Uno will grüne Job-Revolution

Drucken
E-Mail
Geschrieben von: Marc Engelhardt, Nairobi 16.02.09
Bookmark and Share
Stichworte:           

Nairobi - Die Uno-Umweltbehörde rechnet mit Millionen neuer Arbeitsplätze dank grüner Investitionen. Zum Auftakt des Umweltministergipfels in Nairobi forderte heute der Chef des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner, hunderte Milliarden Euro aus den diversen Konjunkturprogrammen in eine grüne Ökonomie zu investieren. Im Gegenzug erwartet er ein Jobwunder.

Aus jeder Krise erwächst eine Chance: So jedenfalls sieht es Achim Steiner, der so seine Rede zum Auftakt des einwöchigen Treffens der Umweltminister in Kenias Hauptstadt Nairobi überschriebt. Der deutsche Chef des UN-Umweltprogramms UNEP, der seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren aus der einst schwerfälligen Behörde mit einer Reihe interner Reformen eine schlagkräftige und die vielleicht modernste UN-Agentur gemacht hat, meint damit nicht irgendeine Krise, sondern die globale Wirtschaftskrise. Billionenschwere Konjunkturpakete, so warnt Steiner, dürften nicht dazu missbraucht werden, weiterzumachen wie bisher. „Ich glaube es ist höchste Zeit, dass wir in unserer Gesellschaft eine offene Diskussion darüber führen: wofür werden diese Gelder eigentlich verwendet, welche Arbeitsplätze werden erhalten und geschaffen?“

Millionen neuer Arbeitsplätze

Der am Montag von Steiner vorgestellte „Global Green New Deal“, ein globales Abkommen über eine grünere Weltwirtschaft, ist das Leitthema, mit dem sich die mehr als 1000 Delegierten aus 140 Ländern bis zum Freitag beschäftigen werden. Die Minister, unter ihnen auch der deutsche Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, wollen verhindern, dass Umweltprobleme wie schon in früheren Krisenzeiten im Abseits landen, und gehen deshalb in die Offensive. Massive Investitionen in ökologische Veränderung würden Millionen neuer Jobs schaffen, verspricht die am Montag präsentierte Studie zum „Global Green New Deal“, an der neben UNEP und anderen UN-Agenturen auch die OECD und die Weltbank mitgearbeitet haben.

Grüne Investitionen rechnen sich

„Die jetzige Weltwirtschaftskrise ist das Produkt der Nahrungs-, Öl- und Finanzkrise im vergangenen Jahr“, warnt der Autor des Berichts, der US-Ökonom Edward Barbier. “Wenn wir jetzt einfach die alte Wirtschaft wiederbeleben, kriegen wir vielleicht ein paar Jobs zurück, aber die Gründe für die Krisen bleiben bestehen.“

Mindestens ein Prozent des Bruttosozialprodukts sollen Industrienationen in grüne Wirtschaftszweige investieren, und zugleich umweltfeindliche Subventionen senken. „Einige Regierungen haben sich bereits für Investitionen in Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, klimafreundliche Verkehrsmodelle und so weiter entschieden, vor allem wegen der Arbeits-Perspektiven.“ Mehr als ein Achtel des fast 800 Milliarden US-Dollar schweren Konjunkturpakets investiert die neue US-Regierung etwa in grüne Bereiche. „Dadurch erwarten sie zwei Millionen neue Jobs“, so Barbier. Die Herausforderung für die versammelten Umweltminister dürfte darin bestehen, das Programm auch Wirtschafts- und Finanzministern nahe zu bringen. „Wir wissen, dass es Lobbyisten bestimmter Sektoren gibt, die diese Ideen gerne in den Hintergrund drängen wollen“, so Steiner.

Quecksilber soll verboten werden

Beim geplanten Verbot von Quecksilber hingegen, seit Jahren ergebnislos diskutiert, werden auch intern heftige Debatten erwartet. Doch Steiner gab sich am Montag optimistisch, dass es diesmal eine Lösung geben wird. “Die USA haben ihre Positionen heute morgen hier fundamental geändert, und auch andere Länder haben sich bewegt.“ Nachdem die USA nicht mehr blockieren, sind Bedenken aus China und Indien Diplomaten zufolge die letzten grossen Hürden, die auf dem Weg zu einem Quecksilberverbot genommen werden müssen. Sie gelten als passierbar. So könnte Ende der Woche das endgültige Aus für das hochgiftige Schwermetall erklärt werden.

 

Mehr Informationen:

Artikel Achim Steiners zum globalen grünen "New Deal"

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

 

Cleantech.ch

cleantech_ch

SCA_LOGO_RGB_marginal
mit swisscleantech ins neue Energiezeitalter

Meistgelesene Artikel

    Abonnieren Sie noch heute Ihren persönlichen Newsletter.
    Noch grössere Aktualität erhalten Sie mit unserem RSS-Feed.

    Kalender

    Der Veranstaltungskalender wird vorbereitet.

    {Zum Kalender}

    Magazin Cleantech Switzerland

    Magazin Cleantech Switzerland 2011-1

    Gründungssponsoren