Bern und Zug gehen voran Doch selbst damit ist bald Schluss. Mit den neuen Mustervorschriften der Konferenz der Energiedirektoren gilt bald eine niedrigere Norm: Neubauten sollen mit 4,8 Litern auskommen. Das ist zwar nur eine Empfehlung. Aber die Kantone wollen diesen Grenzwert in die eigenen Vorschriften übernehmen. Bern und Zug gehören dabei zu den Vorreitern. Bereits ab Anfang 2009 gilt dort für Neubauten die 4,8-Liter-Norm. Innerrhoden folgt im Juli nach. Freie Wahl der Technik „Minergie hat die Funktion eines Zugpferds“, sagt Fadri Ramming, Geschäftsführer der Energiedirektorenkonferenz. Das Siegel solle die Weiterentwicklung energiesparender Techniken vorantreiben. Bei den Mustervorschriften dagegen gehe es darum, die Möglichkeiten des energieeffizienten Bauens zu nutzen, ohne die Hauseigentümer zu überfordern. Diese haben die freie Wahl, mit welchen Techniken sie die neuen Standards erreichen wollen. Grundsätzlich aber dürfte vor allem die bessere Dämmung der Gebäudehülle eine höhere Bedeutung bekommen. Denn ein Teil der Heizenergie entweicht durch dünne Mauern sowie ungenügend gedämmte Bodenplatten und Dachstühle nach aussen. Nutzen eiskalt bewiesen In einem Minergie-Haus ist die Gebäudehülle ein Bollwerk gegen die Kälte. Die Wärme wandert nur langsam durch dick in Dämmmaterialien gepackte Mauern, das Dach und die Bodenplatte sowie die doppelt bis dreifach verglasten Fenster. Im Sommer bleibt die Wärme vor dem Haus, im Winter in der Stube. Nicht einmal beim Lüften wird sie zum Fenster hinausgejagt. Denn eine Komfortlüftung garantiert ständige Frischluftzufuhr auch bei geschlossenen Fenstern. Kombiniert mit einer Rückgewinnung geht beim Luftaustausch kaum Wärme verloren. Denn sie wird zum großen Teil von der verbrauchten Abluft abgezogen und der einströmenden Frischluft zugeführt. Bei der Luftheizung wird sogar 100 Prozent der Raumwärme genutzt und neu verteilt. Die konventionelle Heizung entfällt. Mit den verschärften Vorschriften werde künftig der Anreiz steigen, erneuerbare Energien im Neubau einzusetzen, sagt Hansruedi Kunz.
Gestatteter Heizölverbrauch pro Quadratmeter beheizter Fläche:
Bild: Minergie-Haus in Dornach (zVg Renggli AG)
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