Klimawandel im Wald sichtbar |
| Geschrieben von: Kaspar Meuli, Oeschger-Zentrum für Klimaforschung, Universität Bern 06.05.09 |
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Neue Konkurrenz im Wald Steigende Temperaturen, mehr Regenfälle im Winter und weniger im Sommer, extreme Wetterereignisse wie Stürme und Hitzewellen: Das sind die drei wesentlichen Punkte, welche die Umweltbedingungen im Wald in den kommenden Jahrzehnten verändern werden. Als Folge davon steigt bereits heute die Waldgrenze in den Alpen langsam an. In Zukunft werden Laubbäume, die heute erst einen Viertel des Waldes ausmachen, die Wälder in der Region Bern dominieren. Daraus entstehen neue Konkurrenzsituationen: Die Buche etwa könnte in den tiefen Lagen von Eichen und Föhren verdrängt werden, die besser an Trockenheit angepasst sind. Sie wird in höhere Lagen ausweichen und dort die Fichte konkurrenzieren. Ansiedeln werden sich ausserdem exotische und wärmeliebende Gehölze, die ursprünglich als Gartenpflanzen kultiviert wurden und neu auch den Wald erschliessen. Eine weitere Folge der Temperaturerhöhung sind zunehmende Schäden durch Insekten. Daten der Wald-Exkursionen: 9. Mai und 5. Juni: Bern, Gurten Damit der Wald auch in Zukunft seine vielfältigen Funktionen erbringen kann, muss der Klimawandel in die Planung der Waldbewirtschaftung einbezogen werden. Dies ist äusserst schwierig, «denn die Wissenschaft kann nicht genau sagen, wie der Wald im Jahr 2050 aussehen wird», so Universitätsrektor Urs Würgler. Sie könne aber mögliche Entwicklungsszenarien aufzeigen. «Deshalb ist der enge Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft zwingend notwendig», betonte der Berner Regierungsrat und Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher. Mit dem Projekt «Wald 2050» wird dieser Austausch gefördert. Die Universität Bern zeigt mit den Waldbegehungen ihre regionale Verankerung und übernimmt gleichzeitig gesellschaftliche Verantwortung – auf einem Gebiet, in dem sie seit Jahren weltweit beachtete Forschungsarbeit leistet. Keine Panik verbreiten «Wir müssen den Wald in seiner Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft stärken», sagte Rickenbacher. Weil die Baumarten unterschiedlich auf die Veränderungen reagierten, müsse etwa die Vielfalt der Bestände erhöht und so das Risiko des Verschwindens einer Art verteilt werden. Zudem seien altersdurchmischte und strukturreiche Wälder am stabilsten, weshalb Jungpflanzen genügend Licht und Platz erhalten müssten. Er wolle nicht Ängste schüren und Panik verbreiten, so der Volkswirtschaftsdirektor. Das Projekt «Wald 2050» sei eine ausgezeichnete Möglichkeit, um die Diskussion um die Veränderungen in den Berner Wäldern in der Öffentlichkeit aufzunehmen – in einer umsichtigen, undogmatischen Art und Weise.
Regierungsrat Andreas Rickenbacher
Bildlegenden: Bild Frontseite: Früher beliebter Gartenstrauch, heute auch an milden Standorten im Wald heimisch: der Kirschlorbeer. (Bild: Beat Fischer) Bild Textseite: Franz Weibel (rechts), Oberförster der Burgergemeinde Bern, und
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