viertel senken und 1,2 Billionen Dollar einsparen. Ausserdem würde der Ausstoss von schädlichen Treibhausgasen erheblich reduziert. Eine Gigatonne weniger AbgasDennoch enthält die Untersuchung erstaunliche Daten über die Folgen von Effizienz im Energiebereich auf die Umwelt. Die USA könnten bei Befolgung der Ratschläge die unvorstellbare Menge von 1,1 Gigatonnen an Schadstoffemissionen pro Jahr vermeiden. Das ist gleichbedeutend mit den Abgasen der gesamten Flotte von Autos und leichten Lastwagen in den USA. Verschwender-Kultur beenden In dem McKinsey-Report wird allerdings auch darauf aufmerksam gemacht, dass die Vereinigten Staaten eine Kultur der Verschwendung im Lande ändern müssten und das Zögern der Beamten und Industrieverantwortlichen, teure Investitionen anzuordnen, die sich nicht sofort sondern erst längerfristig bezahlt machen. „Diese Hürden sind weit verbreitet und hartnäckig. Es bedarf eines integrierten Lösungsansatzes, um sie zu überwinden. Dazu gehören Information und Bildung, Anreize und Finanzierung, Codes und Normen, und die Bereitstellung von mehr Mitteln als derzeit“, heisst es in einer mit dem Bericht vorgelegten Erklärung der Autoren. Real sehr schwierig Experten begrüssen die Studie, auch die Hinweise auf die Notwendigkeit eines veränderten Verhaltens der Gesellschaft. Manche meinen aber auch, die gewaltigen Investitionen seien nicht möglich. „Keine Frage, das Potential ist da. Theoretisch”, sagt Professor David Victor von der Universität San Diego in Kalifornien. Der Energieexperte schränkt aber ein: „Es ist aber wirklich sehr, sehr schwierig, diesen Potential in der realen Welt zu erreichen. Eine Menge Leute und eine Menge komplexer Organisationen müssten ihr Verhalten umkehren.“ Das Licht ausdrehen…Umweltschützern geht das alles nicht weit genug. Der Direktor des Rates zur Verteidigung natürlicher Ressourcen, Peter Lehner, kritisierte, dass in der Studie Grund-Verhaltensweisen der Menschen gar nicht aufgeführt worden seien, die es zu ändern gelte. Etwa, dass man das Licht in nicht benutzten Räumen löscht oder im Winter die Heizung ein paar Grad herunterdreht.
Bild: Bausparkasse Schwäbisch Hall |