Brüssel - Die zunehmende Versteigerung von Kohlendioxid-Emissionsrechten könnte dazu führen, dass die Eisenbahnen im Wettbewerb mit Lkw und Flugzeugen Marktanteile verlieren. Diese Befürchtung findet sich gemäss dem Portal CO2-handel.de im "Wettbewerbsbericht 2009" der Deutsche Bahn (DB), der jetzt in Brüssel präsentiert wurde. Ausgerechnet der umweltfreundlichste Verkehrsträger werde bestraft, weil für die Erzeugung des Fahrstroms ab 2013 zu 100 Prozent Emissionsrechte gekauft werden müssten. Die Fluggesellschaften werden laut dem bericht nur zu 15 Prozent in den Emissionshandel einbezogen würden. Auf den Strassengüterverkehr kommen nach diesen Informationen gar keine zusätzlichen CO2-Kosten zu. Dabei würden die Eisenbahnen durch die Wirtschaftskrise ohnehin schon im Wettbewerb mit der Strasse zurückgeworfen, heisst es bei der DB. "Die Politik muss sich schnell entscheiden etwas zu tun, sonst wird in den Unternehmen die Frage, welche Verkehrsträger man sich in Zukunft leistet, völlig anders entschieden, als man sich das erhofft", sagte Joachim Fried, DB-Bevollmächtigter für europäische Fragen und Wettbewerb. Laut DB-Bericht werden sich die CO2-Kosten für die europäischen Eisenbahnen von 2008 bis 2013 auf 300 Millionen Euro pro Jahr verdreifachen. Dadurch würden die Bahnen im Güterverkehr 1,07 Prozent Marktanteile verlieren und im Personenverkehr 0,2 Prozent, während Spediteure, Reisenveranstalter und Fluggesellschaften dazu gewinnen würden. Diese Verkehrsverlagerung führe zu einem zusätzlichen Ausstoss von 767.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Würden alle Verkehrsträger gleichmässig belastet, sieht sich die Bahn dagegen als Gewinner, besonders gegenüber dem Transport auf der Strasse. (ug)
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