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Hinterm Haus lauerte der Tod

Geschrieben von: Alexandra Pellanda, BioVision 01.07.09
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Auf dem Hochplateau von Nyabondo in Westkenia züchteten die ahnungslosen Menschen ihren Todfeind gleich neben den Dörfern. In den Pfützen und Tümpeln, welche die Ziegelmacher beim Lehmabbau schafften, brüteten Millionen von Stechmücken. Diese übertrugen die tödliche Malaria. Kleinkinder unter fünf Jahren und schwangere Frauen waren am stärksten betroffen, weil ihnen die natürlichen Abwehrkräfte fehlen. Während der Regenzeit forderte die Malaria fast täglich ihre Opfer. Ein Projekt von BioVision konnte die Tragödie stoppen«Seit Projektbeginn Ende 2004 haben wir spürbar weniger Mücken als vorher. Früher gab es richtige Malaria-Epidemien. Vor allem in der Regenzeit starb hier praktisch jeden Tag jemand an der Krankheit. Heute ist das total anders. Es ist lange her, dass jemand bei uns im Spital an Malaria verstarb», sagt Schwester Carmelina vom St. Joseph Missionsspital Nyabondo

BioVision-Projekt rettet Meschenleben

Die Malariaerkrankungen bei Kleinkindern gingen um über 60 Prozent zurück. In den Malaria-Projekten von BioVision überwachen Wissenschaftler des internationalen Insektenforschungsinstituts in Nairobi (icipe) die Brutgebiete, das Vorkommen der Anopheles-Mücken und die Verbreitung der Malariaerreger. Die Überträgerinsekten werden mit einer Kombination von ökologischen Massnahmen (Integrated Vector Management, IVM) kontrolliert. Kleine Bruttümpel werden aufgefüllt oder abgeleitet und grosse Wasserflächen mit dem umweltfreundlichen Bti unschädlich gemacht. Ökologisch wichtige Feuchtgebiete bleiben somit ohne Gefahr für die Menschen erhalten. So konnten in Nyabondo die Malariaerkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren innert kurzer Zeit von 60 auf 20 Prozent gesenkt werden.

Vom verlorenen Land zur Maiskammer

Der nächste Schritt in eine gesunde Zukunft ist die Umwandlung der kaputten Lehmböden in wertvolles Ackerland. Denn wo die Ziegelmacher waren, bleibt eine wasserundurchlässige Einöde zurück. Die Lehmlöcher und Pfützen werden von den Anwohnern mit Ziegelabfällen und Silt aufgefüllt. Entwässerungsgräben sorgen dafür, dass in der Regenzeit nicht neue Tümpel entstehen. Mit Astwerk, Kompost und Mist wird fruchtbarer Boden aufgebaut. So gewinnen die Menschen von Nyabondo neues Ackerland zurück. Heute stossen die Maisfelder in Gebiete vor, in denen früher die Malariamücken brüteten.

Dieser Bauer hilft sich selbst

Raphael Owakawere, ein pfiffiger und tatkräftiger Bauer aus Nyabondo, ist einer der Pioniere, die mit der Rückeroberung des verlorenen Landes begannen: «2005 bekam ich eine Ausgabe des Organic Farmer in die Hände und war begeistert», erzählt er. «Mit Hilfe der konkreten Tipps aus dieser Bauern-Zeitung (TOF) habe ich den Boden fruchtbar gemacht. Mit der empfohlenen PushPull-Methode
habe ich heute beim Mais und bei den Bohnen bis zehn Mal höhere Erträge als früher. Und dank dem biologischen Landbau muss ich kein Geld mehr ausgeben für Dünger oder die Miete eines Pfluges». Owakawere hat sein Land terrassiert und mit Dämmen gegen die Wassererosion geschützt. Entsprechend den Anleitungen aus dem TOF arbeitet er mit Mischkulturen und setzt gezielt Pflanzen gegen Schädlinge oder Buschbrände ein. Raphael Owakawere und seine Frau Felisia haben in ihrem neuen Maisfeld Methoden der so genannten Agro-Forstwirtschaft eingeführt: Wenn die Bäume zwischen den Maispflanzen ausgewachsen sind, werden sie Schatten gegen die glühende Sonne spenden. Zudem bringt Desmodium als Zwischeneinsaat Stickstoff in den Boden, schützt die Ackererde vor Erosion und hält die Feuchtigkeit zurück. Ein Saum aus feuerfesten Büschen dient als natürliche Barriere gegen Buschbrände.

Ein Modell zieht Kreise

Owakaweres Hof dient heute als Modellbetrieb (Farmer Field School). Bei ihnen erhielten bereits mehr als 180 Bäuerinnen und Bauern Anschauungsunterricht in den Methoden des biologischen Anbaus mit Mischkulturen, Fruchtwechsel, Bewässerungskanälen und der Herstellung von Kompost. Unterdessen haben Raphael und Felisia Owakawere einen weiteren Schritt gemacht. Sie ziehen Erdnüsse, die sie selber abpacken und verkaufen. Zudem produzieren sie Ziegenmilch für den Eigenkonsum und für den lokalen Markt.
Felisia und Raphael Owakawere haben ihr Leben mit viel Pioniergeist verbessert und ihren Hof in einen Modellbetrieb des biologischen Anbaus verwandelt.

 

Weiter Informationen:

BioVision | Stiftung für ökologische Entwicklung
Peter Lüthi , Kommunikation und Kampagnen
Tel +41 44 341 97 18
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.

Bild: Der Bauer Rapheâel Owakawere (BioVision).

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