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Pavillons aus Luft

Geschrieben von: Peter Rüegg, ETH Zürich 08.07.09
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Auf der Insel Mainau im Bodensee ist die Ausstellung «Entdeckungen 2009: Wasser» eröffnet worden. Zu entdecken gibt es lauter Facts und Innovationen rund um das kostbare Nass. Präsentiert wird die Ausstellung in 20 «Luftpavillons», die ein Team um ETH-Professor Marc Angélil entworfen hat.

An einer Ausstellung geht es in der Regel um die Inhalte. Doch wer kauft schon ein gutes Produkt in einer unattraktiven Verpackung? Die Ausstellungsmacher von «Entdeckungen 2009: Wasser» auf der Insel Mainau haben deshalb spezielle Pavillons entwerfen lassen, die von einem Team um Marc Angélil, ETH-Professor für Architektur am Institut für Städteplanung, stammen. Die Architekten gestalteten die 20 Pavillons der Ausstellung auf eigenwillige und kreative Art. Im Zentrum steht die Idee von geschlossenen Material-, Abfall- und Energieflüssen. «Jeder Pavillon soll den Prinzipien der Nachhaltigkeit entsprechen», betont Angélil.

Solarstrom und Luft

Die Pavillons kann man sich als eine Art aufblasbare Wasserbassins vorstellen, die auf dem Kopf stehen. Der Zwischenraum zwischen den dünnen Häuten der Aussen- und Innenwand wird mit einem Kompressor mit Luft gefüllt. Dieser wird mit Solarstrom betrieben. Drucksensible Ventilatoren regulieren den Luftbedarf der Pavillons automatisch, indem sie Luft in das System einblasen oder absaugen. Die «luftigen» Pavillons lassen sie sich leicht auf- und abbauen und aufgrund ihres geringen Volumens und Gewichts in einer Reisetasche verstauen. Der Transport verbraucht dadurch entsprechend weniger Ressourcen und die Pavillons können an einem x-beliebigen Ort wieder verwendet werden.

Nicht nur die Pavillons tragen die Handschrift von ETH-Angehörigen. In Pavillon 9 präsentieren die ETH Zürich und die Eawag ihre Ideen von Nachhaltigkeit und Recycling. Die beiden Institutionen des ETH-Bereichs zeigen, wie aus leer getrunkenen PET-Flaschen Notunterkünfte gebaut werden können. Mit der «No-Mix»-Toilette führt die Eawag vor, wie Urin vor der Einleitung ins Abwassersystem getrennt und als Dünger verwendet werden kann. Die vorgestellte Hausfassade nutzt Energieflüsse und zeigt, wie geothermische Energie beitragen kann, Häuser im Sommer zu kühlen und im Winter zu heizen.

Schau bis Ende August

Die Schau auf der Insel Mainau wurde am 3.Juli als Abschluss des Lindauer Nobelpreisträgertreffens eröffnet. Noch bis zum 31. August erfahren Besucherinnen und Besucher unter anderem, wie Korallenriffe zu retten sind oder Abwasser gereinigt wird, wie das Tsunami-Frühwarnsystem im Indischen Ozean funktioniert oder Ozeanströmungen aus dem Weltall beobachtet werden. Die Besucher können auch selbst experimentieren. Ziel ist es, vor allem junge Menschen für Wissenschaft und Forschung zu begeistern. Die Ausstellung wird vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und dauert noch bis Ende August.

 

Weitere Informationen:

Peter Rüegg, Hochschulkommunikation der ETH Zürich

Telefon: +41 44 632 45 32
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.

 

Institut für Städteplanung

Marc Angélil, ETH-Professor für Architektur
Telefon: +41 1 633 28 43

 

Bild: Computerrenderings der Ausstellungspavillons und ihrer Einbettung in die Landschaft (Entdeckungen 2009: Wasser)

 

 

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