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Geschrieben von: John Dyer, Boston 01.04.09
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Obama, WildnisPräsident Obama hat das wichtigste Naturschutzgesetz der USA seit anderthalb Jahrzehnten unterzeichnet. Er stellt damit 2 Millionen Acres unberührtes Land unter Schutz. Ein solcher Schutz der in Bundesbesitz befindlichen offenen Flächen in den USA ist seit Jahrzehnten ein Anliegen der Naturschützer, die seine kommerzielle Nutzung verhindert wollen. Obamas Vorgänger – der Demokrat Clinton eingeschlossen – hatten dafür kein Gehör.

Die Geister der Pueblo-Indianer in den Canyons des amerikanischen Westens können in Ruhe weiterschlafen. Präsident Barack Obama hat ein Gesetz unterzeichnet, das insgesamt zwei Millionen Acres (etwa 4000 Quadratkilometer) unberührten Landes in den USA schützt, darunter die uralten Begräbnisstätten im südwestlichen Colorado. Weiterhin werden rund 1600 Kilometer Flussläufe unter strengen Naturschutz gestellt.

Historisches Datum

Mehr als 6000 archäologische Fundstellen mit Spuren der Pueblo-Indianer, teilweise bis zu 100 pro Quadratmeile (2,6 Quadratkilometer), werden unter den Schutz des „Omnibus Public Lands Management Act” gestellt. Der US-Kongress hat das Naturschutzgesetz in der vergangen Woche gebilligt, Präsident Obama hat es unterzeichnet, jetzt kann es in Kraft treten. Naturschützer bezeichneten das neue Gesetz als den wichtigsten Schritt zum Erhalt der natürlichen Landschaften seit 15 Jahren.

„Das ist ein historischer Augenblick für unsere freien Landstriche”, sagte der Vorsitzende des Naturschutzverbandes Wilderness Society, William Meadows, über die Regelung für die dem Bund gehörenden Gebiete. „Spätere Generationen werden auf diesen Tag zurückblicken und ihn als eines der wichtigsten Daten in der Geschichte des amerikanischen Landschaftsschutzes sehen.”

Unterstützung von allen Seiten

Das Gesetz schützt Bilderbuchlandschaften in einem breiten Streifen, der sich über neun Staaten erstreckt. Das Gebiet reicht vom Osten bis in den Westen der USA. Viele der Landschaften waren seit Jahren als Schutzgebiete vorgesehen. Unter den Präsidenten Bill Clinton und George W. Bush wurden solcher Projekte jedoch nie vorangebracht.

Das Gesetz „schützt wertvolle Plätze von den Appalachen in Virgina und West Virgina über Michigans obere Halbinsel, von den Canyons von Idaho zu den Sandstein-Wänden von Utah, von der Sierra Nevada Kaliforniens zu den „Badlands” von Oregon”, sagte Obama bei der Unterzeichnungszeremonie im Weissen Haus.
Für den Präsidenten war dieses Gesetz der grösste „überparteiliche” Erfolg seiner erst kurzen Amtszeit. Im durch die Krise politisch aufgeheizten Washington war es möglich, in diesem Bereich eine Übereinstimmung zwischen Konservativen und Umweltpolitikern zu finden. An dieser Gesetzgebung sei teilweise seit Jahrzehnten gearbeitet worden, sagte Obama. Sie werde unterstützt aus allen Ecken des Landes und aus allen Bevölkerungsschichten, von Ranchern zu Fischern, von Ladenbesitzern zu Umwelt-Aktivisten, von konservativen Republikanern bis zu linken Demokraten.Die Sorgen der einflussreichen Jagdwaffenverbände in den USA, nach dem neuen Gesetz werde die Jagd in den geschützten Gebieten nicht mehr möglich sein, wurden durch Senatorin Lisa Murkowski aus Alaska beseitigt. Sie setzte durch, dass Sportschützen auch künftig Zugang zu den geschützten Gebieten haben werden.

Bergbau und Ölbohrungen verboten

Rund 170 Einzelgesetze sind zu einem einzigen Rahmengesetz auf 1300 Druckseiten zusammengefasst worden. Es schafft ein neues Nationales System auf einem Gebiet von fast 26 Millionen Acres (105.000 Quadratkilometer), in dem 850 Naturdenkmäler geschützt werden, wie der Canyon der Vorfahren und die wüstenähnlichen „Badlands” der Black Rock Desert in Nevada.
Die neue Umweltschutz-Gesetzgebung sieht auch Prüfungen des Säuregehalts der Ozeane, das Verbot von Bergbau und Ölbohrungen auf bundeseigenem Land und die Bereitstellung von Finanzmitteln für den Schutz der Küstenregionen vor. Obama hob auch eine Bestimmung auf, die sein Vorgänger Bush in seinen letzten Amtstagen eingeführt hatte. Diese sah vor, dass Bundesbehörden sich über die Schutzerklärungen von Wissenschaftlern für bestimmte Naturgebiete und den dort lebenden Wildbestand hinwegsetzen konnten.

Naturschützer in den USA sind von den neuen Bestimmungen begeistert. Präsident Obama sorge dafür, dass das Gesetz zum Schutz gefährdeter Tierarten endlich greife, sagte Andre Wetzler, Direktor des Rates zum Schutz natürlicher Ressourcen und gefährdeter Tiere. „Die Mitternachtsaktionen der Bush Administration aufzuheben bedeutet, dass unsere unberührten Naturgebiete und Arten wieder geschützt werden.”

 

Mehr Informationen:

Blog des Weissen Hauses

Übersicht über die Entstehung des Gesetzes auf Govtrack.us

Bild: Präsident Obama überreicht das unterzeichnete Gesetz dem Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid (White House/Chuck Kennedy)

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