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Sauberer Kunststoff gefragt!

Geschrieben von: Karin Schweiter, Pusch 17.07.09
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Der Einsatz von Kunststoff ist in den letzten Jahrzehnten gewachsen und damit auch das Problem der Kunststoffabfälle. Mit der Auswahl von geeigneten rezyklierbaren Stoffen kann dafür gesorgt werden, dass der gesamte Lebenszyklus eines Produktes sich möglichst wenig auf die Umwelt auswirkt. Der Einsatz von Kunststoff ist in den letzten 50 Jahren exponentiell gewachsen ist. Treibende Kraft dieser rasanten Entwicklung sind laut der Umweltschutzstiftung Pusch verschiedene günstige Eigenschaften wie das geringe Gewicht und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. In verschiedensten Branchen verdrängt Kunststoff andere Werkstoffe wie Holz, Metall oder Glas. Weltweit und auch in der Schweiz werden rund 80 Prozent der Kunststoffe in den Bereichen Verpackung, Bau und Fahrzeugbau eingesetzt.

Früher oder später fallen praktisch alle diese eingesetzten Kunststoffe als Abfall an. Pro Jahr sind es in der Schweiz 850.000 Tonnen. Rund ein Zehntel dieser Abfälle wird rezykliert, ein weiteres Zehntel wird in Zementwerken verbrannt und substituiert so andere fossile Brennstoffe wie beispielsweise Kohle. Zwischen 300.000 und 400.000 Tonnen Kunststoffabfälle enden jährlich in den Kehrichtverbrennungsanlage (KVA), wo Strom und Wärme gewonnen werden.

 

In der Schweiz werden diejenigen Kunststoffe gesammelt, bei denen sich eine sortenreine Sammlung grösserer Mengen einfach umsetzen lässt. Bei der separaten Kunststoffsammlung aus Haushalten stehen das gesetzlich vorgeschriebene Recyclingsystem für PET-Getränkeflaschen und die mögliche Rückgabe der Polyethylen-Milchflaschen im Vordergrund. Da in einem Haushalt durchschnittlich rund doppelt so viele Kunststoffabfälle anfallen wie PET-Getränkeflaschen, stellt sich die Frage, ob weitere Arten von Kunststoffen gesammelt und verwertet werden könnten. In einigen Gemeinden werden verschiedene Sammlungen von gemischten Kunststoffen angeboten. Diese Bestrebungen stecken aber allesamt noch in der Versuchsphase. „Grundsätzlich gilt, dass das Kunststoffrecycling nur dann sinnvoll ist, wenn ein ökologischer Gewinn resultiert und wenn die Sammlung und Verwertung wirtschaftlich tragbar und längerfristig gesichert ist.“, so Marianne Stünzi, stellvertretende Geschäftsleiterin von Pusch.

Für Aussagen zum ökologischen Gewinn eignen sich Lebenszyklus-Analysen, die die verschiedenen Auswirkungen auf die Umwelt sowie den Ressourcenbedarf über den gesamten Lebensweg von Produkten und Gütern erfassen und bewerten. Das PET-Recycling in der Schweiz hat gegenüber der Neuproduktion eine Reduktion der Umweltauswirkungen von rund 40 bis 50 Prozent zur Folge. Diese positive Bilanz des PET-Recyclings lässt sich aber nicht ohne weiteres auf andere Kunststoffe ausweiten. Der ökologische Gewinn einer Separatsammlung ist von verschiedenen Kriterien abhängig. Dazu gehört, dass das Sammelsystem möglichst flächendeckend funktionieren sollte, da nur so Mengen erreicht werden, die für einen wirtschaftlichen Betrieb nötig sind. Zudem muss die Finanzierung langfristig gesichert sein.
Für ein ökologisch und ökonomisch sinnvolles Kunststoffrecycling sind sämtliche Partner einer Wertschöpfungskette vom Produktedesign bis hin zum Einsatz der Sekundärprodukte wichtig. Mit der Auswahl von geeigneten rezyklierbaren Stoffen kann dafür gesorgt werden, dass der gesamte Lebenszyklus eines Produktes von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung oder zum Recycling sich möglichst wenig auf die Umwelt auswirkt und das Produkt das entsprechende Recyclingsystem auch nicht stört. Wenn aber keine hochwertige stoffliche Verwertung möglich ist, dann ist die Verwertung in einem Zementwerk der Verbrennung in der KVA vorzuziehen.

Bis 2020 will die EU mit der Abfallrahmenrichtlinie das Ziel erreichen, 50 Prozent aller Haushaltsabfälle zu rezyklieren. Ab einem bestimmten Wirkungsgrad gilt die energetische Nutzung ebenfalls als Recycling. Diese Bestimmungen erfüllt die Schweiz bereits heute bei weitem: 100 Prozent der Haushaltsabfälle werden stofflich oder thermisch verwertet.

 

Weiter Informationen: 

Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch
Karin Schweiter, Projektleiterin
Telefon: 044 267 44 11
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.

 

Bild Frontseite: Sortiertes Material (Verein PRS PET-Recycling Schweiz).

Bild Textseite: Kunststoffballen (Verein PRS PET-Recycling Schweiz).

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