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Riesiger Energiebedarf von China und IndienChefökonom der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, liess keinen Zweifel daran, dass die Finanzkrise zwar dramatisch ist, doch die Energieprobleme diese in den Schatten stellen. „Die grössten Herausforderungen unserer Zeit sind Energieversorgung, Klimawandel und Energiearmut.“ Und Lösungsstrategien für diese Probleme widersprechen sich zum Teil. Wer den Klimawandel bekämpft, verliert häufig aus den Augen, dass 1,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Energie haben. Aus diesem Grund werden die Schwellenländer keinen massgeblichen Beitrag zur CO2-Reduzierung leisten können, obwohl genau hier die grösste Notwendigkeit besteht. Der chinesische Energieexperte Liu Qiang erwartet Nachsicht, wenn die Staaten der Welt in Kopenhagen zu CO2-Reduktion verpflichtet werden: „Wir erkennen die Notwendigkeit, im Falle des Klimawandels zu handeln, doch für uns hat Priorität, die kurzfristige Lebensgrundlage der Bevölkerung zu sichern.“ Ähnlich ist die Lage in Indien. Industriestaaten müssen vorpreschenDer Höhepunkt des Energieverbrauchs ist hingegen in den westlichen Industriestaaten 2007 erreicht worden. Hier geht es nun bergab. Der Klimasünder Nummer Eins ist Kohle und genau diese Energiequelle ist Hauptenergieversorger der aufstrebenden Wirtschaft in China und Indien. In diesen Breitengraden CO2 einzusparen ist zudem um ein Vielfaches billiger, als in den Industriestaaten. Den Anfang machen müssen dennoch die Industriestaaten. In Kopenhagen soll ein Rahmen für CO2-Emissionen festgezurrt werden. Die Schwellenländer wollen laut Qiang jetzt schon in die Diskussion integriert werden. Alternativen gesuchtAlternative Energiequellen und Energie-Einsparungsmöglichkeiten brauchen Investitionen und helle Köpfe. Und Motivation. BP-Chefökonom Christof Rühl: „Wenn die Energiepreise nur hoch genug sind, werden Alternativen aus den Schubläden geholt und weiterentwickelt.“ Laut Rühl dauert es nicht mehr lange, bis die Zeit der niedrigen Öl-Preise vorüber ist. Derweil ist Alexander Wokaun als Vorstandsmitglied des renommierten Paul-Scherrer-Instituts (PSI) und Professor der ETH jedoch ununterbrochen mit Forschungsprojekten beschäftigt, die nicht in der Schublade verschwinden. Ob es Biomasse, Photovoltaik oder Windenergie ist, Schweizer Wissenschaftler arbeiten auf Hochtouren. Genau wie die Elektrotechnikkonzerne ABB und Siemens. Dezentrale Stromversorgungsnetze sind nicht Zukunftsmusik, sondern greifbar nah. Michael Weinhold, Leiter der Energieforschung von Siemens: „Durch solche Netze kann Energie über mehr als 2.000 Kilometer transportiert werden. Wenn in Spanien keine Sonne mehr scheint, kommt die Energie aus den Alpen.“ |