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Chris Rutherford würde am liebsten weitere Elektro-Smarts ordern. Als Flotten-Chef der Kommunalverwaltung des Londoner Bezirks Islington nutzt er einen von hundert Testwagen, die Daimler einer Reihe von privaten und öffentlichen Organisationen seit Dezember 2007 zur Verfügung stellt. Bei dem vierjährigen Pilotprojekt soll die Alltagstauglichkeit des Stromautos geprüft werden. Dies steht für Rutherford außer Frage: „Der Wagen hat unsere Erwartungen schon weit übertroffen.“ Sauber und preiswert Der Elektro-Smart, auch „Smart Ed“ genannt, ist mit einer Nickel-Metallhydrid-Batterie ausgestattet, die sich an jede gewöhnliche Steckdose anschließen lässt. Nach acht Stunden Ladezeit kann eine Reichweite von rund 100 Kilometern erzielt werden, was einem Verbrauch von nur 0,9 Litern Benzin pro hundert Kilometer entspricht. Bei dieser Reichweite würden nach Angaben von Mercedes-Benz Stromkosten von lediglich 1,50 Euro entstehen. Auch das macht Stromautos angesichts der hohen Benzinpreise in Großbritannien für viele Autofahrer attraktiv. Von der Innenstadtmaut befreit Dass Daimler die britische Hauptstadt für den Testlauf wählte, hat gute Gründe. Denn das Interesse an alternativen Antrieben ist dort besonders groß. Wer einen Elektrowagen fährt, reduziert nicht nur Emissionen und Spritkosten. Stromfahrzeuge sind auch von der Maut, immerhin 8 Pfund (10 Euro/16 Franken) pro Tag, im Zentrum Londons freigestellt. Parken ist mit Öko-Fahrzeugen vielerorts umsonst und die Versicherungskosten wesentlich niedriger als bei herkömmlichen Fahrzeugen. Stromauto als Mode-Accessoire In einigen Stadtteilen genießen Elektro-Fahrzeuge wie der „G-Wiz“, in der Schweiz und Deutschland Greeny genannt, sogar einen regelrechten Kultstatus. Und das, obwohl der 10,000 Pfund teure Kleinstwagen des indischen Herstellers Reva eher einer Blechdose auf Rädern ähnelt und nur mit Mühe beschleunigt. Polizei fährt Smart Neben der Bezirksverwaltung in Islington beteiligen sich an dem Test auch die Stararchitekten Foster und Partners, der Stromanbieter EDF und die Versicherungsgesellschaft Lloyds of London. Selbst die Londoner Polizei ist seit Juni dabei. „Die Smart-Polizeiwagen werden sicher viele überraschen“, sagt Stuart Middleton, Chef des Transportbetriebs der Londoner Polizei, auf Anfrage. „Aber wir sind immer offen für neue Ideen und Innovationen.“ Für die Ordnungshüter ist der Elektro-Smart nicht nur eine grüne Alternative. Seine kompakten Maße erleichtern auch das Vorankommen auf den nach wie vor verstopften Straßen Londons. Die Met Police testet zur Zeit vier Fahrzeuge, allerdings nicht als Einsatzwagen. Bei einer Verfolgungsjagd hätte das 41-PS-starke Aggregat wohl doch etwas Mühe. Die Londoner witzeln bereits: Was ist, wenn auf der Jagd nach einem mutmaßlichen Verbrecher der Strom ausgeht? Dann müsste man theoretisch acht Stunden warten, bis die Batterie wieder vollständig aufgeladen ist. Aber selbst das wird nach Angaben von Tom Morrison-Jones künftig nicht der Fall sein. Bei Mercedes wird an Lithium-Batterien gearbeitet, die sich innerhalb kürzester Zeit aufladen lassen. Strom durchs Fenster Ein kleines Problem sieht Chris Rutherford dennoch beim nächtlichen Stromfüttern. Er parkt seinen Smart Ed vor seiner Wohnung auf der Straße. Das Ladekabel führt durchs Küchenfester in den ersten Stock. „Eine Garage müsste man schon haben, damit nachts niemand das Kabel herausziehen kann.“ findet Rutherford. Garagenplätze sind in London allerdings eine Seltenheit und kosten mitunter so viel wie eine Eigentumswohnung in einer deutschen Stadt.
Technische Angaben zum Elektrosmart: Beschleunigung: von 0 auf 50 Kilometer pro Stunde in 6,5 Sekunden Komplettes Sicherheitspaket: ESP, ABS, zwei Airbags, Gurtkraftbegrenzer. |