Zu Weihnachten wird nicht gespart: nicht an Geschenken, nicht an Glitzer und nicht an Müll. So ist Weihnachten nicht nur ein segenreiches, sondern auch ein abfallreiches Fest. Zudem: Viele Weihnachtsprodukte enthalten Schadstoffe und belasten die Natur.
Energie sparen statt Lichterglanz? Strohsterne statt glitzernde Christbaumkugeln? Bei vielen Konsumenten endet der Einsatz für den Umweltschutz in der Weihnachtszeit. Dabei schliessen sich Bescherung und Nachhaltigkeit nicht aus. Es gibt heute Tannenbäume, Baumschmuck und Geschenke, die nicht nur die Familie und das Christkind beeindrucken, sondern auch umweltfreundlich sind. Tannenbaum mit Gütesiegel Bald wird in den meisten Schweizer Haushalten ein Tannenbaum aufgestellt. Und wer einen besonders grünen Christbaum kaufen will, achtet darauf, dass dieser das Siegel FSC (Forest Sterwardship Council) trägt. „Denn diese Bäume stammen bestimmt nicht aus intensiv bewirtschafteten Plantagen”, sagt Corina Gyssler, Kommunikationsbeauftragte des WWF Schweiz. Zudem solle man möglichst FSC-Weihnachtsbäume aus der Region kaufen. „Kurze Transportwege belasten die Umwelt weniger”, so Gyssler. Und das Siegel FSC gewährleistet, dass die Tannen aus einem natur- und sozialverträglich bewirtschafteten Wald kommen. Schön und nachhaltig „Was für die Tanne gilt, gilt auch für den Baumschmuck”, sagt Sebastian Meyer, Umweltberater beim öko-forum, der Umweltberatungsstelle von Stadt und Kanton Luzern. Auch dieser sollte nach Möglichkeit aus der Region stammen. Ausserdem sollte der Käufer darauf achten, wie und aus welchen Materialien und Farben der Schmuck hergestellt ist. „Denn Weihnachtsdekoration aus Holz oder Glas ist nicht immer gleich naturfreundlich”, erklärt Meyer. Weihnachtsdekoration von Grossmutter ist häufig nicht anzusehen, ob sie nachhaltig produziert worden ist. Dann gilt einfach: So lange wie möglich benutzen. „Wer beispielsweise für das Dekorieren Lametta verwendet, sollte darauf achten, dass dieser nach den Feiertagen nicht im Kompost landet”, sagt Meyer. Denn der bestehe entweder aus verzinnten Bleistreifen oder aus Kunststoff. Und diese Materialien würden im Kompost nicht verrotten und gehörten daher in den Kehricht. Oder auch aufbewahren und Weihnachten 2009 wieder an den Baum hängen. Schön verpackt Nicht nur Lametta kann man wiederverwerten, sondern auch das Geschenkspapier. „Wer es aufbewahrt und wiederverwertet, schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel”, sagt Corina Gyssler von der WWF. Aber auch alte Stoffreste seien eine schöne Alternative zum Geschenkspapier. Mit etwas Nähtalent könne man aus diesen individuelle Geschenkbeutel herstellen. Wenn Neues denn sein muss, dann auf Recycling-Papier greifen. „Denn Recycling-Geschenkspapier ist heute genauso schön und bunt wie herkömmliches, nur umweltfreundlicher”, sagt Gyssler. Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen Ganze Wohnviertel erstrahlen bald in hellem Licht - Licht-Schmuck ist immer noch im Trend. Nur verschlingt die helle Dekoration einiges an Energie. „Deswegen nur Lichterketten mit einem niedrigen Energieverbrauch kaufen”, sagt Gyssler. Ausserdem gehört zur Lichtdekoration stets ein Zeitschalter. So brennen die Lichterketten am Weihnachtsbaum nur dann, wenn man sie braucht und schalten sich automatisch zur eingestellten Uhrzeit ab. „In der Nacht müssen die Lichter nicht brennen”, sagt Gyssler. Auch bei der Aussendekoration solle man massvoll mit der Beleuchtung umgehen. Gezieltes Schmücken setzt Akzente und belastet sowohl die Umwelt als auch das Portemonnaie weniger. Schenken und unterstützen Alle Jahre wieder geht die Suche nach Geschenken für Freunde und Verwandte los. Doch die wenigsten von uns achten in der Weihnachtszeit darauf, dass die ausgesuchten Geschenke auch umweltfreundlich sind. „Früher oder später wird uns der Klimawandel zur nachhaltigen Bescherung zwingen”, sagt Amei Poensgen, Mitbegründerin des Internetmarktplatzes faircustomer.ch. Auf dieser Plattform können Konsumenten seit Anfang Oktober Produkte von über 50 verschiedenen Organisationen und Firmen kaufen, die fair, sozial und nachhaltig hergestellt worden sind. Wer also nicht nur seine Liebsten, sondern auch die Natur beschenken will, findet hier genügend Ideen. Amei Poensgen: „Ausserdem unterstützen Konsumente mit unseren Produkten auch gemeinnützige Einrichtungen in der Schweiz.”
Hinweise für ein gelungenes umweltfreundliches Weihnachten: • Weihnachtsbaum: FSC-Tannen aus der Region kaufen. • Baumschmuck: Mit Schmuck aus Holz, Glas, Stroh, Gebäck oder Stoff dekorieren. • Geschenksverpackungen: Recyceltes Geschenkpapier kaufen oder Verpackungen aus Stoffresten basteln. • Beleuchtung: Auf den Energieverbrauch achten und Lichterketten mit Zeitschaltern versehen. • Nachhaltige Bescherung: Schönen und nachhaltige Geschenksidee unter www.faircustomer.ch.
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