Das Zauberwort bei der Internationalen Auto Show in Detroit heisst „elektrisch“. Die Neuigkeit, dass General Motors (GM) eine Fabrik zur Herstellung Lithium-Ionen-Batterien plant, mit denen ab 2011 das Chevrolet-Modell „Volt“ ausgerüstet werden soll, lenkte sogar vorübergehend von der allgemeinen Krise der US-Autoindustrie ab und erweckte den Eindruck, als bräche die Branche zu neuen Ufern auf. Kurswechsel bei GM Für GM bedeute diese Entscheidung, massiv auf den Volt mit Elektro-Antrieb zu setzen, einen „echten Kurswechsel“ befindet David Cole vom Automobil-Forschungszentrum in Ann Arbor in Michigan. Als der Konzern, wie auch Chrysler, vor kurzem staatliche Überbrückungskredite bekam, war gefordert worden, die US-Autohersteller müssten sich restrukturieren und modernere, den Kundenwünschen entsprechende Modelle bauen. Mit dem „Volt“ scheint GM diesen Weg einschlagen zu wollen. Japaner sind voraus Die US-Autohersteller hinken den Japanern weit hinterher, wenn es um die Entwicklung von Elektroautos geht. Toyota stellt bereits das Erfolgsmodell Prius mit Hybrid-Antrieb her. In Detroit hat das Unternehmen nun den Prototyp für ein reines Elektroauto vorgestellt. Konkurrent Nissan hat angekündigt, man werde schon im kommenden Jahr ein reines batteriebetriebenes Elektro-Auto auf dem US-Markt anbieten. Koreaner bieten auch Forschung Der Vize-Vorsitzende für globale Entwicklung bei General Motors, Bob Lutz, betonte in Detroit, dass man lieber mit einem amerikanischen Unternehmen zusammengearbeitet hätte, um die Batterietechnik herzustellen. Das Angebot der Koreaner allerdings habe auch Forschung und die Entwicklung alternativer Treibstoffe umfasst. Damit hätten die amerikanischen Firmen nicht mithalten können. GM habe sich nur für das bessere Produkt entschieden. Er hoffe, sagte Lutz, „dass die Obama-Regierung das verstehen wird.“ Damit die USA wettbewerbsfähig mit anderen Industrieländern würden, müsse man eben auf Forschung und Entwicklung setzen. Kritik an den Plänen von GM und Ford, ihre ersten Schritte zur Nutzung von Elektrizität als Antriebsquelle mit ausländischen Unternehmen zu gehen, war in Detroit nicht zu hören. Zu tief sitzt der Schock über die schlimmste Krisensituation für die US-Autoindustrie seit der grossen Depression in den 30er Jahren. GM setzt voll auf Volt In den Volt hat GM mehr als eine Milliarde Dollar an Entwicklungsgeldern gesteckt. Das Auto soll mit einer einzigen Aufladung 60 Kilometer weit fahren können und muss dann wieder aufgeladen werden. Die Kosten sollen derzeit bei 35.000 Dollar liegen. GM will in die Fortentwicklung bis 2013 eine weitere Milliarde Dollar investieren. Auch ein Forschungszentrum für neue Lithium-Ionen-Batterien an der Universität von Michigan will GM finanzieren. Diese Batterie-Art werde die Kraftquelle der Zukunft für Elektroautos sein, sagte Prabhakar Patil, Vorstandschef von Compact Power, eine Tochter von LG Chem. Die Probleme der ersten Generation solcher Batterien seien gelöst. Der erfolgreiche Toyota Prius und andere Autos mit Hybrid-Antrieb verwenden Nickel-Batterien, die wegen der Rohstoffpreise immer teurer werden. Patil meinte dazu in Detroit, die Lithium-Ionen-Batterie sei billiger herzustellen, weil man weniger Nickel verbrauche und mehr Mangan, das reichlich vorhanden und billig sei.
Bild: Volt an der Internationalen Auto Show 2009 in Detroit (Bild: John F. Martin für General Motors) |