Schutz für Regenwälder

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Geschrieben von: Anna van Ommen, London 17.10.08
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Trotz Rezessionssorgen will Grossbritannien schärfere Klimaschutz-Massnahmen durchsetzen. Dazu soll auch das neue Amt des Klimawandel-Ministers beitragen. Premier Brown unterstützt derweil einen globalen Fonds zum Schutz tropischer Regenwälder.

Er ist kaum vierzehn Tage im Amt, da muss der neue Klimawandel-Minister Ed Miliband bereits weit reichende Entscheidungen treffen. Am Donnerstag empfahl das regierungseigene Klimawandel-Komitee dem britischen Parlament, Kohlendioxid-Emissionen in Grossbritannien bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent zu reduzieren. Der bisherige Plan der Regierung sieht eine Senkung von 60 Prozent vor. Doch nach Ansicht des Komitees sind die aktuellen Maßnahmen nicht ausreichend, um die Folgen der Klimaerwärmung abzuwenden.

Keine Abstriche trotz Rezession
Miliband ist fest entschlossen, seinem Amt gerecht zu werden. Schließlich wollte Premierminister Brown mit der Schaffung des Ministeriums für Klimawandel ein wichtiges Zeichen für den Umweltschutz setzen. Dabei ist sich der 37-jährige bewusst, dass die Umwelt angesichts wachsender Sorgen um den Wohlstand nicht zwingend erste Priorität für die Briten hat. In einem Interview mit dem „Guardian” erklärte Miliband: „Politik ist eine Sache der Führung. Wir müssen deshalb betonen, wie immens wichtig dieses Thema ist, nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kinder.” Er sieht dabei auch Potenzial für die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Und die werden die Briten angesichts rasant steigender Arbeitslosenzahlen bald gebrauchen können.
Auch auf dem internationalen Parkett will die britische Regierung in puncto Umweltschutz Führung beweisen. Miliband erklärte, „zum Jahresende muss die EU dem Maßnahmenpaket für 2020 bezüglich erneuerbarer Ressourcen und Energieeinsparungen zustimmen. Damit senden wir ein Signal für die weltweiten Verhandlungen in Kopenhagen 2009.” Auch einer automatischen Senkung der CO2-Emissionen in der EU von gegenwärtig 20 Prozent auf 30 Prozent will Miliband im Falle der Ratifizierung der globalen Richtlinien zustimmen.

Globaler Plan für Tropenwälder
Premierminister Brown macht sich unterdessen für einen globalen Wirtschaftsfonds stark, der die Abholzung tropischer Regenwälder stoppen soll. Bislang wurden solche Versuche vornehmlich von Einzelpersonen und Wohlfahrtsverbänden geleitet. Mit wenig Erfolg. Anstatt die Lungen der Erde zu schützen, macht der Kahlschlag der Wälder soviel aus wie ein Fünftel zusätzlicher Kohlendioxidemissionen. Brown beruft sich auf einen jüngst veröffentlichten Bericht, den der schwedische Multimillionär und Umweltaktivisten Johan Eliasch im Auftrag der britischen Regierung veröffentlicht hat. Eliaschs Pläne sehen vor, betroffenen Ländern eine Entschädigung zu zahlen, wenn sie ihre Regenwälder unangetastet lassen. Finanziert werden soll dieser Fonds durch den Emissionshandel in reichen Industrieländern. Nach Ansicht Eliaschs könnten die Kosten für den Kampf gegen den Klimawandel durch diese internationalen Maßnahmen bis 2030 um 50 Prozent reduziert werden. Auch die Armut in einigen der ärmsten Länder der Welt liesse sich reduzieren und die Artenvielfalt schützen, erklärte der Schwede.

Zweifel an Umsetzbarkeit
Während die Pläne von vielen Umweltexperten positiv aufgenommen wurden, gibt es auch viele Zweifel an der Umsetzbarkeit. So fürchten Kritiker eine Korruptionswelle, Gelder könnten in die falschen Hände geraten und vor allem in unstabilen Regionen Waffen finanzieren. Auch sei oft nicht klar, wem die Wälder eigentlich gehörten. Simon Counsell von der britischen „Stiftung Regenwald” warnte, in vielen Regenwaldnationen sei eine „Regierungsverwaltung quasi nicht existent”. Auch Andy Tait von der Organisation Greenpeace wandte ein, reiche „Länder könnten sich aus der Emissionsreduzierung herauskaufen”. Eliasch ist sich der Gefahren bewusst, betonte aber: „Ohne Maßnahmen gegen den Kahlschlag ist es nahezu unmöglich, die schlimmsten Folgen der Klimaveränderung zu verhindern.”
Die britische Regierung steht hinter ihm.
Von Anna van Ommen, London

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