Mit dem „Handbuch Ethik im Gesundheitswesen“ stellt das Institut Dialog Ethik den bislang umfassendsten Ratgeber für ethische Fragen im Gesundheitswesen vor. Das fünfbändige Handbuch richtet sich an Patienten, an Berufspersonen und Führungskräfte im Gesundheitswesen, sowie an Gesundheits-politiker und Medizinethiker.
An den ethischen Fragen, die durch die Entwicklung des modernen Gesundheitswesens aufgeworfen werden, entzünden sich engagierte Debatten. Stichworte wie Spitzenmedizin, Sterbehilfe oder Kostenexplosion prägen fachliche wie auch öffentliche Diskussionen und zwingen zur Auseinandersetzung. Lösungen wollen und müssen gefunden werden – doch oftmals fehlt ein integrativer Blick auf die Problemlage, um für die Alltagspraxis taugliche Rezepte zu entwickeln. Zu oft blenden Debatten um ethische Fragen im Gesundheitswesen relevante Gesichtspunkte aus, bleiben partikulär und lassen die Betroffenen – ob Patient, Ärztin, Pflegekraft, Spitalmanagerin oder Gesundheitspolitiker – mit mehr Fragen als Antworten zurück. Hier setzt das Handbuch Ethik im Gesundheitswesen an. Die Beiträge von über 80 Autorinnen und Autoren zeigen die unterschiedlichen Perspektiven und Ansätze der Akteure im Gesundheitswesen und ihr Zusammenwirken detailliert auf. Der ethische Blick, verstanden als ein genaues Hinschauen auf die Wertehintergründe unserer Entscheidungen und Handlungen, unserer Institutionen und Strukturen, soll geschärft werden. Er soll den Beteiligten helfen, mit den Fragen und Problemen ihrer jeweiligen Lebenswelt, soweit sie das Gesundheitswesen betreffen, umzugehen. Das Handbuch liefert damit nicht nur eine Gesamtschau ethischer Fragestellungen im Gesundheitswesen, sondern soll praxisnah und zielgruppengerecht Hilfestellung bieten, wie solche ethischen Fragen bewusst, reflektiert und wirksam angegangen werden können. Es bietet dazu einen modularen Aufbau, so dass die Bedürfnisse der einzelnen Gruppen von Akteuren bedarfsgerecht aufgegriffen und bei weiterführendem Interesse ergänzt werden können: Band 1: Der selbstbestimmte Patient, thematisiert, inwieweit Selbstbestimmung und krankheitsbedingte Abhängigkeiten in Einklang gebracht werden können. Für unterschiedliche Gruppen – zum Beispiel Kinder, psychisch Kranke oder alte Menschen – wird aufgezeigt, wie das Gebot der „Patienten-Autonomie“ im Alltag umgesetzt werden kann. Band 2: Ethikwissen für Fachpersonen, bietet den unterschiedlichen Berufsgruppen im Gesundheitswesen (Medizin, Therapie, Pflege, Spitalseelsorge, Soziale Arbeit) didaktisch aufbereitetes ethisches Fach- und Methodenwissen. Es eignet sich als Lehrbuch für das Selbststudium ebenso wie als Begleitbuch für Kurse. Band 3: Ethiktransfer in Organisationen, geht von der Einsicht aus, dass Ethik im Gesundheitswesen in hohem Masse eine Frage der Strukturen und Abläufe in Organisationen ist. Er bietet Führungspersonen in Spitälern, Heimen und anderen Organisationen Konzepte und Erfahrungen für die strukturelle Umsetzung von Ethik in der Praxis. Band 4: Verantwortung im politischen Diskurs, geht der Frage nach der politischen Verantwortung für das Gesundheitswesen nach, wobei historische und philosophische Anmerkungen den politisch-ökonomischen Fokus ergänzen. Es werden neue Ideen und Lösungsansätze skizziert und die damit verbundenen Konfliktfelder thematisiert. Band 5: Ethikdialog in der Wissenschaft, liefert einen Überblick über den Stand der Diskussion zu wichtigen theoretischen Konzepten der (Medizin-)Ethik. Die Theoriemodelle „integrative Verantwortungsethik“ und „Ethiktransfer“ werden kritisch diskutiert. Das Handbuch Ethik im Gesundheitswesen erscheint anlässlich des 10-jährigen Jubiläums von Dialog Ethik. Das Institut Dialog Ethik engagiert sich seit 1999 für ein Gesundheitswesen, das sich durch Respekt, Verantwortung und Gerechtigkeit auszeichnet. Die in diesem Handbuch zum Ausdruck gebrachte Vielfalt an Ansätzen und Perspektiven reflektiert die Arbeitsweise des Instituts, das im Gesundheitswesen durch vielerlei Aktivitäten präsent ist. Das Zusammengehen mit dem geistesswissenschaftlichen Verlag Schwabe und der EMH Schweizeri-scher Ärzteverlag AG dokumentiert die breite disziplinäre Spannweite, die durch dieses Handbuch abgedeckt wird.
Weitere Informationen: Dialog Ethik Interdisziplinäres Institut für Ethik im Gesundheitswesen Email:
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Telefon: 044 252 42 01 Zur Person: Markus Christen ist Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalist und Leiter des Fachbereichs Publikationen am Interdisziplinären Institut für Ethik im Gesundheitswesen. Er hat Philosophie und Naturwissenschaften an der Universität Bern studiert, und seinen Doktor in Neuroinformatik an der ETH Zürich gemacht. Er ist Mitbegründer des Bieler Atelier Pantaris und Mitinitiator der Bieler Philosophietage, derzeit auch Mitglied des Graduiertenprogramms des Universitären Forschungsschwerpunkts Ethik der Universität Zürich.
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