Fehler
  • JHTMLIcon::print_popup_white not supported.
  • JHTMLIcon::email_white not supported.

Noch mehr einsparen

Geschrieben von: Franz Beyeler, Minergie 29.07.09
Bookmark and Share
Stichworte:         

Vom besten Bauen profitieren alle – Hausbesitzer, Gebäudenutzer, Planer und Architekten ebenso wie Baumeister, Holzbauer und Heizungsinstallateure. Zu den Gewinnern gehören auch die Umwelt, die Industrie und die Volkswirtschaft. Wer besser baut, geniesst mehr Komfort, handelt wirtschaftlich, schont die Umwelt, fördert die Wertschöpfung im Inland und trägt dazu bei, dass Arbeitsplätze erhalten oder neu geschaffen werden.

Im Dezember 2008 wurde auf dem Kleinen Matterhorn das „Matterhorn glacier paradise“ auf 3883 Metern Höhe eingeweiht. Seit der Zertifizierung nach Minergie-P im April 2009 ist das neue Tourismuszentrum das höchstgelegene Gebäude mit Minergie-Zertifikat. Was in solcher Höhe möglich ist, geht in tieferen Lagen erst recht – und das beste Bauen kennt nur Gewinner.

Wirtschaftlich, energieeffizient und komfortabel

Wer nach Minergie baut, sichert sich den höchsten Wohnkomfort bei tiefstem Energieverbrauch. Die Komfortlüftung sorgt für frische Luft rund um die Uhr, selbst bei geschlossenen Fenstern. Sie macht keinen Lärm, es zieht nicht und die eingebauten Pollenfilter sind insbesondere für Allergiker ein grosser Vorteil. Feuchtigkeit wird kontinuierlich abtransportiert, wodurch feuchtigkeitsbedingte Bauschäden verhindert werden. Diese sorgen in dicht gedämmten Häusern ohne Komfortlüftung immer wieder für Probleme, ganz besonders im Winter, wenn bei kalten Temperaturen weniger gelüftet wird. Dicke Luft ist nicht nur unangenehm, sondern auch ungesund: Hohe CO2-Konzentrationen und Emissionen von Materialien und Oberflächenbehandlungsmitteln wie Farben und Lacken können sowohl das Wohlbefinden der Menschen, wie auch ihre Konzentrations- und Leistungsfähigkeit reduzieren. Solche Raumluftbelastungen werden dank der Komfortlüftung ebenso zuverlässig abgeführt wie allfällige Belastungen durch Radon, ein Edelgas, das aus dem Boden ins Hausinnere gelangt. In der Schweiz verursacht Radon 200 bis 300 Todesfälle pro Jahr und ist nach dem Rauchen die wichtigste Ursache für Lungenkrebs.

Minergie-ECO: Auch die Gesundheit profitiert

Tatsächlich legen immer mehr Bauherren und Hausbesitzer Wert auf eine gesunde und ökologische Bauweise. Diese Anforderungen erfüllt der Minergie-ECO-Standard: Zusätzlich zu den Anforderungen des Minergie-Standards gewährleistet Minergie-ECO optimierte Tageslichtverhältnisse, geringe Lärmimmissionen sowie geringe Schadstoffbelastung der Raumluft durch Emissionen von Baustoffen und ionisierende Strahlung (Radon). Im Minergie-ECO-Standard verankert ist auch die Bauökologie: Der Standard fordert die Verwendung von gut verfügbaren Rohstoffen und einen hohen Anteil an Recyclingbaustoffen. Die verwendeten Materialien zeichnen sich aus durch geringe Umweltbelastung bei der Herstellung und Verarbeitung. Ein weiteres Plus für die Umwelt sind einfach rückbaubare Konstruktionen mit Baustoffen, die verwertet oder umweltschonend entsorgt werden können.

Minergie-P: Energie sparen bei gleichzeitigem Komfortgewinn

Der Standard Minergie-P bezeichnet und qualifiziert Bauten, die einen noch tieferen Energieverbrauch als Minergie anstreben. Er stellt hohe Anforderungen an das Komfortangebot und die Wirtschaftlichkeit. Ein Muss sind unter anderem die gute und einfache Bedienbarkeit des Gebäudes und der technischen Einrichtungen sowie der Einsatz energieeffizienter Haushaltsgeräte. Dazu gehört auch die Beleuchtung: Rund 15 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs in der Schweiz gehen auf Kosten der Beleuchtung. Von diesen neun Milliarden Kilowattstunden könnten ohne Komforteinbusse 20 bis 30 Prozent eingespart werden, wenn die Beleuchtung besser geplant und energieeffiziente Leuchtmittel eingesetzt würden.

Ein Minergie-Gebäude verbraucht rund 50 Prozent weniger Energie als ein herkömmlicher, vor 2009 erstellter Bau. Kommt Minergie-P zur Anwendung, reduziert sich der Energieverbrauch des Hauses gar um etwa 70 Prozent dessen, was ein vergleichbares, konventionell erstelltes Gebäude benötigen würde. Das sich damit Geld sparen lässt, liegt auf der Hand – selbst angesichts der Mehrkosten, die für ein Minergie-Gebäude rund vier bis sechs Prozent betragen.

Förderbeiträge und attraktive Hypotheken

Wer sich für ein Minergie-Gebäude entscheidet, profitiert in verschiedenen Kantonen von Förderbeiträgen und Steuervorteilen. Es lohnt sich auch, lokale Förderprogramme zu evaluieren. Auskunft über die Möglichkeiten erteilen die Gemeinden, die Energieversorgungsunternehmen, die Website von Minergie sowie diejenige des Bundesamtes für Energie BFE. Die Credit-Suisse, und weitere Banken bieten attraktive Hypotheken für Minergie-Häuser an und übernehmen zum Teil die Kosten für die Zertifizierung. Die Volkswirtschaft ist eine weitere Gewinnerin des besten Bauens: Seit der Einführung von Minergie vor zehn Jahren generierte der Standard mehr als 1,7 Milliarden Franken, die der einheimischen Wirtschaft zugute kommen. Minergie fördert auch die Innovationskraft der Industrie. So hat zum Beispiel die V ZUG AG mit dem MinairComfo ein spezielles Küchenabluft-System entwickelt, das in die Minergie-Komfortlüftung integriert ist.

Garantierte Qualität dank Zertifikat

Die Zertifizierung eines Minergie-Gebäudes ist mehr als ein blosse Formsache: Nur das Zertifikat garantiert, dass die Anforderungen des Standards erfüllt sind. Immer wieder werben Bauunternehmen für ihre Projekte mit dem Argument, zwar nach Minergie zu bauen, aber auf die Zertifizierung zu verzichten. Bei näherer Prüfung bemerkt der kritische Interessent nicht selten, dass beispielsweise die Gebäudehülle den Minergie-Anforderungen entspricht, dass aber die Komfortlüftung fehlt. Diese ist jedoch ein Muss für Minergie-Bauten, denn ohne sie kann ein Gebäude nicht ausreichend belüftet werden. Die Folge sind unter Umständen Feuchtigkeitsschäden, eine mangelhafte Raumluftqualität und damit verbunden eine beträchtliche Komforteinbusse. Das Zertifikat bürgt für die Minergie-Qualität des Baus – eine genau definierte Qualität und ein wichtiges Argument, wenn es irgendwann um den Verkauf des Hauses gehen sollte.

Gute Klassierung bei Gebäudeenergieausweis

Wichtig ist das Minergie-Zertifikat auch im Hinblick auf den Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK), der ab August 2009 ausgestellt wird. Mit dem GEAK werden vor allem bestehende Gebäude bezüglich ihrer energetischen Qualitäten auf eine in der Schweiz bisher nicht übliche Weise klassiert. Der Ausweis hat zwei Hauptaufgaben: Erstens soll er Käufern und Mietern von Gebäuden, Wohnungen und Büroräumlichkeiten Aufschluss geben über die energetischen Qualitäten der Liegenschaft – und damit Hinweise auf Energiekosten und Umweltverträglichkeit. Zweitens sollen auf seiner Basis Aussagen über mögliche und sinnvolle energetische Verbesserungen am Gebäude geplant werden können. Ein nach Minergie modernisiertes Gebäude erreicht beim GEAK automatisch eine gute Klassierung. Die Umkehrung gilt jedoch nicht: Gebäude mit einer guten GEAK-Klassierung weisen damit noch nicht Minergie-Qualität auf – denn dabei geht es nicht nur um Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit, sondern ebenso um Komfort und gesundheitliche Aspekte.

Marktchancen für Fachpartner

Der Weg zum Minergie-Gebäude führt über qualifizierte Baufachleute. Minergie-Fachpartner haben einen Minergie-Weiterbildungskurs besucht oder mindestens zwei zertifizierte Minergie-Gebäude realisiert. Minergie führt eine umfassende Liste von Fachpartnern in allen Kategorien der Bauplanung und -ausführung. Fündig werden Interessierte im Adressportal auf der Minergie-Website. Auch die Fachpartner zählen beim besten Bauen zu den Gewinnern: Sie erhöhen ihre Marktchancen und profilieren sich als fortschrittliche und innovative Unternehmer. Für viele Bauunternehmer kommt etwas anderes gar nicht mehr in Frage – ebenso wie für zahlreiche Investoren und Bauherren. Manfred Huber, Architekt ETH SIA, bringt es auf den Punkt: „Wenn im Restaurant das Standardmenü 20 Franken kostet und Sie für 21 Franken ein Menü bekommen, das doppelt so gut schmeckt – welches würden Sie wählen?“

Quo vadis Minergie?

Die weit gehenden Verschärfungen der Energie-Vorschriften durch die Kantone (MuKEn 08) haben auch bei Minergie Veränderungen ausgelöst. Minergie 2009 ist ein rundum erneuerter Standard, der seine Funktion als Vorreiter des zukunftsträchtigen Bauens vollumfänglich wahr nehmen kann. Konkret bedeutet das unter anderem:

- Es soll verstärkt aufgezeigt werden, wie energieeffizientes und nachhaltiges Bauen Hand in Hand gehen können mit gesundem Wohnen, mehr Komfort und guter Werterhaltung. Minergie investiert in die Kommunikation mit Hausbesitzern, um sie für die Modernisierung nach Minergie und die Gebäudeerneuerungsprogramme des Bundes zu sensibilisieren.

- Minergie wird weiterhin Trends aufgreifen und in kompetenter Form für die Fachwelt als Standards aufarbeiten. Eine nächste Stufe könnte etwa die Definition eines „Minergie-Standards“ sein, der Bauten beschreibt, die mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen.

- Als besondere Qualität von Minergie soll der Nutzen der integrierten Komfortlüftung vermehrt betont werden, denn noch immer ist sie oftmals der „Stein des Anstosses“, wenn es um die Entscheidung für Minergie geht.

- Minergie wird in Zukunft noch verstärkt aufzeigen, wie energieeffizientes und nachhaltiges Bauen Hand in Hand gehen können mit der Steigerung von Gesundheit und Komfort im Gebäude sowie einer guten Werterhaltung. Da die Marke Minergie mittlerweile ein hohes Ansehen geniesst und einen beachtlichen Marktwert hat, werden bereits seit einiger Zeit Nutzungsgebühren erhoben: Wer mit Minergie für eigene Produkte wirbt, zahlt für die Nutzung der Marke eine angemessene Gebühr (beispielsweise Banken für Minergie-Hypotheken). Diese Praxis wird in Zukunft konsequent angewandt.

- Minergie-P ist der Energiestandard der Zukunft und erhält damit grosses Gewicht bei der Standardentwicklung. Die angelaufenen Arbeiten für die Module Sonnenschutz, Holzofen und Solaranlage sollen vorangetrieben werden. Die Aktivitäten der entsprechenden Fachverbände werden unterstützt. Für Spezialbauten und komplexe Objekte national tätiger Akteure wird die Agentur Bau in Zukunft vermehrt direkt mit den Planern und Bauherren Kontakte pflegen und sich auch bei der Zertifizierung engagieren.

 

Weitere Informationen:

MINERGIE

Franz Beyeler, Geschäftsführer
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.

 

Bilder: Minergie

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

 

Cleantech.ch

cleantech_ch

SCA_LOGO_RGB_marginal
mit swisscleantech ins neue Energiezeitalter

Meistgelesene Artikel

    Abonnieren Sie noch heute Ihren persönlichen Newsletter.
    Noch grössere Aktualität erhalten Sie mit unserem RSS-Feed.

    Kalender

    Der Veranstaltungskalender wird vorbereitet.

    {Zum Kalender}

    Magazin Cleantech Switzerland

    Magazin Cleantech Switzerland 2011-1

    Gründungssponsoren