Solarstrom mobil herstellen

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Geschrieben von: Yvonne von Hunnius, Yverdon 03.04.09
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K-Team, Jockey-Roboter, OsecAuf der ganzen Welt werden Mini-Roboter aus Yverdon eingesetzt – unter anderem an chinesischen Schulen. Sogar eine mobile Solaranlage haben die Ingenieure erdacht. Das Unternehmen K-Team wurde am Donnerstag mit dem „Osec Export Award“ ausgezeichnet. Das Unternehmen tüftelt ständig neue Ideen im Hochtechnologie-Sektor aus.

Viertausend kleine Roboter aus Yverdon krabbeln auf dem Globus umher. Sie lernen Feuer zu erkennen, sich wie Ameisen zu verhalten, sie lernen sogar, sich von menschlichen Gedanken steuern zu lassen. 90 Prozent der Roboter, die das Unternehmen K-Team in Yverdon herstellt, gehen über die Grenze. Wissenschaftler auf der ganzen Welt denken somit bei dem Begriff „Made in Switzerland“ mitunter als Erstes an kleine Hightech-Roboter. Für diese Leistung wurde das Unternehmen am Donnerstagabend in Anwesenheit von Bundesrätin Doris Leuthard mit dem diesjährigen Exportpreis des offiziellen Schweizer Exportförderers OSEC ausgezeichnet.

Solarstrom mobil

Innovation liegt in den Forschungsräumen von K-Team immer in der Luft. An Tafeln sind komplexe Schaltpläne aufgezeichnet und Ingenieure stehen diskutierend davor. K-Team bündelt gemeinsam mit Gigatec seine Kräfte in der KT>-Gruppe. 30 Mitarbeiter sind in Yverdon permanent damit beschäftigt, neue Ideen im Hochtechnologie-Sektor auszutüfteln. „Wir entwickeln Ideen, setzen sie um und produzieren auch die Produkte für Kunden“, erzählt Pacal Coedevez, Vertriebsmanager von K-Team.

Osec Export Award
Der Osec Export Award wurde anlässlich des Forums der Schweizer Aussenwirtschaft am 2. April zum zweiten Mal vergeben. Ausgezeichnet werden Unternehmen, die erfolgreich den Eintritt in einen ausländischen Markt geschafft haben. Hauptkriterium für die Vergabe des Preises ist, wie das Unternehmen sich auf den neuen Markt vorbereitet hat und wie schwierig die neuen Bedingungen für das Unternehmen gewesen sind. Im vergangenen Jahr erhielt die Schmid Rhyner AG den Preis. Das Unternehmen aus Adliswil ist auf die Herstellung von Lacken und Klebern spezialisiert.

Ihr grösster Kunde ist TAG Heuer, deren komplette Chronometer-Entwicklung sie betreuen. Und ihr neuester Coup ist eine mobile Solarstromanlage. Binnen dreier Monate haben die Ingenieure ein tragbares System für das Unternehmen Iland Green Technologies in Neuenburg erdacht. Ende Januar wurde das Produkt präsentiert. Coedevez: „Die rollbare Solarfläche ist das modernste, das die Wissenschaft momentan zu bieten hat. Und wir haben die Technik entwickelt, die es insbesondere in Entwicklungsländern mit schlechter Infrastruktur schnell eine Energiequelle bereitstellt.“ 3.000 Anlagen für jeweils 2.700 Franken sind schon bestellt worden.

Berühmtheit dank Roboterjockeys

Die Forscher aus Yverdon erlangten Berühmtheit durch einen Roboter, der ausnahmsweise nicht hinter den Mauern von Universitäten, sondern auf dem Rücken von Kamelen in Katar zum Einsatz kam. Bei Kamelrennen wurden kleine Jungen unter fragwürdigen Bedingungen als Jockeys eingesetzt. Roboter konnten das auch. Heute sitzen die Jungs unter den Zuschauern und die Roboter auf den Kamelen. Coedevez: „Wir haben mittlerweile eine kleine und einfachere Variante des Kameljockeys entwickelt, die bald gänzlich vor Ort produziert wird. Dank dieser Erfindung sind wir in der Region sehr bekannt geworden.“

K-Team-Roboter nach China

Ursprung und Hauptprodukt von K-Team ist der kleine Roboter Khepera. Mit dieser Entwicklung hatten vor 15 Jahren Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne das Unternehmen gegründet. Und der wandelbare Helfer hat in den Universitäten der Welt schnell Karriere gemacht. In der heutigen Version wiegt er nur noch 700 Gramm und ist in der Fläche so gross wie ein Kuchenteller. Bis zu 10.000 Franken kann ein kleiner Freund kosten.

In den kommenden Wochen werden 200 einfach zu bedienende Roboter hergestellt, die nach China ausschwärmen. Eine chinesische Provinz will die „Didaktik-Pakete“ von K-Team im Elektronik-Unterricht an Schulen einsetzen. Die Basis-Roboter können durch Bluetooth- und andere Applikationen ergänzt werden. Sie sollen den Jugendlichen einen lebendigen Eindruck von den Möglichkeiten der Robotik vermitteln. Coedevez ist sich sicher, dass der Roboter mit Namen Hemisson bald auch in der Schweiz Schüler begeistern wird: „Die Idee setzt sich durch. Die Jugendlichen in Frankreich, wo Hemisson bereits eingesetzt wird, sind begeistert.“

K-Team auf dem Mars?

Die Roboter sind so angelegt, dass sie für unendlich viele Anwendungen in Frage kommen. Coedevez: „Wenn wir an die Nasa Roboter liefern, dann wissen wir natürlich nicht, was genau mit ihnen angestellt wird, oder wie sie für ein Forschungsprojekt verändert werden. Alle möglichen Sensoren können angeschlossen werden.“ Khepera ist Kult geworden. In der Biologie wird der Roboter häufig im Zusammenhang mit Experimenten zu künstlicher Intelligenz eingesetzt. Sie laufen mit Kakerlaken um die Wette oder imitieren Ameisenverhalten. Oder sie werden in der Neuropsychologie eingesetzt, indem sie mit Sensoren verbunden werden, die auf unsere Blickrichtung reagieren können: Wendet eine Testperson die Augen nach links, wandert Khepera mit.

Im Rahmen eines europäischen Forschungsprojektes entwickeln Wissenschaftler aus fünf Ländern einen Roboter, der bei Feuerbränden vor den Feuerwehrleuten in die Flammen geschickt wird. Blitzschnell soll er die Lage überblicken und Informationen nach draussen schicken. Natürlich verwenden sie für die Entwicklung den kleinen Khepera 3.

 

Bild: Pascal Coedevez mit der kleinen Version des Jockey-Roboters (Yvonne von Hunnius)

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