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In Davos hat die globale Elite aus Wirtschaft und Politik die Wunden der aktuellen Finanzkrise geleckt. Allein in den USA hat der Staat gerade für 800 Milliarden Dollar Medizin gekauft, damit die Wunden nicht mehr schmerzen. Dagegen brauchten manche verschleppte Krankheiten der Welt weit weniger Geld, um geheilt zu werden. Doch darüber wurde am Weltwirtschaftsforum (WEF) nur um Rande diskutiert. Um so mehr am Open Forum: Bereits zum siebten Mal richtet der Schweizerische Evangelische Kirchenbund mit dem WEF ein alternatives, frei zugängliches Podium aus. Ethische Themenstellungen werden hier von WEF-Referenten und von der Kirche geladenen Experten behandelt. Das Konzept geht auf. Simon Weber vom Kirchenbund: „Wir haben immer ein volles Haus.“ Klimakosten gerecht verteilen Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan konnte in diesem Jahr als Podiumsteilnehmer zum Thema Klimagerechtigkeit gewonnen werden. Er steht für den Open-Forum-Geist: „Im Moment sind auf der Agenda vier dringliche Fragen: Klimagerechtigkeit, Nahrungsmittelknappheit, Energiesicherheit und natürlich Finanzkrise.“ Auf dem Podium wurde klar: Kein Wirtschaftsführer kann die Augen vor dem Klimawandel verschliessen. Hohe Summen werden auf sie zukommen, die Folgen auszugleichen. Für die weltweit entstehenden Kosten müssen sie erst noch zur Verantwortung gezogen werden. Die 49 am wenigsten entwickelten Staaten der Erde produzieren lediglich ein Prozent des Ausstosses von Kohlendioxid, aber sie gehören zu den Ländern, die am stärksten von den Folgen betroffen sind. Bharrat Jagdeo, Präsident von Guyana, bezifferte allein für sein Land die Kosten des Klimawandels: 450 Millionen Dollar. Die Welt produziert zu wenig Nahrung Die Lebensmittelkrise war ebenso Thema des Open Forums. Die Grenze von einer Milliarde Hungernden sei gerade überschritten worden, sagt Olivier de Schutter, UN-Sonderbeauftragter für das Recht auf Nahrung. Bis 2050 muss die Lebensmittelproduktion um 50 Prozent gesteigert werden. Eine Misere, die nicht zuletzt durch den wachsenden Anteil von Treibstoffen an der Agrar-Rohstoffverarbeitung verursacht wurde. Der Basler Sozialdemokrat Rudolf Rechsteiner, Nationalrat und Swissaid-Präsident: „Lebensmittel gehören nicht in den Tank.“ |