Der Staat verschenkt grünes Geld

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Geschrieben von: Yvonne von Hunnius, Zürich 19.06.09
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Balsberg, MinergieBis Ende des Jahres gibt es reichlich „grünes“ Geld vom Staat. Wer jetzt Unterstützung für nachhaltige Gebäudesanierung beantragt, kann davon profitieren. Doch die Vorteile für Bauherren gehen über die subventionierte Anfangsinvestition hinaus. Minergie-Häuser beweisen das.

Wer sich über hohe Energierechnungen ärgert, ist selbst schuld. Denn jeder kann sich Geld schenken lassen, um energieeffizienter zu wohnen. „Für dieses Jahr stehen insgesamt 310 Millionen Franken an Fördermitteln für Gebäudesanierungen und alternative Energien zur Verfügung. Bauherren dürfen uns nicht im Regen stehen lassen, denn wir haben dafür gekämpft, dass die Förderung 2009 so breit ausfällt“, sagt Hansruedi Kunz, Leiter der Abteilung Energie des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich. Die Förderorganisation „Klimarappen“ bringt 100 Millionen, der Bund weitere 100 Millionen Franken unter die Sanierer. Zusammengenommen legen die Schweizer Kantone noch 110 Millionen Franken drauf. Und das alles, um die Energieeffizienz und -nachhaltigkeit zu steigern.

Noch 2009 handeln

Ende des Jahres müssen die Mittel in Umlauf gebracht sein. In den Kantonen St. Gallen und Luzern scheinen die Gelder inzwischen schon ausgegangen zu sein, doch vielerorts ist ein Antrag noch möglich. Der Kanton Graubünden beispielsweise hält bis zum Ende des Jahres doppelte Förderbeiträge für wärmetechnische Sanierung und die Nutzung von alternativen Energien bereit. Im kommenden Jahr funktioniert die Vergabe von Fördergeldern nach neuen Prinzipien. Wie, das ist noch unklar. Umso wichtiger, das eigene Gebäude jetzt überprüfen zu lassen und um Gelder anzusuchen. Wichtig: Zum kleinen Ein-mal-Eins der Förderung gehört, dass zuerst beantragt und dann gebaut wird.

Minergie-Standards förderungswürdig

Die Frage nach der nachhaltigen Sanierung ist weniger komplex als mancher denken mag. Die Internetseite der Konferenz kantonaler Energiedirektoren informiert über die unterschiedlichen Strategien der Kantone. Doch mit Bauvorhaben, die nach den Minergie-Kriterien geplant werden, besteht in fast allen Kantonen eine grosse Chance, unterstützt zu werden. Geschäftsführer des Vereins Minergie, Franz Beyeler: „Denn Minergie ist der Königsweg der Gebäudesanierung.“ Neben Energieeffizienz sind hier auch Komfort-Kriterien ein wichtiger Aspekt. Im vergangenen Jahr wurden 2900 Gebäude zertifiziert, 2009 rechnet Beyeler mit bis zu 3500 Zertifizierungen.

Grüne Grossprojekte machen es vor

Immer häufiger gewinnt auch komplexer Baubestand aus den 60er und 70er Jahren durch eine Minergie-Modernisierung nachhaltig an Wert. Marko Virant, Chef der Avireal AG, Zürich: „Wir haben festgestellt, dass die ehemalige Swiss-Air-Zentrale Balsberg gute Gene besitzt.“ Seit zwei Jahren ist in Zürich Kloten das bis dato grösste Minergie-Projekt durch das Immobilienunternehmen in Betrieb. Die klare Grundrissstruktur war beibehalten, doch Fassade und Innenraum entscheidend optimiert worden.

So regelt eine Wetterstation auf dem Dach automatisch die Beschattung der Fenster, um die Temperatur zu selten wie möglich künstlich regulieren zu müssen.
Knapp 70.000 Quadratmeter beheizte Fläche ist auf sieben Stockwerken Minergie-technisch auf dem neuesten Stand. Und bis auf zehn Prozent auch bereits Ort für neue Arbeitsplätze von Unternehmen wie Mövenpick. „Wir haben die Hälfte der Energie eingespart, die das 1971 erstmals bezogene Gebäude zum Betrieb zuvor brauchte“, sagt Virant. Und das bringt nicht nur ein gutes Gewissen und Kostenersparnis: „Minergie ist ein gut vermarktbares Label.“

Krisenmedizin Nachhaltigkeit

Da macht sich schnell bezahlt, dass die anfängliche Investition in ein Minergie-Haus im Durchschnitt zehn Prozent höher ist als in ein Haus, das den minimalen gesetzlichen Vorschriften entspricht. Minergie-Gebäude erzielen höhere Verkaufspreise und sind im Unterhalt preiswerter. Auch Immobilien-Experte Adrian Luescher von der Zürcher Kantonalbank sieht diese Vorteile: „Eine unserer Studien belegt eindeutig, dass sich die hohen Standards und eine Minergie-Zertifizierung für 750 Franken finanziell lohnen.“

Und was dem Bauherren gut tut, ist auch gut für die Volkswirtschaft. Grüne Gebäudesanierung wirkt wie eine Belebungsspritze für die stotternde Konjunktur. Zahlen von Avireal besagen, dass das Brutto-Inlands-Produkt der Schweiz um einen CO2-neutralen Prozentpunkt wachsen könnte, würden alle Gebäude aus den 60er Jahren wie die ehemalige Swiss-Air-Zentrale saniert.



Bild: Die ehemalige Swiss-Air-Zentrale in Zürich Kloten ist von Avireal komplett nach Minergie-Standards saniert (Minergie Schweiz).

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